kununu-Analyse
Diese Fehler beim Mitarbeiteraustritt können Arbeitgeber teuer kommen

| Larissa Bilovits 
| 16.06.2026

Wer den Abschied von Mitarbeiter:innen nur als Formalität betrachtet, könnte damit der eigenen Arbeitgebermarke schaden. Eine aktuelle kununu-Analyse zeigt, wie ein mangelhafter Offboarding-Prozess im Wettbewerb um Fachkräfte zum Risiko werden kann.

Nach dem Ende eines Arbeitsverhältnisses ist für viele Unternehmen das Kapitel der jeweiligen Mitarbeiter:innen abgeschlossen. Laut einer aktuellen Untersuchung der Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu (siehe Infobox) könnte genau diese Sichtweise jedoch langfristig zum Problem werden. Denn wie Beschäftigte ihren Austritt erleben, beeinflusst maßgeblich, wie sie später über ihre:n ehemalige:n Arbeitgeber:in sprechen – und damit auch dessen Attraktivität für potenzielle Bewerber:innen.

Letzter Eindruck wirkt oft nachhaltiger als der erste

Wie stark ein misslungener Abschied der Arbeitgebermarke schaden kann, zeigt sich vor allem bei der Weiterempfehlung. Sobald Offboarding in einer Bewertung thematisiert wird, sinkt die durchschnittliche Weiterempfehlungsrate laut kununu von 71,4 Prozent auf nur noch 20,1 Prozent. Auch die Gesamtbewertung eines Unternehmens fällt in solchen Fällen deutlich schlechter aus: Bewertungen mit Offboarding-Bezug erreichen im Schnitt 2,47 von fünf Sternen, während Bewertungen ohne entsprechende Nennung auf 3,78 Sterne kommen.

"Die Zahlen legen nahe, dass man Offboarding nicht rein als administrativen Abschluss und lästige Pflicht sehen sollte, sondern als strategischen Bestandteil des Employer Brandings. Der letzte Eindruck, den ein Unternehmen hinterlässt, wirkt oft nachhaltiger als der erste – und zahlt auf die Strahlkraft eines Unternehmens auf dem Arbeitsmarkt ein", erklärt Dario Wilding, Head of External Communications bei kununu.

Unternehmenskultur zeigt sich besonders beim Abschied

Besonders deutlich zeigt sich der Effekt negativer Offboarding-Erfahrungen in Bereichen, die eng mit der Unternehmenskultur verbunden sind: Arbeitsatmosphäre, Kommunikation und Vorgesetztenverhalten werden von ehemaligen Beschäftigten laut kununu besonders kritisch bewertet. Für Unternehmen kann das gerade im Wettbewerb um junge Fachkräfte zum Nachteil werden, da Bewerber:innen heute genau darauf achten, wie Arbeitgeber:innen mit ihren Mitarbeiter:innen umgehen – auch dann, wenn diese das Unternehmen verlassen. "Ehemalige Mitarbeitende sind zentrale Stimmen der Arbeitgebermarke – ihre Exit-Erfahrung entscheidet, ob sie zu Fürsprecher:innen oder Kritiker:innen werden", so Wilding.

Wie nachhaltig der letzte Eindruck wirken kann, zeigen auch die in der Analyse angeführten Erfahrungsberichte. Darin schildern ehemalige Beschäftigte etwa überraschende Kündigungen, unklare Übergaben oder das Gefühl, nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen nicht mehr wahrgenommen zu werden. "Wird Kritik am Offboarding geäußert, geht es in den meisten Fällen nicht um formale Prozesse, sondern um die Erfahrung rund um die Kündigung. Angekreidet werden in dieser Hinsicht meist mangelnde Kommunikation, fehlende Transparenz und geringe Wertschätzung beim Abschied – allesamt Red Flags für junge Fachkräfte, denen bei der Jobwahl aktuell viele Möglichkeiten offenstehen", erklärt Wilding. Generell werde dem Thema Offboarding noch zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet, obwohl es einen wichtigen Beitrag zur Arbeitgebermarke leisten könne: "Unternehmen, die nach dem Prinzip 'Aus den Augen, aus dem Sinn' agieren, laufen hier Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten. Viele Jobsuchende informieren sich heutzutage sehr genau über potenzielle künftige Arbeitgeber:innen und ihren Umgang mit der Belegschaft. Die Plattform kununu versteht sich diesbezüglich als Bindeglied zwischen Arbeitgebern und Mitarbeiter:innen."

www.kununu.com

Über die Studie

Insgesamt wurden im Rahmen der Analyse 196.102 kununu-Bewertungen untersucht, die im Zeitraum vom 1. Jänner 2023 bis zum 31. Dezember 2025 in Österreich abgegeben wurden. In 1.857 dieser Bewertungen, sprich in 0,95 Prozent, äußerten sich Nutzer:innen zu ihren Offboarding-Erfahrungen. Analysiert wurden Begriffe, die thematisch mit dem Ende eines Beschäftigungsverhältnisses zusammenhängen, darunter: Austritt, Offboarding, Kündigung, letzter Arbeitstag und Abschied.

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Über die Studie

Insgesamt wurden im Rahmen der Analyse 196.102 kununu-Bewertungen untersucht, die im Zeitraum vom 1. Jänner 2023 bis zum 31. Dezember 2025 in Österreich abgegeben wurden. In 1.857 dieser Bewertungen, sprich in 0,95 Prozent, äußerten sich Nutzer:innen zu ihren Offboarding-Erfahrungen. Analysiert wurden Begriffe, die thematisch mit dem Ende eines Beschäftigungsverhältnisses zusammenhängen, darunter: Austritt, Offboarding, Kündigung, letzter Arbeitstag und Abschied.

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