Maklerbüro in Konkurs
Nächste Millionenpleite in der Immobilienbranche

| Tobias Seifried 
| 09.06.2026

Laut den Gläubigerschützern dürften Nachfragerückgang, hohe Zinsen sowie gestiegene Anschaffungs- und Errichtungskosten die ausschlaggebenden Gründe für den Konkurs sein.

Über das Vermögen der MCI-Estate GmbH mit Sitz in Waidring wurde am Dienstag (9. Juni 2026) am Landesgericht Innsbruck ein Konkursverfahren eröffnet. Wie der KSV1870 und der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) bekannt gaben, erfolgte die Einleitung des Verfahrens über eigenen Antrag. 

Branchenkrise und unklare Ursachen

Zur konkreten Ursachenforschung machte MCI-Estate im Eröffnungsantrag keine Angaben. Der AKV hielt jedoch fest, dass das Maklerbüro in einem Sektor agiere, der aufgrund von starkem Nachfragerückgang, hohen Zinsen sowie gestiegenen Anschaffungs- und Errichtungskosten bereits seit Längerem von einer signifikanten Insolvenzwelle betroffen sei.

Komplexe Vermögenslage mit Millionenpassiva

Die wirtschaftliche Situation des Unternehmens stellt sich als äußerst angespannt dar. Laut eigenen Angaben belaufen sich die Passiva auf annähernd drei Millionen Euro. Demgegenüber steht auf der Aktivseite zwar eine Forderung gegen die Gesellschafterin in der Höhe von rund zwei Millionen Euro, diese soll jedoch laut Antrag uneinbringlich sein. Zudem verfügt die Gesellschaft über eine Liegenschaft in Waidring, welche allerdings pfandrechtlich belastet ist.

Weitere Vorgangsweise

Zum Insolvenzverwalter wurde der Kufsteiner Rechtsanwalt Matthias Atzl bestellt. Dieser werde nun zeitnah zu entscheiden haben, ob eine Fortführung des Maklerbetriebs ohne weitere Nachteile für die Gläubiger:innen möglich ist.

Die Berichts- und Prüfungstagsatzung sowie die allgemeine Gläubigerversammlung wurden für den 10. August 2026 am Landesgericht Innsbruck anberaumt. Forderungen können von Gläubiger:innen bis zum 27. Juli 2026 angemeldet werden.

www.akv.at

www.ksv.at

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