Video der Pharmig Generalversammlung
Pharmaindustrie sieht Österreich im Standortwettbewerb unter Zugzwang

| Larissa Bilovits 
| 09.06.2026

Bei der 72. Generalversammlung der Pharmig diskutierten Vertreter:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik darüber, wie Österreich als Standort für Forschung, Produktion und Arzneimittelversorgung gestärkt werden kann. LEADERSNET.tv fragte die Branchenexpert:innen nach aktuellen Herausforderungen und Chancen sowie den notwendigen politischen Weichenstellungen.

Die pharmazeutische Industrie zählt zu den innovationsstärksten Branchen des Landes und spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheitsversorgung sowie den Wirtschaftsstandort Österreich. Damit Forschung, Produktion und die Entwicklung neuer Therapien langfristig gesichert werden können, braucht es jedoch verlässliche politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Welchen Herausforderungen und Chancen der heimische Life-Sciences-Sektor derzeit gegenübersteht, war kürzlich Thema bei der 72. Generalversammlung der Pharmig, des Verbands der pharmazeutischen Industrie Österreichs.

Standortpolitik stand im Mittelpunkt

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Frage, wie Österreich vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten, steigender regulatorischer Anforderungen und wachsendem Kostendruck im internationalen Wettbewerb als Life-Sciences-Standort gestärkt werden kann. Dazu diskutierten Vertreter:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik im Rahmen einer Podiumsdiskussion über Versorgungssicherheit, Forschung, Innovation und attraktive Rahmenbedingungen für Investitionen. Teil des Panels waren Michaela Fritz (Vizerektorin für Forschung und Innovation an der Medizinischen Universität Wien), Anita Kienesberger (Obfrau von Die Allianz), Pharmig-Präsident Pavol Dobrocky, Staatssekretär Alexander Pröll, Barbara Teiber (Bundesvorsitzende der GPA) sowie René Tritscher (Geschäftsführer der Austrian Business Agency).

Wie Dobrocky dabei betonte, seien stabile Rahmenbedingungen nicht nur eine Voraussetzung für die Versorgung, sondern auch ein essenzieller Faktor dafür, ob Unternehmen in Österreich investieren. Planungssicherheit und stabile Bedingungen seien entscheidend, "damit wir unseren Beitrag leisten können, die Versorgung mit Arzneimitteln zu sichern, Innovation voranzutreiben und Therapien rasch zu den Patient:innen zu bringen." Im Gespräch mit LEADERSNET.tv formulierte er daraus eine konkrete Forderung: "In Österreich braucht es eine koordinierte Life-Science-Strategie, die Forschung, Produktion und Marktzugang gezielt miteinander verbindet."

Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog knüpfte daran mit dem Ruf nach einer stärker abgestimmten Standortpolitik an: "Ein leistungsfähiger Life-Sciences-Standort setzt voraus, dass Forschung, Produktion und Versorgung entlang einer gemeinsamen Strategie gedacht und umgesetzt werden. Dabei ist es wesentlich, dass Standort-, Forschungs- und Gesundheitspolitik klar aufeinander abgestimmt sind." Gegenüber LEADERSNET.tv appellierte er: "Die Politik muss verstehen, dass wir einen Dreiklang brauchen und die gesamte Wertschöpfungskette anschauen müssen. Wir brauchen Forschung, wir brauchen Entwicklung und wir brauchen Produktion hier in Österreich. Besonders wichtig ist aber, dass alle Produkte, die hier beforscht und produziert werden, auch den österreichischen Patient:innen zur Verfügung stehen."

Personelle Weichenstellungen

Neben den standortpolitischen Themen wurden im Zuge der Generalversammlung auch personelle Entscheidungen getroffen. Das Präsidium mit Präsident Pavol Dobrocky (Boehringer Ingelheim RCV), Vizepräsident Roland Huemer (Richter Pharma) sowie den beiden Vizepräsidentinnen Elisabeth Keil (Daiichi Sankyo Austria) und Nicole Daniela Schlautmann (Merck Sharp & Dohme) bleibt unverändert.

Darüber hinaus bestätigte die Generalversammlung die kooptierten Vorstandsmitglieder Michael Mayr (Fresenius Kabi Austria), Alexander Mülhaupt (Roche Austria) und Marco Pucci (Sandoz Austria). Dem Vorstand gehören weiterhin Mario Haller (Eli Lilly), Johann F. Kwizda (Kwizda Pharma), Elgar Schnegg (ratiopharm), Nina Thill (Vertex Pharmaceuticals Austria), Wolfgang Wacek (Sanova Pharma) sowie Bernhard Wittmann (Sigmapharm Arzneimittel) an.

Unsere Interviewpartner:innen

Neben Pavol Dobrocky (Präsident Pharmig) und Alexander Herzog (Generalsekretär Pharmig) holte LEADERSNET.tv auch noch René Tritscher (Austria Business Agency), Elisabeth Keil (Vorstandsmitglied und Vizepräsidentin Pharmig), Gunda Gittler (Vizepräsidentin der österreichischen Gesellschaft für Krankenhauspharmazie), Robin Rumler (Ehemaliger Präsident Pharmig), Michaela Fritz (Vizerektorin für Forschung und Innovation, MedUni Wien), Barbara Teiber (GPA-Vorsitzende) und Anita Kienesberger (Patient Advocate) vor die Kamera.

www.pharmig.at

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