Anlässlich des Tags der Miliz lud der Milizverband Österreich zur diesjährigen Miliz-Gala in die Wiener Maria-Theresien-Kaserne. Zahlreiche Gäste aus Militär, Wirtschaft und Interessenvertretungen folgten der Einladung. Durch das Programm führten Milizverbands-Präsident Armin Richter und Generalsekretär Christian Bayer.
Die Veranstaltung bot nicht nur Gelegenheit zum Austausch innerhalb der Milizgemeinschaft, sondern widmete sich auch aktuellen Fragen der österreichischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik.
Ehrenmitgliedschaft für Erwin Hameseder
Ein besonderer Programmpunkt war die Auszeichnung von Erwin Hameseder. Der Raiffeisen-Generalanwalt, Vorsitzende der Wehrdienstkommission und Milizoffizier im Rang eines Generalmajors wurde zum Ehrenmitglied des Milizverbandes Österreich ernannt. Mit der Ehrung würdigte der Verband Hameseders langjähriges Engagement für die Miliz sowie seinen Einsatz für die Weiterentwicklung des Wehrdienstsystems und der österreichischen Sicherheitsvorsorge.
Diskussion über die Zukunft des Wehrdienstes
Großen Raum nahm die Debatte über die künftige Ausgestaltung des Wehrdienstes ein. Mehrere Redner verwiesen auf die Empfehlungen der Wehrdienstkommission und forderten eine rasche politische Entscheidung über deren Umsetzung.
Hameseder sprach sich dafür aus, die Vorschläge nicht nur teilweise umzusetzen, sondern als Gesamtkonzept zu betrachten. Aus seiner Sicht brauche Österreich ein modernes und langfristig tragfähiges Modell, um die personelle Einsatzbereitschaft des Bundesheeres sicherzustellen.
Auch Armin Richter unterstrich die Bedeutung zeitnaher Entscheidungen. Angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen dürfe die Weiterentwicklung der Landesverteidigung nicht aufgeschoben werden.
Miliz als wichtiger Bestandteil der Sicherheitsvorsorge
In seinen Ausführungen verwies Richter auf die besondere Funktion der Miliz innerhalb des Bundesheeres. Milizsoldat:innen würden ihre militärische Ausbildung mit Erfahrungen aus unterschiedlichen Berufsgruppen verbinden und dadurch Fähigkeiten in beide Bereiche einbringen. Zugleich betonte er, dass eine leistungsfähige Miliz entsprechende Rahmenbedingungen benötige. Dazu zähle neben Ausbildung und Ausrüstung auch die Unterstützung durch Arbeitgeber:innen, die ihren Mitarbeiter:innen die Teilnahme an Übungen und Ausbildungsmaßnahmen ermöglichen.
Aktuelle Herausforderungen
Generalstabschef Rudolf Striedinger ging auf die sicherheitspolitische Lage und die Anforderungen an die österreichische Landesverteidigung ein. Er verwies darauf, dass Verteidigungsfähigkeit langfristig aufgebaut werden müsse und entsprechende Investitionen Zeit benötigten. Positiv bewertete er die in den vergangenen Jahren gesetzten budgetären Maßnahmen für das Bundesheer. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Stärkung der militärischen Fähigkeiten weiterhin eine zentrale Aufgabe bleibe.
Wirtschaft als wichtiger Partner
Die Zusammenarbeit zwischen Bundesheer und Unternehmen war ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung. Dabei wurde hervorgehoben, dass zahlreiche Arbeitgeber:innen ihre Mitarbeiter:innen bei der Ausübung ihrer Miliztätigkeit unterstützen und damit einen Beitrag zur Einsatzbereitschaft der Streitkräfte leisten.
Peter Koren, stellvertretender Generalsekretär der Industriellenvereinigung, sprach sich für eine breite Diskussion über Sicherheitsfragen aus und verwies auf die Bedeutung einer funktionierenden Landesverteidigung für den Wirtschaftsstandort Österreich.
Miliz-Gütesiegel für engagierte Unternehmen
Vorgestellt wurde auch das Miliz-Gütesiegel, das an Unternehmen vergeben wird, die Milizsoldat:innen besonders unterstützen. Oberstleutnant Markus Matzhold erläuterte die Initiative, die mittlerweile von rund 200 Betrieben getragen wird.
Das Gütesiegel soll das Engagement jener Arbeitgeber:innen sichtbar machen, die ihren Mitarbeiter:innen die Wahrnehmung militärischer Verpflichtungen ermöglichen und damit einen Beitrag zum Funktionieren des Milizsystems leisten, so Matzhold abschließend.
LEADERSNET war bei der Veranstaltung. Einen Eindruck können Sie sich hier machen.
www.milizverband.at
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