Ferdinand O. Fischer
Harley-Davidson-Pionier wurde mit Goldenem Verdienstzeichen geehrt

| Larissa Bilovits 
| 19.05.2026

Ferdinand O. Fischer prägte die Harley-Davidson-Szene in Österreich über Jahrzehnte hinweg und baute rund um die Marke eine große Community auf. Im NÖ Landhaus wurde er nun mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.

Manche Persönlichkeiten prägen nicht nur einen Markt, sondern schaffen rund um ihr Wirken auch eine Gemeinschaft. Ferdinand O. Fischer ist hierzulande ein bekanntes Beispiel dafür: Als Harley-Davidson-Pionier baute er nicht nur ein Unternehmen auf, sondern brachte über Jahrzehnte hinweg Menschen zusammen. Dazu zählt auch sein Engagement als Gründer der Harley-Davidson-Charity-Tour, die allein 2025 mehr als 331.000 Euro für muskelkranke Menschen sammelte (LEADERSNET berichtete). Vor diesem Hintergrund wurde Fischer diese Woche im Millenniumssaal des NÖ Landhauses mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.

Aus einer Marke wurde eine Gemeinschaft

NÖ-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner würdigte Fischer im Rahmen der Ehrenzeichenverleihung als "einen Menschen, der Unternehmergeist, Gemeinschaftssinn und soziales Engagement auf ganz besondere Weise verbindet". Besonders hob sie seinen Beitrag zum Aufbau der heimischen Harley-Davidson-Szene hervor. "Ferdi Fischer hat nicht nur ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut, sondern über Jahrzehnte hinweg eine echte Gemeinschaft geschaffen. Mit Leidenschaft, Handschlagqualität und Zusammenhalt hat er aus einer Marke ein Lebensgefühl gemacht", betonte Mikl-Leitner.

Neben dem unternehmerischen Wirken stand auch Fischers soziales Engagement im Mittelpunkt. Mit der vor fast 30 Jahren gegründeten Harley-Davidson-Charity-Tour habe er gezeigt, "dass wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung wunderbar Hand in Hand gehen können". Unter dem Motto "Laut für die Leisen – stark für die Schwachen" wurden in den vergangenen Jahrzehnten insgesamt fast sieben Millionen Euro für muskelkranke Kinder und Familien in schwierigen Lebenssituationen gesammelt. "Menschen wie Ferdi Fischer tun unserem Land gut. Menschen, die anpacken statt nur reden. Die andere mitreißen, Verantwortung übernehmen und dabei nie auf jene vergessen, die Unterstützung brauchen", so die Landeshauptfrau. Besonders freue es sie, dass Fischer, dessen Lebensmittelpunkt heute in Niederösterreich liege, diese Auszeichnung in der niederösterreichischen Landeshauptstadt entgegennehmen könne. Zum Abschluss dankte sie ihm für seinen Mut, seine Leidenschaft und sein großes Herz.

Was hinter dem "Harley-Papst" steckt

Die Laudatio hielt Musiker und Moderator Harry Prünster. Er erinnerte daran, dass Fischer im Jahr 1992 den Zuschlag als erster Harley-Davidson-Händler Österreichs erhalten hatte. "Und ausgerechnet jener Mann, der Bibel, Staatsoper und klassische Gedichte mehr schätzt als Sex, Drugs & Rock'n'Roll, wurde wichtigster Harley-Händler und eine Persönlichkeit." In seiner Community werde Fischer nicht ohne Grund der "Harley-Papst" genannt, sagte Prünster. "Ferdi Fischer hat der Welt etwas gegeben, das weit über Motorräder hinausgeht: Gemeinschaft, Zusammenhalt, Begegnung und soziales Engagement", so der Laudator weiter mit Blick auf die Harley-Davidson-Charity-Tour. An den Geehrten gerichtet sagte er: "Du bist Unternehmer, Visionär, Menschen-Fischer – ganz einfach ein Original mit Tiefe, mit Stil und Charakter."

"Zurückgeben gehört zum Menschsein dazu"

Fischer selbst zeigte sich in seinen Dankesworten schließlich überaus bewegt. Die Würdigung und das Lob, das er im Zuge der Ehrenzeichenverleihung erfahren habe, seien "Labsal für die Seele". Er dankte seiner Frau, seiner Familie, seinen Freunden und Wegbegleitern für die jahrzehntelange Unterstützung. Zu seinem sozialen Engagement sagte er: "Irgendwann war mir klar, ich möchte nicht nur Luxus verkaufen, sondern auch etwas zurückgeben, denn das gehört zum Menschsein dazu. Nicht nur konsumieren, sondern auch für andere etwas tun – erst dann ist ein Leben vollendet."

Musikalisch begleitet wurde die Verleihung vom Chor "Die Kantorei Oberschützen", dem auch Ferdinand O. Fischer angehört. Gemeinsam mit dem Chor sang der Geehrte "Hallelujah" von Georg Friedrich Händel. Darüber hinaus las der österreichische Schauspieler Felix Kurmayer das Gedicht "Stufen" von Hermann Hesse.

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