Der Gemüse-Revolutionär
Yotam Ottolenghi als neuer Gault&Millau-Ambassador ausgezeichnet

Sein Name steht heute als Synonym für eine ganz neue kulinarische Philosophie. Weil er anspruchsvolle Geschmackswelten für jede:n zugänglich macht, erhielt der israelisch-stämmige Ausnahme-Gastronom jetzt eine der renommiertesten Ehrungen der Genusswelt.

Der Genussführer Gault&Millau zählt seit Jahrzehnten zu den einflussreichsten Instanzen der internationalen Gastronomie. Mit seinem renommierten Bewertungssystem setzt der Guide weltweit Maßstäbe für kulinarische Exzellenz und rückt die kreativsten Köpfe der Küchenwelt ins Rampenlicht. Doch Leidenschaft für gutes Essen findet nicht nur in der Spitzenküche statt. Das weiß auch Gault&Millau und setzt genau hier mit der Auszeichnung "Ambassador" an. 

Ausgezeichnete Botschafter:innen des Geschmacks

Dabei handelt es sich um einen Ehrentitel, der an außergewöhnliche Persönlichkeiten verliehen wird, die ihr Leben der Förderung hochwertiger Lebensmittel und der Vermittlung von echter Genusskultur gewidmet haben. In der Vergangenheit erhielten diese Würdigung bereits unterschiedliche Pioniere – darunter König Charles III., Wolfgang Puck (LEADERSNET berichtete) oder auch Tim Mälzer (LEADERSNET berichtete). Was sie alle eint, ist die Fähigkeit, Menschen über das Essen zu begeistern und Kultur zu prägen.

Yotam Ottolenghi mit der Auszeichnung zum Gault&Millau-Ambassador 2027 © Hannes Winkler/www.goodlifecrew.com

Vom Vorbild zum Botschafter

Dass die Wahl in diesem Jahr auf den israelisch-stämmigen Kochbuchautor Yotam Ottolenghi ist, ist kein Zufall. So prägte er mit seinem kulinarischen Ansatz die moderne westliche Küche. Durch seine Kochbücher und Rezepte veränderte er die Wahrnehmung von Gemüse, Gewürzen und Esskultur nachhaltig. Seine Küche verbindet komplexe Geschmacksprofile mit einer einfachen, zugänglichen Zubereitung im Alltag.

"Für mich ist es ein Moment, der mir bewusst macht, was ich tue: Wenn ich in der Früh in die Arbeit gehe, habe ich nicht die Mission, das Leben anderer Menschen zu bereichern. Ich gehe in die Testküche und liebe meine Arbeit. Und ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten. Dass ich mit meiner Arbeit viel internationale Aufmerksamkeit bekomme, wird mir erst an Abenden wie diesem bewusst und ist alles andere als selbstverständlich für mich", so der neue Gault&Millau-Ambassador, der die Urkunde am 18. Mai 2026 im Wiener Restaurant Tian Bistro persönlich entgegennahm.

Gastgeber Paul Ivić vom Restaurant Tian freute sich besonders über den prominenten Gast, da er Ottolenghi als großes Vorbild sieht. In seiner Rede fasste er dessen Wirkung so zusammen: "Essen kann Menschen und Kulturen zusammenbringen. Yotam veränderte die Art und Weise, wie Menschen auf der ganzen Welt mit Gemüse und Aromen kochen."

Yotam Ottolenghi (l.) und Spitzenkoch Paul Ivic´© Hannes Winkler/www.goodlifecrew.com

Ein Brückenbauer zwischen Demokratie und Genuss

Yotam Ottolenghi, geboren 1968 in Jerusalem, hat deutsche, italienische und österreichische familiäre Verbindungen. Bei der Verleihung des Ambassador-Titels erinnerte er sich an frühere Besuche: "Durch meine Wurzeln kann ich mich an Aufenthalte in Wien in meiner Kindheit erinnern. Besonders die Fritattensuppe habe ich nicht vergessen und werde ich morgen gleich wieder essen."

Nach Stationen in Amsterdam und London absolvierte er an der Kochschule Le Cordon Bleu eine Ausbildung zum Patissier. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem palästinensischen Koch Sami Tamimi. Gemeinsam eröffneten sie in London mehrere Restaurants und Delikatessenläden mit Fokus auf die moderne levantinische Küche. Durch seine internationalen Kochbücher, die vor allem Gemüse und westasiatische Aromen thematisieren, erlangte Ottolenghi weltweite Bekanntheit. Zudem trug er entscheidend dazu bei, ehemals nischige Zutaten wie Za'atar, Sumach und Granatäpfel international im Lebensmitteleinzelhandel und in Privathaushalten zu etablieren. Die von ihm geprägte levantinische Küche gilt heute als Sinnbild für eine offene und lebendige Genusskultur.

Gemüse-Pionier

Bereits vor dem aktuellen Trend zur rein pflanzlichen Ernährung stellte Ottolenghi das Gemüse konsequent in den Mittelpunkt seiner Gerichte. Er erweiterte die vegetarische Küche um vielseitige Geschmackskomponenten, die ohne den Gedanken von Verzicht auskommen, und verhalf dabei auch einfachen Zutaten wie Blumenkohl zu neuer Popularität. Seine Küche verbindet die Traditionen Südwestasiens mit westlichen Kochtechniken und schafft so kulinarische Diplomatie. Dieser integrative Ansatz bringt Menschen am Tisch zusammen und setzt ein Zeichen für Austausch über religiöse und politische Grenzen hinweg.

Durch seine Bücher und Restaurants erleichtert Ottolenghi vielen Menschen den Zugang zum Kochen. Er verbindet dabei fundierte Fachkenntnis mit intuitiver Verständlichkeit. Als Gault&Millau Ambassador steht er für eine zeitgemäße Esskultur, die den kulinarischen Austausch und das gesellschaftliche Miteinander in den Vordergrund stellt.

Die bisherigen Ambassadors des Jahres sehen Sie in der Infobox. 

www.gaultmillau.at

Bisherige "Ambassador des Jahres" im Überblick

  • 2025 Tim Mälzer
  • 2024 Piero Antinori
  • 2023 Wolfgang Puck
  • 2022 König Charles III.
  • 2021 Tobias und Julia Moretti
  • 2020 Michael Schade
  • 2019 Andreas Vitásek
  • 2018 Wilhelm Klinger
  • 2017 Florian Scheuba
  • 2015 Bernhard Paul
  • 2014 Heinz Marecek
  • 2012 Erwin Steinhauer
  • 2011 Sarah Wiener
  • 2010 Dominique Meyer
  • 2009 Dr. Michael Häupl
  • 2008 Hanno und Irmi Soravia
  • 2007 Hans-Peter Haselsteiner
  • 2006 Peter Simonischek

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Bisherige "Ambassador des Jahres" im Überblick

  • 2025 Tim Mälzer
  • 2024 Piero Antinori
  • 2023 Wolfgang Puck
  • 2022 König Charles III.
  • 2021 Tobias und Julia Moretti
  • 2020 Michael Schade
  • 2019 Andreas Vitásek
  • 2018 Wilhelm Klinger
  • 2017 Florian Scheuba
  • 2015 Bernhard Paul
  • 2014 Heinz Marecek
  • 2012 Erwin Steinhauer
  • 2011 Sarah Wiener
  • 2010 Dominique Meyer
  • 2009 Dr. Michael Häupl
  • 2008 Hanno und Irmi Soravia
  • 2007 Hans-Peter Haselsteiner
  • 2006 Peter Simonischek

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