Österreichweite Datenanalyse
Mietpreise steigen deutlich, obwohl mehr Wohnungen verfügbar sind

| Redaktion 
| 19.04.2026

Mehr Angebot sorgt laut einer österreichweiten Analyse nicht für Entlastung. In einigen Bundesländern stiegen die Kosten im ersten Quartal 2026 ordentlich an, während sich der Markt nur leicht entspannt.

Im ersten Quartal 2026 lagen die Angebotsmieten für Wohnungen und Häuser im Schnitt bei 16,09 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht einem Anstieg von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig hat sich das Angebot um neun Prozent erhöht, während die Nachfrage österreichweit um zwei Prozent zulegte. Das sind die aktuellen Zahlen einer ImmoScout24-Datenanalyse. 

"Nach einer spürbaren Angebotsverknappung in den letzten Jahren sehen wir aktuell eine leichte Entspannung am Mietmarkt. Viele Suchende interessieren sich wieder mehr für das Kaufen und dementsprechend weniger für das Mieten von Immobilien. Doch damit sind die strukturellen Probleme und der langfristige Wohnraummangel nicht aus der Welt geschafft. Neue Wohnungen in beliebten Städten haben ihren Preis – und der steigt auch weiter", so Joseph Obiegbu, Geschäftsführer von ImmoScout24 Österreich.

Bundesländer im Detail

Die Preisentwicklung fällt regional unterschiedlich aus. In Wien stiegen die Mieten um zehn Prozent von 20,42 Euro auf 22,41 Euro pro Quadratmeter, bei gleichzeitig zehn Prozent mehr Angebot und einem Rückgang der Nachfrage um vier Prozent. In Salzburg erhöhten sich die Preise um fünf Prozent auf 21,23 Euro, während die Nachfrage um elf Prozent zurückging und das Angebot um sechs Prozent wuchs. Tirol verzeichnete einen moderaten Preisanstieg von zwei Prozent auf 21,13 Euro. Gleichzeitig stieg die Nachfrage um 16 Prozent und das Angebot um neun Prozent.

Veränderung Angebotspreise Miete - 1. Quartal 2026 © ImmoScout24

In Vorarlberg legten die Mieten um drei Prozent auf 19,71 Euro zu. Die Nachfrage erhöhte sich um elf Prozent, das Angebot um 15 Prozent. Kärnten wies einen Preisanstieg von zehn Prozent auf 15,13 Euro auf. Sowohl Nachfrage als auch Angebot stiegen um jeweils elf Prozent beziehungsweise neun Prozent. In der Steiermark erhöhten sich die Mieten um zwölf Prozent auf 13,85 Euro. Die Nachfrage legte um 14 Prozent zu, das Angebot um vier Prozent.

Oberösterreich verzeichnete ein Plus von elf Prozent auf 13,29 Euro pro Quadratmeter. Die Nachfrage stieg um sechs Prozent, das Angebot ebenfalls um vier Prozent. In Niederösterreich lag der Preisanstieg bei vier Prozent auf 12,98 Euro. Gleichzeitig wurde hier mit 18 Prozent das stärkste Angebotsplus registriert, während die Nachfrage um neun Prozent zunahm. Das Burgenland bildet die Ausnahme: Hier sanken die Mieten um zehn Prozent auf 11,72 Euro. Gleichzeitig ging die Nachfrage um neun Prozent zurück, während das Angebot um vier Prozent stieg.

Mehr Angebot bringt keine echte Entlastung

In mehreren Regionen ist die Zahl der verfügbaren Mietobjekte deutlich gestiegen, allen voran in Niederösterreich, Vorarlberg und Wien. Trotz dieses Zuwachses bleibt die Leistbarkeit angespannt.

"In Kombination mit der stabilen Nachfrage bedeutet das kurzfristig in einigen Regionen eine leichte Entlastung am Mietmarkt. Für die einzelnen Suchenden zählt aber natürlich auch die Leistbarkeit und die ist durch das größere Angebot generell nicht besser geworden", sagt Obiegbu abschließend.

www.immobilienscout24.at

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