ImmoScout24-Analyse für 2025
Interesse an Einfamilienhäusern gewinnt wieder an Dynamik

| Redaktion 
| 12.03.2026

Die Nachfrage steigt laut aktueller Analyse von ImmoScout24. Gleichzeitig legten 2025 auch die Angebotspreise wieder zu. Branchenvertreter sehen darin eine Fortsetzung der Trendwende nach dem Markteinbruch 2023. 

Der heimische Markt für Einfamilienhäuser zeigt wieder deutlich mehr Bewegung. Eine aktuelle Auswertung von ImmoScout24 zeigt, dass sowohl die Nachfrage als auch die Angebotspreise 2025 gestiegen sind. Nach dem Einbruch im Jahr 2023 setzt sich damit laut Markus Dejmek, Österreich-Chef von ImmoScout24, die bereits 2024 begonnene Erholung fort. 

Nachfrage steigt trotz höherer Preise 

Der durchschnittliche Angebotspreis für Einfamilienhäuser 2025 lag laut der Analyse bei rund 4.070 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht einem Plus von sechs Prozent im Vergleich zu 2024. Parallel dazu nahm auch die Nachfrage auf der Plattform ImmoScout24 zu und lag um acht Prozent über dem Niveau von 2024. "Wir beobachten eine deutliche Belebung der Nachfrage nach Einfamilienhäusern. Trotz gestiegener Angebotspreise nimmt das Interesse am Immobilienkauf weiter zu. Nach dem Einbruch im Jahr 2023 setzt sich damit die Trendwende, die bereits 2024 eingesetzt hat, weiter fort", sagt Markus Dejmek.

Regionale Unterschiede 

Je nach Bundesland unterscheiden sich die Angebotspreise deutlich. Für ein Einfamilienhaus mit rund 150 Quadratmetern Wohnfläche wurden 2025 im Durchschnitt 375.000 Euro im Burgenland und rund 1.167.000 Euro in Tirol verlangt. Laut der Analyse stieg die Nachfrage besonders stark in Vorarlberg mit einem Plus von 28 Prozent sowie in Wien mit einem Zuwachs von 23 Prozent. Österreichweit wurden Einfamilienhäuser im Jahr 2025 im Schnitt um acht Prozent häufiger nachgefragt als im Jahr davor. 

Bauträger bestätigt steigendes Interesse 

Auch aus Sicht von Projektentwicklern zeigt sich eine steigende Nachfrage nach Einfamilienhäusern. Lukas Sattlegger, Geschäftsführer des Bauträgers Glorit, beobachtet vor allem seit Ende 2024 ein zunehmendes Interesse an neuen Wohnmöglichkeiten. "Wir beobachten insbesondere seit Ende 2024 eine deutlich zunehmende Nachfrage nach hochwertig geplanten Einfamilienhäusern mit guter öffentlicher Anbindung vom Stadtrand in die Innenstadt. Viele Familien beschäftigen sich wieder aktiv mit einer möglichen neuen Wohnsituation. Gerade zu Frühlingsbeginn merken wir, dass das Interesse an einem Haus mit Garten sowie viel Licht, Luft und Raum spürbar steigt. Das Bedürfnis nach mehr Lebensqualität und langfristiger Sicherheit durch Eigentum ist klar vorhanden", so Sattlegger. 

Laut Sattlegger spiegeln sich diese Entwicklungen auch in den Verkaufszahlen wider. "In den vergangenen zwei Jahren konnten wir unsere Verkaufszahlen in Bezug auf Häuser um rund 130 Prozent steigern. Aus diesem Grund können wir heuer unsere Produktionskapazitäten wieder um 30 Prozent erweitern. Wir gehen für 2026 von steigenden Absatzzahlen im Segment Einfamilienhäuser aus. Gleichzeitig sehen wir, dass sich viele Marktteilnehmer:innen in diesem Segment aufgrund finanzieller Herausforderungen aus der Projektentwicklung zurückziehen mussten. Das wird in den kommenden Jahren zu einem strukturell geringeren Angebot führen. Treffen steigende Nachfrage und sinkendes Angebot aufeinander, entsteht naturgemäß Preisdruck nach oben", sagt der Experte.  

Forderung nach politischer Unterstützung

Sattlegger spricht sich zudem für politische Maßnahmen aus, um den Erwerb von Wohneigentum zu erleichtern. Dabei verweist er auf die derzeit gültige Gebührenbefreiung bei der Eintragung ins Grundbuch.

"Ein wichtiger Impuls ist die aktuell noch geltende Gebührenbefreiung bei der Eintragung ins Grundbuch. Der Entfall der 1,1 Prozent Eintragungsgebühr und der zusätzlich 1,2 Prozent Eintragung für Pfandurkunden läuft mit 30. Juni 2026 aus. Je nach Kaufpreis können Käufer:innen dadurch bis zu rund 17.000 Euro sparen. Das ist ein spürbarer Betrag, insbesondere für junge Familien. Aus unserer Sicht wäre es sinnvoll, diese Maßnahme zu verlängern und auch über eine Ausweitung, etwa auf die Grunderwerbsteuer von 3,5 Prozent, nachzudenken. Eine nachhaltige Entlastung bei den Erwerbsnebenkosten würde die Eigentumsquote stärken, den Vermögensaufbau erleichtern und gleichzeitig wichtige Impulse für die heimische Bau- und Immobilienwirtschaft setzen."

Langfristige Nachfrage bleibt stabil

Globale Entwicklungen wie geopolitische Konflikte, Ölpreise oder Inflationssorgen sieht Sattlegger derzeit nicht als entscheidenden Faktor für Kaufentscheidungen. "Grundsätzlich gilt, dass der Bedarf an Wohnraum und der Wunsch nach Eigentum langfristige Trends sind. Kurzfristige Schwankungen bei Inflation oder Zinsen beeinflussen das Timing, ändern aber nicht die strukturelle Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Einfamilienhäusern in guten Lagen", so der Glorit-Geschäftsführer. 

Auch ImmoScout24 erwartet eine positive Entwicklung, sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stabil bleiben. "Wir konnten auf unserer Plattform beobachten, wie zuerst die Nachfrage der Nutzer:innen anstieg, bevor man Monate später am Markt die Bewegung bei Transaktionen und Preisen sehen konnte. Deshalb sind wir auch zuversichtlich für die Branche, was 2026 betrifft, sofern die ökonomischen Rahmenbedingungen – insbesondere das Zinsniveau – stabil bleiben", so Dejmek abschließend.

www.immobilienscout24.at

www.glorit.at

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