Herbst der Herausforderungen

| Redaktion 
| 28.08.2022

Gastkommentar von Ralf-Wolfgang Lothert, Mitglied der Geschäftsleitung und Director Corporate Affairs & Communication von JTI Austria. 

Ende August bedeutet für viele auch Ende der Urlaubszeit, in der sich – so hoffe ich – alle gut erholen und Kraft schöpfen konnten. Diese Kraft werden wir brauchen, für den anstehenden Herbst und wahrscheinlich vor allem für den Winter. Mein persönlicher Sommer hat sich recht arbeitsintensiv gestaltet, geprägt von vielen interessanten, teilweise aber auch beunruhigenden Gesprächen, die ich auf meinen Reisen in Berlin, Wien, Salzburg und zuletzt ganz aktuell in Alpbach geführt habe.

"Wie soll es weitergehen"

Über allen Gesprächen schwebte die große Frage, "wie es denn nun weitergehen soll", wie wir all die Herausforderungen, denen wir uns gegenübersehen, meistern sollen. Ein Ende aller Krisen – Gesundheit, Wirtschaft, Klima, Ukraine – oder auch nur einer einzigen davon ist nicht in Sicht. Trotzdem hilft es nichts, den Kopf in den Sand zu stecken, sondern mit Optimismus das zu tun, was möglich ist.

Die Bevölkerung ist sich, so mein Eindruck, noch nicht zur Gänze bewusst, was alles auf uns zukommen wird – dass es kein Zuckerschlecken wird, soviel steht leider fest. Es ist vielleicht auch einer gewissen Angst geschuldet, dass uns Politiker:innen hier keinen reinen Wein einschenken. Klar, die ungeschminkte Wahrheit ist unpopulär und könnte die Anzahl der Wählerstimmen oder Umfragewerte negativ beeinflussen. Am Ende vertragen die Bürger*innen die Wahrheit besser als die meisten denken und es ist einfacher, eine unangenehme Wahrheit transparent und direkt zu erfahren, als dass sie später unverhofft aufpoppt.

Sanktionen zeigen Wirkung

In Hinblick auf den Ukraine Krieg zeigen die Sanktionen gegen Russland langsam aber sicher Wirkung. Deshalb dürfen wir, dürfen die politisch Verantwortlichen nun keinesfalls einknicken, wenn es nicht noch schlimmer werden soll. Es müssen jetzt die Voraussetzungen für mehr Sicherheit und auch Unabhängigkeit geschaffen werden. Das betrifft insbesondere die Energiesicherheit – und wenn dies übergangsweise ein Ausweichen zurück zu Kohle und Atomkraft bedeutet, dann ist das nun einmal so. Parallel dazu muss genauso intensiv an der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien gearbeitet werden.

Arbeit muss sich lohnen

Der Arbeitsmarkt muss wieder in die Gänge kommen, wir müssen wettbewerbsfähiger werden. Dazu müssen aber die richtigen Rahmenbedingungen hergestellt werden, im Klartext: Arbeiten muss sich lohnen, sodass sich die Leistungen des Sozialstaates auf ein Minimum reduzieren können. Dabei spielt natürlich die Eigenverantwortung eine ganz erhebliche Rolle – es muss einfach auch wieder attraktiver werden, für sein eigenes Auskommen zu sorgen, als sich in die buchstäbliche Hängematte zu legen und darauf zu warten, dass die gebratenen Tauben geflogen kommen. Sie wissen, worauf ich hinauswill.

Blicken wir nach Deutschland, dort wird Bundesminister Lindner angegriffen, weil er die vorherrschende "Gratismentalität" bemängelt, und zwar nicht nur, weil die anstehende Abschaffung des 9-Euro-Tickets Wellen schlägt. Er liegt meiner Meinung nach gar nicht falsch, denn viele Bürger:innen sind tatsächlich der Meinung, das Geld wachse auf den Bäumen. Daher braucht es wieder ein realistisches Verhältnis zum Geld per se und somit mehr Verständnis, wo es denn eigentlich herkommt, wer es erarbeitet und was es letztendlich bedeutet, Schulden zu machen.

Deshalb: die, die Leistung erbringen, müssen belohnt – das heißt steuerlich entlastet – werden. Leistung muss, wie vorher bereits erwähnt, attraktiv sein, wenn wir nicht wollen, dass das gesamte System implodiert.

Erfolgreiche und ausgezeichnete Arbeitgeber, wie JTI Austria einer ist, bieten ihren Mitarbeiter:innen genau das: Teilhabe, Transparenz, Anerkennung, Anreizsysteme, etc., denn sie sind es, die das System am Laufen halten, aber es muss sich halt auch auszahlen.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen produktiven Start in den Herbst, mit vielen guten neuen Ideen, Optimismus und Mut, die Dinge anzugehen, die sicher schwierig, aber nicht unmachbar oder gar unlösbar sind!

www.jti.com 


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