Die Präsentation des KEP (Kurier-, Express- & Paketdienst) Branchenreports 2022 gibt ein Fazit und Ausblick.
Zuwachs während Pandemie
Während der Corona-Pandemie stieg das Paketaufkommen in Wien um 35 Prozent auf 128 Millionen Stück. "Eine überdurchschnittliche Steigerung die einer überdurchschnittlichen Leistung der gesamten KEP Branche benötigte", so Davor Sertic, Spartenobmann Transport und Verkehr der Wirtschaftskammer Wien anlässlich der Präsentation des KEP Branchenreports 2022.
128 Millionen Pakete wurden im Jahr 2021 in Wien zugestellt – das bedeutet rund 109 Pakete pro Haushalt oder 350.000 Pakete pro Tag. "Legt man diese Pakete auf der A1 nebeneinander, könnte man jeden Tag Sankt Valentin erreichen". Das Paketaufkommen in Wien wird weitersteigen, wenn auch nicht mehr so stark. In den nächsten Jahren wird ein Wachstum im einstelligen Prozentbereich jährlich erwartet. "Im Extremfall, erreichen wir schon 2030 die 200 Millionen Pakete-Marke. Dafür müssen jetzt die Weichen gestellt werden", so Sertic.
Letzte Meile als Zukunftsthema
Um das Ziel der Verkehrsberuhigung und der emissionsfreien Zustellung zu schaffen, brauche es die richtigen Rahmenbedingungen. "Dieses Ziel erreichen wir einerseits mit emissionsfreien Transportmitteln und andererseits mit Mikro Hubs in urbanen Gebieten", so Sertic.
Um die Flotten der Kleintransporteure zu elektrifizieren, sei der Infrastrukturausbau wichtig. Vor allem würden große Flottenbetreiber die Sicherheit haben müssen, ihre E-Fahrzeuge verlässlich laden zu können: "Zu Spitzenzeiten kann das Stromnetz an seine Grenzen kommen. Unternehmen müssen sich darauf verlassen können, nicht mit leeren Akkus in den Tag zu starten. In weiterer Folge leiden die Konsumenten unter Lieferverzögerungen."
Fachkräftemangel und steigende Kosten als Sorgenpunkte
"Das Paketaufkommen wird noch größer werden. Das bedeutet, dass wir auch mehr Menschen in der Branche benötigen", so Pokorny. Um die künftigen Volumina zu stemmen, werden neue Arbeitszeit-Modelle, beispielsweise Teilzeit-Modelle, entwickelt und mehr auf Paketboxensysteme gesetzt.
Eine weitere Herausforderung für die Branche sind die steigenden Kosten. "Im KEP Bereich wirkt sich jede Teuerung im Mobilitätsbereich gleich extrem aus. Die Fahrzeuge sind die wichtigsten Betriebsmittel. Die Transportkosten sind seit Jahresbeginn um über 20 Prozent gestiegen. Hauptkostentreiber sind natürlich die gestiegenen Energiepreise, aber auch höhere Kosten für Wartungen, Service und Ersatzteile. Eine zielgenaue Entlastung der Unternehmer lässt aber noch auf sich warten", so Pokorny.
Wien über Österreich und Deutschland Schnitt
In Wien werden pro Einwohner mehr Pakete transportiert als in Rest-Österreich und sogar Deutschland. "Mit 52 Paketen pro Einwohner hat Wien die Nase vorn und verzeichnet fast doppelt so viele Paketbewegungen wie der Österreich-Schnitt. Stark ist hier vor allem der Privatkundensektor. Mittlerweile entfallen fast 80 Prozent aller Sendungen auf diesen Sektor, während der B2B Bereich seit Jahren stetig abnimmt", so Jürgen Schrampf, Geschäftsführer Econsult und Studienautor.
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