Aus für Laudamotion und erste neue Flugliniengründung "nach Corona"

Die Ryanair-Tochter wird geschlossen und unter maltesischer Flagge als Lauda Europe Ltd. neu gegründet.

Es gibt Neuigkeiten von Laudamotion – und zwar jene, dass es bald nichts mehr über die ursprünglich von Rennfahr-Legende Niki Lauda gegründete und dann von Ryanair übernommene Günstig-Airline zu berichten gibt. Zumindest nicht unter diesem Namen – denn, wie es unsere Kollegen von austrianaviation.net so treffend formulieren: der Billigflieger "wechselt quasi die Staatsbürgerschaft". Das zum jetzigen Zeitpunkt noch österreichische Unternehmen wird nämlich geschlossen und künftig unter neuem Namen und unter maltesischer Flagge fliegen, und zwar als "Lauda Europe Ltd.". Zu diesem Zwecke wurde eigens eine neue Fluggesellschaft gegründet, die im Laufe des Jahres 2020 die Tätigkeit der bisherigen Laudamotion GmbH übernehmen wird, wie Ryanair-Boss David O'Brien gegenüber AviationNetOnline bestätigte.

Die heutige Laudamotion GmbH wird ihre österreichischen Zertifikate und Zulassungen nach dem Abschluss des Aufbaus der Lauda Europe Ltd. zurückgeben und wird anschließend geschlossen. Den Betrieb der Airbus-Flotte übernimmt das maltesische Unternehmen. Dies hat auch zur Folge, dass die OE-Registrierungen auf den Flugzeugen durch 9H (Malta) ersetzt werden. Die Hauptverwaltung der neuen Ryanair-Tochter wird sich auf den maltesischen Inseln befinden. Dort werden auch die Nominated Persons (vormals Postholder) tätig sein. In Österreich verbleibt eine kleine Außenstelle, die sich um einige flugrelevante Dinge kümmern wird. Das bedeutet auch, dass es für die Verwaltungsmitarbeiter die Möglichkeit zum Übertritt zu Lauda Europe Ltd. geben wird.

Erstflug im Herbst 2020

Lauda Europe Ltd. plant im November 2020 den Erstflug durchzuführen. Die Geschäftsführer David O'Brien und Andreas Gruber werden künftig sowohl in Malta als auch in Schwechat tätig sein und ihre Schreibtische haben. David O'Brien betonte, dass Lauda Europe Ltd. den kompletten Airbus-Betrieb der heutigen Laudamotion GmbH übernehmen wird und das heutige österreichische Unternehmen nach Abschluss des Übergangsprozesses geschlossen wird.

Für das fliegende Personal bedeutet das, dass jene Mitarbeiter, die den neuen Lauda-Kollektivvertrag (Österreich) akzeptiert haben, einen neuen Job bei Lauda Europe Ltd. angeboten bekommen. Aus rechtlichen Gründen müssen OCC-Schulungen für das neue AOC durchgeführt werden.

Wechsel bringe "steuerliche Vorteile für Beschäftigte"

Lauda-Chef David O'Brien sagte, dass der Wechsel in ein maltesisches AOC Vorteile für die Beschäftigten habe. Die Zahlung der Einkommenssteuern erfolgt künftig am Ort der jeweiligen Basis und nicht mehr in Wien. Dies wirkt sich insbesondere für die Basis Düsseldorf sowie in Palma de Mallorca aus, denn diese entrichten bislang ihre Lohnsteuern in Österreich. Aufgrund der maltesischen Rechtslage werden Sozialabgaben und Steuern nicht an der Homebase (künftig Luqa), sondern am jeweiligen Ort der Station (z.B. Düsseldorf, Wien, Palma) bezahlt.

Dies würde für viele Beschäftigte finanzielle Vorteile bringen und den Aufwand, bedingt durch so genannte Doppelbesteuerungsabkommen, minimieren. Lauda Europe Ltd. soll in den nächsten Jahren wieder wachsen und neue Bases eröffnen. In die Karten lässt sich dabei David O'Brien nicht blicken und verweist darauf, dass momentan aufgrund der COVID-19-Situation keine kurzfristigen Expansionsschritte zu erwarten sind. Neue Stützpunkte werde man daher eher im Sommer 2021 eröffnen, beispielsweise in Zadar. Diese Base wurde aufgrund der Corona-Pandemie für das Jahr 2020 abgesagt und ins kommende Jahr verschoben. Die künftigen kroatischen Beschäftigten würden daher ihre Lohnsteuern nicht in Österreich, sondern in Kroatien bezahlen, was im Einzelfall günstiger sein könnte. (red)

www.laudamotion.com

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