Fotos vom EPV-Event
Ralf Rangnick gab Einblicke in seine Führungsphilosophie

| Redaktion 
| 27.10.2026

Bei der ersten Klientenveranstaltung der Wirtschaftskanzlei Ecker Pindeus Vogl (EPV) nach der Fusion diskutierte der ÖFB-Teamchef mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Recht über Teamgeist, gegenseitiges Vertrauen und gemeinsame Ziele. 

Rund 200 Gäste kamen vor einigen Tagen in der Team 7 Welt in Ried im Innkreis zusammen, um sich mit den Voraussetzungen erfolgreicher Zusammenarbeit auseinanderzusetzen. Die Wirtschaftskanzlei Ecker Pindeus Vogl Rechtsanwält:innen (EPV) hatte unter dem Motto "Beyond The Game & Behind The Stage" zu ihrer ersten Klientenveranstaltung seit dem Zusammenschluss der Kanzleien eingeladen. Im Zentrum des Abends stand ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick, der seine Erfahrungen aus dem internationalen Fußball mit den Anwesenden teilte.

Hintergründe der Kanzleifusion

Den offiziellen Auftakt gestaltete EPV-Partner Christian Pindeus, der über die Hintergründe der Kanzleifusion informierte. Seit August 2026 sind unter dem gemeinsamen Namen Ecker Pindeus Vogl Rechtsanwält:innen etwa 50 Beschäftigte tätig. Das Unternehmen bündelt damit unterschiedliche Fachbereiche des Wirtschaftsrechts. Im Anschluss führte Partner Peter Vogl in das Programm ein und erläuterte die Verbindungen der eingeladenen Gesprächsgäste zur Kanzlei.

Ralf Rangnick sieht Führung als Unterstützung des Teams

Im Gespräch mit Kommunikationsunternehmerin und Moderatorin Katharina Anna Ecker erläuterte Rangnick seine Vorstellungen von zeitgemäßer Führung. Aus seiner Sicht seien ambitionierte Zielsetzungen und die Bereitschaft, bisherige Denkweisen zu hinterfragen, wichtige Voraussetzungen für nachhaltigen Erfolg. Führungskräfte müssten nicht nur eine klare Vorstellung von der künftigen Entwicklung haben, sondern diese auch so vermitteln, dass andere Menschen sie mittragen. 

Dabei verstehe er die Rolle einer Führungspersönlichkeit weniger als reine Anweisungskompetenz, sondern vielmehr als unterstützende Funktion. "Ein:e gute:r Chef:in ist für mich vor allem ein:e Dienstleister:in. Seine:Ihre Aufgabe ist es, die richtigen Bedingungen zu schaffen, damit Menschen ihr Potenzial entfalten können", erklärte Rangnick.

Neben der individuellen Förderung komme es insbesondere darauf an, Vertrauen innerhalb einer Gruppe aufzubauen. Fachliches Können allein reiche seiner Auffassung nach nicht aus. Ebenso wichtig seien zwischenmenschliches Verständnis und die Bereitschaft, sich mit den Bedürfnissen der einzelnen Teammitglieder auseinanderzusetzen.

"Ein wirklich starkes Team entsteht dann, wenn man sich nicht nur für die Leistung, sondern vor allem auch für den Menschen dahinter interessiert", betonte der Nationalteamtrainer.

Auch eine konstruktive Fehlerkultur gehöre für ihn zu einer funktionierenden Zusammenarbeit. Statt persönliche Schuldzuweisungen vorzunehmen, sollten Teams Schwierigkeiten analysieren und daraus Konsequenzen für die weitere Entwicklung ableiten. "Bei uns sind Fehler erlaubt. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen und was wir daraus lernen", hielt Rangnick fest.

Führungspersönlichkeiten im Austausch

Wie sich diese Grundsätze außerhalb des Sports anwenden lassen, wurde anschließend in einer Podiumsdiskussion erörtert. Neben Rangnick beteiligten sich Theater- und Opernregisseurin Alexandra Liedtke, Team 7-Eigentümer Georg Emprechtinger, der frühere Red-Bull-Manager, Jurist und Autor Volker Viechtbauer sowie EPV-Partner Fritz Ecker an der Gesprächsrunde.

Liedtke stellte die Rahmenbedingungen kreativer Arbeit in den Vordergrund. Damit neue Ideen entstehen könnten, brauche es ein Umfeld, in dem sich Menschen ohne Angst vor Fehlern ausprobieren dürften. "Kreativität braucht einen geschützten Raum, in dem Menschen den Mut haben, Neues auszuprobieren und auch Fehler machen dürfen", sagte die Regisseurin.

Einen Einblick in die unternehmerische Praxis gab Georg Emprechtinger. Der Team 7-Eigentümer schilderte, wie er die Entwicklung des Unternehmens auf Grundlage seiner Vorstellung "Design trifft Natur" gestaltet habe. Um Beschäftigte für Veränderungen zu gewinnen, seien eine nachvollziehbare Ausrichtung, persönliche Glaubwürdigkeit und die eigene Begeisterung für die angestrebten Ziele wesentlich.

Menschliche Fähigkeiten im Zeitalter künstlicher Intelligenz

Volker Viechtbauer beschäftigte sich insbesondere mit der Frage, wie Eigenverantwortung und persönliche Entwicklung in Organisationen gefördert werden können. Dabei stellte er einen Bezug zur Gedankenwelt des österreichischen Neurologen und Psychiaters Viktor Frankl her und erläuterte deren Einfluss auf die Unternehmenskultur von Red Bull unter Dietrich Mateschitz.

Darüber hinaus präsentierte Viechtbauer sein neues Buch "Wir sind mehr als ein Datensatz – Mit Viktor Frankl gelassen durch die KI-Zeit". Darin setzt er sich mit den Auswirkungen künstlicher Intelligenz auseinander und beschäftigt sich mit dem Stellenwert menschlicher Kompetenzen angesichts technologischer Veränderungen.

Seine Überzeugung brachte er mit den Worten auf den Punkt: "Menschen sind zu weit mehr fähig, als wir ihnen manchmal zutrauen."

Vertrauen und Selbstreflexion auch in der Rechtsbranche gefragt

Die Verbindung zur Arbeit einer Wirtschaftskanzlei stellte EPV-Partner Fritz Ecker her. Auch in der juristischen Praxis hänge der Erfolg wesentlich davon ab, wie Menschen miteinander arbeiten und ihre jeweiligen Fähigkeiten einbringen könnten.

"Unsere wichtigste Ressource sind die Menschen. Deshalb müssen wir uns intensiv damit beschäftigen, wie wir führen, zusammenarbeiten und die Stärken unserer Mitarbeitenden bestmöglich entwickeln", so Ecker.

Aus seiner Sicht seien eine kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Führungsverhalten, gegenseitiges Vertrauen und aktives Zuhören auch im Kanzleialltag unverzichtbar. Die Förderung individueller Kompetenzen müsse deshalb ebenso berücksichtigt werden wie die fachlichen Anforderungen.

Gemeinsame Ziele als Grundlage erfolgreicher Zusammenarbeit

Die Diskussion machte deutlich, dass sich trotz unterschiedlicher beruflicher Rahmenbedingungen zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen Sport, Kultur, Wirtschaft und Recht erkennen lassen. Im Mittelpunkt standen dabei eine verbindende Zielsetzung, die Anerkennung unterschiedlicher Fähigkeiten und ein Führungsverständnis, das Eigeninitiative und Verantwortung ermöglicht.

Den musikalischen Rahmen der Veranstaltung gestaltete Max the Sax, der das Programm in der Team 7 Welt mit Saxophonmusik begleitete.

Einen Eindruck von der Veranstaltung können Sie sich hier machen. 

www.epv.legal

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