Remax-Immospiegel Eigentumswohnungsmarkt 1. Halbjahr 2026
Wo Käufer für Wohnungen am tiefsten in die Tasche greifen mussten

| Redaktion 
| 07.10.2026

Die Wiener Innere Stadt bleibt vor Kitzbühel der teuerste Bezirk des Landes. Auch in anderen Regionen des Landes muss man für Eigentum teils äußerst tief ins Börserl greifen.

Der österreichische Markt für Eigentumswohnungen hat im ersten Halbjahr 2026 wieder deutlich an Dynamik gewonnen. Das zeigt der Remax-Immospiegel Eigentumswohnungsmarkt für das erste Halbjahr 2026. Der Remax-Immospiegel basiert auf der Gesamtauswertung der Immobilien-Kaufverträge, die im amtlichen Grundbuch verbüchert, von IMMOunited ausgelesen und als Kaufvertragssammlung veröffentlicht werden. 

Mehr als 24.000 Wohnungen verkauft

Österreichweit wurden von Jänner bis Juni 2026 24.106 Wohnungen für neue Eigentümer:innen ins Grundbuch eingetragen. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 entspricht das einem Zuwachs von 4.862 Einheiten beziehungsweise 25,3 Prozent. Zum ersten Mal seit 2022 liegt die Zahl der Transaktionen damit wieder über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. 

Auch beim Transaktionsvolumen zeigt die Entwicklung deutlich nach oben. Der Gesamtwert der verkauften Eigentumswohnungen erhöhte sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 1,50 Milliarden Euro von 5,59 Milliarden auf 7,09 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 26,9 Prozent. Mit Ausnahme des Jahres 2022 liegt der Wert damit über allen bisherigen Halbjahresergebnissen.

Bernhard Reikersdorfer, Managing Director von Remax Austria, spricht von einer Normalisierung des Marktes: "Insgesamt ist der Eigentumswohnungsmarkt wieder auf Normalniveau: Wir liegen bei den Verkaufszahlen erstmals wieder über dem Zehnjahresmittel, während die Preise nur halb so schnell steigen wie die Inflationsrate."

Wohnungsverkäufe Halbjahr 2026 nach Bezirken © Remax 

Verkaufszahlen steigen in allen Bundesländern

Die Belebung des Eigentumswohnungsmarktes zeigt sich in allen neun Bundesländern. Überall wurden im ersten Halbjahr 2026 prozentuell zweistellig mehr Wohnungen verkauft als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

In Wien wurden bis Ende Juni 7.043 Eigentumswohnungen verbüchert. Das waren 16,4 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Damit überschritt die Bundeshauptstadt erstmals seit dem ersten Halbjahr 2022 wieder die Marke von 7.000 Verkäufen. Auch der Zehnjahresdurchschnitt von 6.761 Einheiten wurde um 4,2 Prozent übertroffen. In Niederösterreich wechselten 2.999 Wohnungen den:die Eigentümer:in. Das entspricht einem Plus von 39,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Zehnjahresdurchschnitt wurde um 10,3 Prozent übertroffen. Im Burgenland fiel der relative Anstieg bundesweit am stärksten aus. Die Zahl der Transaktionen erhöhte sich um 47,3 Prozent auf 402 Wohnungen. Damit lag das Ergebnis um 10,2 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. In der Steiermark wurden 3.965 Wohnungen verbüchert, 37,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Es handelt sich laut Remax um die zweithöchste bisher registrierte Halbjahresmenge in der Steiermark. Der Zehnjahresdurchschnitt wurde um 15,5 Prozent überschritten. In Oberösterreich wurden im ersten Halbjahr 2.931 Wohnungen verkauft. Gegenüber 2025 bedeutet das einen Zuwachs von 18,2 Prozent. Damit lag das Bundesland um 2,6 Prozent über seinem Zehnjahresdurchschnitt. In Kärnten erhöhte sich die Zahl der Verkäufe um 15,4 Prozent von 1.018 auf 1.175 Wohnungen. Das war der geringste prozentuale Zuwachs unter den Bundesländern. Gegenüber dem Zehnjahresdurchschnitt lag die Verkaufsmenge noch um 8,4 Prozent zurück. In Salzburg wurden 1.872 Wohnungen verkauft, 31,0 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit lag Salzburg auch um 2,9 Prozent über seinem Zehnjahresmittel. In Tirol stieg die Zahl der Wohnungsverkäufe um 21,8 Prozent von 1.937 auf 2.359 Einheiten. Das Niveau des Zehnjahresdurchschnitts wurde allerdings noch nicht erreicht. Die Verkaufsmenge lag um 6,8 Prozent darunter. In Vorarlberg wurden 1.360 Eigentumswohnungen verbüchert. Das entspricht einem Plus von 31,4 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Gleichzeitig wurde der Zehnjahresdurchschnitt um 2,1 Prozent übertroffen.

Preise steigen langsamer als die Inflation

Während die Verkaufszahlen kräftig zulegten, bliebt die Preisentwicklung österreichweit vergleichsweise moderat. Eine typische Eigentumswohnung kostete im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 267.839 Euro, nach 263.639 Euro im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Anstieg um 1,6 Prozent. Die von Remax zum Vergleich angeführte Inflationsrate lag bei 3,2 Prozent.

Für Personen, deren Einkommen in irgendeiner Form an die Inflation gekoppelt sei, würden Wohnungen damit real günstiger, erklärt Reikersdorfer. Wohnungseigentum werde dadurch wieder erschwinglicher und der Traum von langfristiger wirtschaftlicher Unabhängigkeit für eine größere Zahl von Menschen realistischer.

Ein Viertel aller im ersten Halbjahr verbücherten Wohnungen kostete höchstens 162.500 Euro, was einem Anstieg um 1,7 Prozent entspricht. Für das teuerste Viertel wurden mindestens 360.000 Euro bezahlt. Das sind 1,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Wohnungspreise nach Bezirken © Remax

Von 164.727 Euro im Burgenland bis 350.829 Euro in Vorarlberg

Zwischen den Bundesländern zeigen sich deutliche Preisunterschiede. In sieben der neun Bundesländer stiegen die durchschnittlichen Wohnungspreise gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Rückgänge verzeichneten lediglich Salzburg und Vorarlberg.

In Wien kostete eine Eigentumswohnung im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 318.967 Euro. Das waren 2,3 Prozent beziehungsweise 7.153 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Wien rückte damit im Bundesländervergleich auf Rang drei hinter Vorarlberg und Tirol vor. In Niederösterreich erreichte der durchschnittliche Wohnungspreis mit 213.112 Euro zum zweiten Mal in Folge einen neuen Höchstwert. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 entspricht das einem Anstieg um 2,6 Prozent. Der stärkste Preisanstieg aller Bundesländer wurde im Burgenland verzeichnet. Eine Wohnung kostete durchschnittlich 164.727 Euro, nach 140.185 Euro im Vorjahreszeitraum. Das Plus von 17,5 Prozent führte zu einem neuen Höchstwert. Dennoch blieb das Burgenland das günstigste Bundesland. In der Steiermark erhöhte sich der typische Wohnungspreis um 6,0 Prozent auf 188.136 Euro. Auch hier wurde damit ein neuer Höchstwert erreicht. In Oberösterreich zahlten Käufer:innen im Schnitt 249.334 Euro für eine Wohnung. Das waren 9,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In Kärnten lag der durchschnittliche Wohnungspreis bei 229.772 Euro. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 entspricht das einem Plus von 2,3 Prozent. In Salzburg ging der durchschnittliche Preis dagegen um 4,2 Prozent zurück. Für eine Wohnung wurden im Mittel 309.092 Euro bezahlt. In Tirol erreichte der durchschnittliche Wohnungspreis mit 325.506 Euro einen neuen Höchststand. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr fiel mit einem Plus von 0,6 Prozent beziehungsweise 1.968 Euro allerdings gering aus. Mit durchschnittlich 350.829 Euro waren Eigentumswohnungen in Vorarlberg bundesweit am teuersten. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 ging der Preis allerdings um 1,1 Prozent zurück.

Wo die teuersten Wohnungen verkauft wurden

Noch größer als zwischen den Bundesländern sind die Preisunterschiede auf Bezirksebene. Mit Abstand an der Spitze liegt die Wiener Innere Stadt. Dort kostete eine Wohnung im ersten Halbjahr 2026 im Durchschnitt 1,20 Millionen Euro. Damit wurde im ersten Bezirk zum siebten Mal in Folge die Millionengrenze überschritten. Gegenüber dem Rekordwert von 1,33 Millionen Euro aus dem ersten Halbjahr 2025 ging der Durchschnittspreis um 9,5 Prozent zurück. Mit deutlichem Abstand folgen innerhalb Wiens Döbling mit 448.583 Euro und Währing mit 431.168 Euro.

In Niederösterreich war Mödling der teuerste Bezirk. Eine Eigentumswohnung kostete dort im Schnitt 269.721 Euro, um 3,0 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Nur knapp dahinter lag Tulln mit 268.467 Euro und einem Preisrückgang von 3,3 Prozent. Im Burgenland führte Neusiedl am See die Preisliste an. Mit durchschnittlich 211.096 Euro wurde dort erstmals die Marke von 200.000 Euro überschritten. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 entspricht das einem Plus von 19,1 Prozent. Eisenstadt samt Umgebung und Rust folgte mit 184.858 Euro.

In der Steiermark wurden die höchsten Durchschnittspreise in Graz-Umgebung verzeichnet. Käufer:innen zahlten dort im Mittel 228.321 Euro, 10,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dahinter folgten die Stadt Graz mit 210.414 Euro und Deutschlandsberg mit 202.214 Euro. Für alle drei wurden neue Preisrekorde ausgewiesen. In Oberösterreich überschritt erstmals ein Bezirk die Marke von 300.000 Euro. In Gmunden kostete eine Wohnung durchschnittlich 304.692 Euro, ein Plus von 28,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dahinter lagen Urfahr-Umgebung mit 292.299 Euro und Freistadt mit 291.014 Euro.

In Kärnten blieb Klagenfurt-Land trotz eines Preisrückgangs der teuerste Bezirk. Im Durchschnitt wurden dort 277.179 Euro je Wohnung bezahlt, 12,3 Prozent weniger als 2025. Dahinter folgten Villach Stadt und Land mit 245.823 Euro sowie die Stadt Klagenfurt mit 237.802 Euro. In Salzburg wechselte die Spitzenposition. Der Pinzgau war mit durchschnittlich 323.413 Euro der teuerste Bezirk des Bundeslandes. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von 3,6 Prozent. Nur 53 Euro dahinter lag der Flachgau mit 323.360 Euro, gefolgt vom Tennengau mit 315.718 Euro. Die Stadt Salzburg kam mit 303.194 Euro auf Rang vier.

In Tirol lag Kitzbühel mit einem durchschnittlichen Wohnungspreis von 453.204 Euro an der Spitze. Das waren 10,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Laut Remax war österreichweit nur der erste Wiener Gemeindebezirk teurer. In der Stadt Innsbruck wurden durchschnittlich 350.595 Euro bezahlt, in Kufstein 343.999 Euro. In Vorarlberg war Bludenz der teuerste Bezirk. Der durchschnittliche Wohnungspreis erhöhte sich dort um 18,2 Prozent auf 375.377 Euro. Dahinter folgten Dornbirn mit 368.363 Euro, Feldkirch mit 344.197 Euro und Bregenz mit 338.059 Euro.

Damit reicht die Spanne unter den jeweils teuersten Bezirken der Bundesländer von 211.096 Euro in Neusiedl am See bis zu 1,20 Millionen Euro in der Wiener Inneren Stadt. Abseits Wiens weist Kitzbühel mit 453.204 Euro den höchsten durchschnittlichen Wohnungspreis der ausgewiesenen Bezirke auf.

Quadratmeterpreis im Österreichschnitt gesunken 

Bei den Quadratmeterpreisen zeigt sich österreichweit eine andere Entwicklung als bei den durchschnittlichen Kaufpreisen. Der Wert sank von 4.300 Euro im ersten Halbjahr 2025 um 1,5 Prozent auf 4.234 Euro pro Quadratmeter. Gestiegen sind die Quadratmeterpreise laut Remax lediglich in Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und dem Burgenland. In den übrigen fünf Bundesländern gingen sie zurück.

Remax-Research-Leiter Anton Nenning verweist in diesem Zusammenhang auf mehrere statistische Effekte. Die gehandelten Wohnungen seien tendenziell größer geworden, zudem seien die Quadratmeterpreise in den vier teuersten Bundesländern zurückgegangen. Gleichzeitig hätten günstigere Bundesländer einen größeren Anteil am österreichischen Transaktionsgeschehen erreicht. "Beide Effekte bewirken dasselbe: Statistisch günstigere Quadratmeterpreise für Gesamtösterreich", sagt Nenning.

Die gemeldete durchschnittliche Wohnungsgröße erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Quadratmeter auf 68,8 Quadratmeter. Damit waren die gehandelten Einheiten im Schnitt so groß wie seit 2022 nicht mehr. 

Weniger neue und generalsanierte Wohnungen

Während sich der Gesamtmarkt bei den Verkaufszahlen erholt, verliert der Erstbezug weiter an Bedeutung. Neue Wohnungen sowie nach Sanierungen von Bauträgern verkaufte Einheiten machten im ersten Halbjahr 2026 nur noch 23,4 Prozent der Wohnungstransaktionen aus. 2021 waren es noch 37,7 Prozent. Danach sank der Anteil über 37,1 Prozent im Jahr 2022, 33,0 Prozent 2023, 30,2 Prozent 2024 und 26,1 Prozent 2025 auf den aktuellen Wert. Auch der Preisaufschlag für Erstbezugswohnungen gegenüber Bestandswohnungen verringerte sich. Nach 48,5 Prozent im Jahr 2024 und 51,8 Prozent 2025 waren es im ersten Halbjahr 2026 noch 47,5 Prozent.

Regional reicht der Erstbezugsanteil von 15,4 Prozent im Burgenland und 16,1 Prozent in Niederösterreich bis zu 28,2 Prozent in Vorarlberg und 26,9 Prozent in Kärnten. Auffällig ist insbesondere die Entwicklung in Wien. Dort ging der Anteil von 35,1 Prozent im Jahr 2024 über 30,8 Prozent 2025 auf 23,9 Prozent im ersten Halbjahr 2026 zurück.

Reikersdorfer sieht darin ein mögliches längerfristiges Problem: "Der Anteil an neuen oder generalsanierten Wohnungen sinkt. Damit wird der Wohnungsbestand tendenziell älter, während die Nachfrage nach Wohnraum aus demografischen Gründen weiter steigt." Sollte das Angebot nicht entsprechend mitwachsen, könnten seiner Einschätzung nach die Preise wieder stärker anziehen und sich diese Entwicklung auch auf die Mieten auswirken.

Die Politik sollte daher aus seiner Sicht Anreize für Sanierungen, Nachverdichtung, die Umwidmung geeigneter Flächen zu Wohnraum und insbesondere den Neubau setzen. Auch weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungsverfahren, finanzielle Sanierungsanreize und steuerliche Erleichterungen für Bauträger und Erstkäufer:innen könnten entsprechende Impulse geben.

Ausblick 

Für das Gesamtjahr dürfte sich die starke Entwicklung bei den Verkaufszahlen allerdings abschwächen. Ende 2025 hatten die Remax-Expert:innen für 2026 einen leichten Aufschwung sowie eine positive Entwicklung bei Nachfrage, Angebotsbreite und Preisen prognostiziert. Die hohen Mengenzuwächse des ersten Halbjahres dürften sich nach Einschätzung des Unternehmens jedoch nicht über das gesamte Jahr fortsetzen.

Die ersten Monate des zweiten Halbjahres 2026 lagen bei den Verkaufsmengen bereits unter den jeweiligen Vergleichsmonaten des Jahres 2025. Der Markt habe sich mengenmäßig wieder abgekühlt, heißt es im Remax-Immospiegel.

www.remax.at

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