Lösungen für Österreichs Zukunft
Gerhard Zeiler gründet mit Institut 2035 einen neuen Thinktank

Nach seinen gescheiterten Ambitionen auf den SPÖ-Vorsitz widmet sich der Medienmanager einer neuen Aufgabe. Gemeinsam mit Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis will er Lösungen für die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und technologischen Herausforderungen erarbeiten.

Der frühere Medienmanager Gerhard Zeiler hat seine nächsten beruflichen Pläne vorgestellt. Nach seinem Abschied vom US-Medienkonzern Warner und seinen gescheiterten Ambitionen auf den SPÖ-Vorsitz möchte der 71-Jährige in Wien eine Denkfabrik aufbauen. Bereits zuvor hatte er sich zur Zukunft des österreichischen Medienstandorts geäußert und für eine stärkere Zusammenarbeit innerhalb der Branche plädiert (LEADERSNET berichtete). Mit dem geplanten "Institut 2035" will er nun Antworten auf zentrale Zukunftsfragen Österreichs und Europas erarbeiten.

In einem Instagram-Video kündigte Zeiler das Vorhaben an: "Ich werde das Institut 2035 gründen, das sich mit den fundamentalen Fragen Europas beschäftigen wird." Im Mittelpunkt sollen wirtschaftliche Entwicklungen, der Klimawandel, die alternde Gesellschaft und künstliche Intelligenz stehen.

Auf Instagram bezeichnete er die Initiative als ersten Schritt seines weiteren politischen Engagements. "Ich habe versprochen, mich weiter für eine starke Sozialdemokratie einzusetzen. Hier ist der erste Schritt: das Institut 2035", schrieb Zeiler.

Junge Fachleute sollen Lösungen erarbeiten

Für die neue Einrichtung möchte Zeiler vor allem junge Expert:innen und Wissenschaftler:innen gewinnen, die sich mit den langfristigen Herausforderungen Österreichs beschäftigen und entsprechende Lösungsansätze entwickeln sollen. "Denn Österreich hat alles, was es braucht. Wie wir es nutzen, entscheidet sich in den nächsten Jahren", erklärte er auf Instagram.

Trotz der sozialdemokratischen Ausrichtung soll es sich nicht um ein SPÖ-Institut handeln. Vielmehr wolle Zeiler gesellschaftspolitische Fragestellungen auf einer weltanschaulichen Grundlage behandeln, die er als sozialdemokratisch bezeichnet.

Wirtschaft und Klimawandel als zentrale Themen

Ein Schwerpunkt werde die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft sein. Angesichts des Wegfalls günstiger russischer Energie, eines zunehmend eingeschränkten Welthandels und geopolitischer Unsicherheiten müsse untersucht werden, wie wirtschaftlicher Erfolg künftig gesichert werden könne.

Auch zu wirtschaftspolitischen Fragen hatte Zeiler bereits konkrete Vorstellungen formuliert. Dabei stellte er Wirtschaftswachstum, wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen und die langfristige Sicherung des Wohlstands in den Vordergrund (LEADERSNET berichtete).

Darüber hinaus soll sich das Institut mit den Folgen des Klimawandels befassen. Dabei gehe es nicht nur um ökologische Veränderungen, sondern auch um damit verbundene Migrationsbewegungen und gesellschaftliche Auswirkungen.

Alternde Gesellschaft und künstliche Intelligenz

Weitere Schwerpunkte bilden die demografische Entwicklung und deren Folgen für die sozialen Sicherungssysteme. Eine steigende Lebenserwartung bei gleichzeitig niedrigen Geburtenzahlen werfe insbesondere Fragen zur künftigen Finanzierung von Gesundheit, Pflege und Pensionen auf.

Auch die künstliche Intelligenz werde die Arbeitswelt grundlegend verändern. Während bestimmte Arbeitsplätze wegfallen könnten, würden zugleich neue entstehen. Zeiler stellte dazu im Instagram-Video die Frage: "Was heißt das für die Finanzierung des Sozialsystems, wenn immer weniger Wertschöpfung aus Arbeit kommt und mehr aus den Maschinen?" Zudem müsse das Bildungssystem an die neuen Anforderungen angepasst werden.

Weitere Themen seien die künftige Organisation Europas, darunter ein Europa mit unterschiedlichen Integrationsgeschwindigkeiten, sowie der Abbau bürokratischer Hürden. Bei der Erarbeitung von Lösungen wolle Zeiler wirtschaftliche und soziale Interessen miteinander verbinden. Seine weltanschauliche Grundlage beschrieb er mit den Worten: "Wirtschaftsfreundlich auf der einen Seite und sozial auf der anderen Seite."

Erste Ergebnisse sollen laut Zeiler in den nächsten Monaten vorliegen.

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