Fotos von "Der fliegenden Holländer"
Das Theater an der Wien öffnete die Türen zu Wagners Geisterwelt

Bei der Premiere von Philipp Stölzls Inszenierung des "Fliegenden Holländers" feierte die kanadische Sopranistin Ambur Braid ihr Wiener Debüt als Senta. Unter den Premierengästen fand sich Prominenz aus Kunst, Kultur und Gesellschaft.

Ein verfluchter Seemann sucht Erlösung, eine junge Frau erkennt darin ihre Bestimmung. Aus dieser Begegnung entwickelte Richard Wagner mit "Der fliegende Holländer" eine Oper, deren romantische Liebesversprechen auch Fragen nach Abhängigkeit und Selbstaufgabe aufwerfen. Genau dort setzte Philipp Stölzl an, dessen Inszenierung des Stücks am 17. Oktober 2026 im Theater an der Wien Premiere feierte. 

Dabei führt der Regisseur das Publikum nicht allein auf die Spuren eines rastlosen Seefahrers. Er folgt vor allem Senta und ihrer Sehnsucht nach einer anderen Wirklichkeit. Zwischen bürgerlicher Enge und fantastischen Gegenwelten entfaltet sich so eine Geschichte, in der die Grenzen zwischen Vorstellung und Realität zunehmend verschwimmen. 

Senta rückt ins Zentrum 

Den Ausgangspunkt bildet der Fluch des Holländers, der nur alle sieben Jahre an Land gehen darf. Erlösung verspricht ihm die Treue einer Frau. Senta, die Tochter des Kapitäns Daland, fühlt sich dazu berufen, ihn zu retten. Stölzl hinterfragt dieses Erlösungsversprechen und richtet dabei den Blick auf eine Frau, deren eigenes Leben hinter den Erwartungen der Männer zu verschwinden droht. 

Seine ursprünglich 2009 am Theater Basel gezeigte Inszenierung verbindet diese Perspektive mit einer Bildsprache, die auch von seiner Arbeit für Film und Musikvideos geprägt ist. Stölzl drehte unter anderem für Madonna und zu seinen Spielfilmen zählt "Der Medicus". Für die Wiener Aufführungen zeichnet Philipp M. Krenn für die szenische Neueinstudierung verantwortlich. Die Produktion ist eine Koproduktion mit der Staatsoper Unter den Linden Berlin. 

Wien-Debüt mit Wagner

Ambur Braid, die mit der Partie ihr Wien-Debüt gab, führte das Publikum in Sentas Gedanken- und Gefühlswelt. An ihrer Seite übernahm Jordan Shanahan die Titelrolle, während Wilhelm Schwinghammer als Daland, Cameron Becker als Erik, Ieva Prudnikovaite als Mary und James Ley als Steuermann auf der Bühne standen. 

Die musikalische Leitung lag bei Robert Jindra am Pult der Wiener Symphoniker. Hinzu kam der Arnold Schoenberg Chor unter der Leitung von Erwin Ortner. 

Prominente Gäste bei der Premiere

Unter den Premierengästen waren unter anderem Birgit Sarata (Opern- und Operettensängerin sowie Grande Dame der Wiener Gesellschaft), Marika Lichter (Sängerin, Schauspielerin und Künstlermanagerin), John Neumeier (Choreograf), Alexander Wrabetz (Aufsichtsratspräsident der Wiener Symphoniker), Jan Nast (Intendant der Wiener Symphoniker), Wolfgang Fischer (Geschäftsführer DDSG Blue Danube) mit seiner Gattin Onka Takats (ORF-Moderatorin), Sylvia Eisenburger-Kunz (Generalsekretärin der Gesellschaft der Freunde der bildenden Künste) mit ihrem Ehemann Johannes Kunz (Journalist und Publizist) und viele mehr. 

Einen Eindruck von der Premiere können Sie sich mittels Galerie verschaffen.

www.theater-wien.at

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