Fotos von der Verantstaltung
Bipa investiert 100 Millionen Euro in die weitere Expansion

Österreichs zweitgrößter Drogeriehändler setzt auf größere Verkaufsflächen, günstigere Preise und den Ausbau seiner Eigenmarken. Auch das Auslandsgeschäft gewinnt an Bedeutung. Bei einer Pressekonferenz in Wien präsentierte die Geschäftsführung ihre Pläne für die kommenden Jahre.

Dienstagmorgen, 9.00 Uhr, in der neuen Bipa-Filiale am Wiener Westbahnhof. Noch sind die Kund:innen spärlich, ein günstiger Zeitpunkt also, um in einer Ecke des Geschäfts die Medien über die jüngsten Entwicklungen der Nummer zwei am heimischen Drogeriemarkt zu informieren. Markus Geyer, CEO von Bipa International, sowie die Geschäftsführerinnen Daniela Reumann und Margit Reisinger haben einiges zu berichten. Die Themen reichen von sinkenden Verkaufspreisen über neue Filialen bis zur Expansion nach Rumänien.

100 Millionen Euro für drei Länder

Die größte Ankündigung betrifft die Investitionen: Von 2027 bis 2029 will Bipa mehr als 100 Millionen Euro in Österreich, Kroatien und Rumänien investieren. Wie Geyer auf Nachfrage erläutert, soll jeweils etwas mehr als ein Drittel nach Österreich und Rumänien fließen, der Rest nach Kroatien. Das Geld wird vor allem für neue Standorte und die Modernisierung bestehender Geschäfte verwendet.

Bereits 2026 investiert Bipa in Österreich rund zehn Millionen Euro. Das Filialnetz umfasst derzeit 570 Standorte mit insgesamt 176.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Für 2027 sind zwölf Neueröffnungen und drei Erweiterungen geplant.

Dabei geht es dem Unternehmen weniger um eine möglichst hohe Filialzahl als um größere Verkaufsflächen. Kleinere Geschäfte werden teilweise durch größere Standorte ersetzt. Rund 45 Prozent des österreichischen Filialnetzes wurden laut Reumann bereits auf das neue Ladenkonzept umgestellt.

Preise sinken, Eigenmarken wachsen

Bemerkenswert ist die Preisentwicklung. Während die allgemeine Inflation in Österreich weiterhin positiv ist, sind die Verkaufspreise im Bipa-Sortiment nach Unternehmensangaben von Jänner bis September 2026 um 0,6 Prozent gesunken. Bereits 2025 hatte Bipa eine Preissenkung von rund einem Prozent verzeichnet.

Mit dem im Februar eingeführten Programm "Einfach preiswert" bietet der Händler rund 2.000 Artikel dauerhaft zu niedrigeren Preisen an. Dazu kommen Aktionen und Großpackungen.

"Gesundheit, Pflege und Beauty sind Sortimente, die man sich bewusst gönnt. Dennoch wird der Preis immer wichtiger", erklärt Reisinger. Besonders stark entwickeln sich die Eigenmarken. Bipa führt rund 1.500 Artikel unter elf eigenen Marken. Die Gesichtspflege von Bi Care legte 2025 laut Unternehmen um mehr als 60 Prozent zu.

Bis Jahresende sollen außerdem mehr als 100 neue Produkte von Look by Bipa eingeführt werden. Dafür werden die Kosmetiktheken in den Filialen vergrößert. "Mit Bipa-Marken wie Look by Bipa, seit Jahrzehnten eine der führenden Deko-Marken in Österreich, bieten wir eine hochwertige und gleichzeitig preiswerte Alternative zu internationalen Marken, ohne Abstriche bei Qualität und Trends", sagt Bipa-Geschäftsführerin Margit Reisinger.

Digitalisierung soll Mitarbeiter:innen entlasten

Neben dem stationären Geschäft baut Bipa seine digitalen Angebote aus. Dazu gehören der Onlineshop mit rund 17.000 Artikeln, Click & Collect sowie Schnelllieferungen über Foodora und Wolt. "Kundinnen und Kunden kaufen nicht mehr entweder in der Filiale oder online. Sie nutzen alle Kanäle, je nachdem, was für sie gerade bequem ist", erklärt Reumann.

Auch innerhalb der Filialen hält neue Technologie Einzug. Selbstbedienungskassen werden schrittweise ausgebaut. Hinzu kommt ein mehrsprachige KI-Assistent, der Mitarbeiter:innen bei betrieblichen Abläufen unterstützt. Reumann betont auf Nachfrage, dass die Selbstbedienungskassen nicht dem Personalabbau dienen sollen. Vielmehr wolle man Zeit für Beratung gewinnen.

Rumänien als neuer Wachstumsmarkt

International ist Bipa mittlerweile in drei Ländern vertreten. In Kroatien soll noch heuer die 150. Filiale eröffnet werden. Besonders dynamisch entwickelt sich der jüngste Markt Rumänien: Seit dem Markteintritt im Jänner 2026 wurden elf Standorte eröffnet, bis Jahresende sollen es 18 sein.

Geyer verweist dabei auf die österreichische Wertschöpfung. Ladenbau, Beleuchtung und Kassensysteme für die Auslandsmärkte stammen teilweise von heimischen Unternehmen. Auch die in Österreich entwickelte Babymarke Babywell wird mittlerweile in elf Ländern der Rewe Group vertrieben.

Insgesamt erwirtschaftete Bipa in Österreich, Kroatien und Rumänien 2025 einen Umsatz von knapp 1,2 Milliarden Euro. In Österreich ist der Umsatz seit 2021 nach Unternehmensangaben um knapp ein Viertel gewachsen, in Kroatien um mehr als 70 Prozent.

LEADERSNET KEYaccount war auch mit einem Fotografen vor Ort. Alle Fotos von der Presseveranstaltung finden Sie hier.

www.bipa.at

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