Fotos & Video vom Gipfelgespräch
SVS lotete mit Experten den Weg der Sozialversicherung ins KI-Zeitalter aus

Bei den jüngsten Gipfelgesprächen der Sozialversicherung der Selbständigen drehte sich alles um den konkreten Nutzen von KI im Gesundheitsbereich sowie digitale Kompetenzen und rechtliche Grenzen. LEADERSNET.tv war dabei und fragte nach, was die Technologie für Versicherte und Mitarbeitende verändern kann.

Unter dem Titel "Start ins KI-Zeitalter" lud die Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) vergangenen Mittwoch, den 14. Oktober, zu ihren Gipfelgesprächen in die SVS-Lounge in der Wiedner Hauptstraße in Wien. Dabei diskutierten Expert:innen aus Verwaltung, Wissenschaft und Beratung darüber, welchen Nutzen Künstliche Intelligenz (KI) für Versicherte und Mitarbeiter:innen bringen kann, wie gut die Bevölkerung mit digitalen Gesundheitsangeboten umgehen kann und wo der Rechtsrahmen dem Einsatz von KI Grenzen setzt. Moderiert wurde der Nachmittag von Wirtschaftsjournalist Martin Szelgrad vom Report Verlag.

Zehn Jahre Digitalisierung als Fundament

Den inhaltlichen Auftakt machte SVS-Obmann Peter Lehner, der über Chancen, Nutzen und Möglichkeiten von KI sowie den Wert der Digitalisierung sprach. Im Gespräch mit LEADERSNET.tv betonte er diesbezüglich, dass die SVS innerhalb der österreichischen Sozialversicherung im Bereich der digitalen Services als Vorreiter gelte: "Die SVS hat mit der Digitalisierung vor zehn Jahren begonnen – und wir haben gesehen, dass davon vor allem unsere Versicherten profitieren. Wir sind beispielsweise schneller im Service, bei Wahlarztabrechnungen und bei vielen anderen Dingen geworden." Nun gehe es vor allem darum, noch besser und noch serviceorientierter zu werden und die Patient:innen auch im medizinischen Bereich mit Künstlicher Intelligenz zu unterstützen, so Lehner.

Was sich durch die Digitalisierung intern bei der SVS verändert hat, erklärte auch die stellvertretende Generaldirektorin Sabine Zaussinger gegenüber LEADERSNET.tv: "Wir haben einen digitalen Arbeitsplatz geschaffen und können daher mit dem Workload viel besser umgehen. Unsere Mitarbeiter:innen haben jederzeit einen 360-Grad-Blick auf unsere Kund:innen und können so viel besser für sie da sein."

Große Lücke zwischen Selbsteinschätzung und Wissen

Auch SVS-Generaldirektor Alexander Biach richtete einige Begrüßungsworte an die Gäste, bevor Teresa Sauer, Projektmanagerin beim Verein fit4internet, in ihrem Vortrag thematisierte, inwiefern die Bevölkerung beim aktuellen Tempo der Digitalisierung mitkommt. Ebendies hat der Verein, der sich für mehr digitale Kompetenzen in Österreich einsetzt, in der aktuellen Sonderedition E-Health 2026 des "Digital Skills Barometer" angesehen. "Wir sehen eine zum Teil sehr große Lücke zwischen Selbsteinschätzung und Wissen – quer über die Gesamtbevölkerung liegt diese bei 13 Prozentpunkten", fasste die Expertin die Studienergebnisse im LEADERSNET.tv-Interview zusammen.

Neue digitale Angebote allein reichen also nicht. Damit die Menschen von KI-gestützten Services im Gesundheitsbereich profitieren, müssen auch ihre digitalen Fähigkeiten mitwachsen. Dabei könne KI wiederum unterstützen, wie Unternehmensberaterin und Ex-Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat gegenüber LEADERSNET.tv hervorhob: "KI kann vieles erleichtern und kann auch dazu beitragen, dass das Gesundheitswissen und die Gesundheitskompetenz steigen. Und das halte ich für enorm wichtig."

Rechtliche Leitplanken für KI-Einsatz

Gerade im Gesundheitsbereich, wo besonders sensible Daten verarbeitet werden, ist der Einsatz von KI allerdings an strenge rechtliche Vorgaben gebunden. Welche das sind, erklärten Elisabeth Brameshuber und Christina Schnittler vom Institut für Arbeits- und Sozialrecht der Universität Wien in ihrem Vortrag. Was KI im Umgang mit Patientendaten nicht darf, lässt sich laut Brameshuber jedoch kaum pauschal beantworten, denn das hänge stark davon ab, was man unter KI versteht. Selbst der Einsatz eines sogenannten Hochrisiko-KI-Systems könne unter bestimmten Voraussetzungen zulässig sein, vor allem dann, wenn der Mensch die Kontrolle behält.

In der anschließenden Diskussionsrunde trafen Brameshuber, Sauer und Zaussinger auf Wolfgang Ebner, Chief Digital Officer des Bundes im Bundeskanzleramt, und auf den Rechtswissenschaftler Wolfgang Zankl. Zum Abschluss zog Lehner schließlich Resümee und gab einen Ausblick auf die nächsten Schritte, bevor die Veranstaltung mit einem gemütlichen Get-together ausklang.

Unsere Interviewpartner:innen

Neben Peter Lehner (Obmann SVS), Teresa Sauer (Projektmanagerin Verein fit4internet), Sabine Zaussinger (Generaldirektor-Stv. SVS) und Maria Rauch-Kallat (Unternehmensberaterin) holte LEADERSNET.tv auch noch Martin Szelgrad (Journalist & Moderator Report Verlag), Elisabeth Brameshuber (Professorin für Arbeits- und Sozialrecht an der Universität Wien) und Wolfgang Ebner (Chief Digital Officer des Bundes im Bundeskanzleramt) vor die Kamera.

Eindrücke finden Sie zudem in unserer Galerie.

www.svs.at

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