Video des Betriebsbesuchs
El Gaucho Baden öffnet seine Türen für die Premiumlehre

Mit der Premiumlehre will die Wirtschaftskammer Wien die Ausbildung in der Gastronomie um zusätzliche Praxiserfahrungen und Einblicke in unterschiedliche Betriebskonzepte erweitern. LEADERSNET.tv begleitete einen Betriebsbesuch und fragte nach, was das Programm den Teilnehmer:innen bietet.

Wie unterschiedlich die Arbeit in der Gastronomie sein kann, erleben Lehrlinge häufig zunächst aus der Perspektive ihres eigenen Ausbildungsbetriebs. Die Premiumlehre der Wirtschaftskammer Wien erweitert diesen Blick und ermöglicht ihnen, ergänzend zu Stammbetrieb und Berufsschule weitere Unternehmen kennenzulernen. Wie dieser Austausch in der Praxis funktioniert, zeigte ein Betriebsbesuch der Fachgruppe Gastronomie im El Gaucho Baden. 

Über den Tellerrand blicken

Für Alyssa Stranzinger führte dieser Austausch von der pflanzenbetonten Küche ins Steakhaus. Die angehende Restaurantfachfrau arbeitet im Wiener Restaurant &flora, wo sie vor allem mit vegetarischen und veganen Gerichten zu tun hat. Im El Gaucho konnte sie sich hingegen genauer mit Fleisch und Steaks auseinandersetzen. Damit vertiefte sie ein Thema, das sie persönlich interessiert und das sie zugleich als wichtigen Bestandteil ihres Berufsfelds betrachtet.

Unterschiedliche Betriebe erweitern die Ausbildung

Dass die Teilnehmer:innen ihr gewohntes Arbeitsumfeld verlassen, ist ein zentraler Gedanke des Programms. "Bei der Premiumlehre geht es darum, dass die Lehrlinge auch etwas anderes kennenlernen als ihren Stammbetrieb, als die Schule", erklärt Thomas Peschta, Obmann der Fachgruppe Gastronomie der Wirtschaftskammer Wien, gegenüber LEADERSNET.tv.

Damit eröffnet sich auch für die beteiligten Unternehmen eine Möglichkeit, ihre jeweiligen Spezialisierungen weiterzugeben. Michael Grossauer, Eigentümer des El Gaucho, sieht gerade in den Unterschieden zwischen den Gastronomiekonzepten einen Grund für die Zusammenarbeit. Ein Kaffeehaus lasse sich mit einem Steakhaus nicht vergleichen, betont er. Mit der Teilnahme an der Premiumlehre wolle man einen Beitrag zur Ausbildung künftiger Fachkräfte leisten.

Fachwissen und Kontakte für den weiteren Berufsweg

Die Erfahrungen in den Kooperationsbetrieben bauen auf dem bestehenden Lehrverhältnis auf. Die Jugendlichen bleiben ihrem Stammbetrieb zugeordnet und erwerben ergänzende Kenntnisse, die in einem individuellen Lehrlingsportfolio dokumentiert werden. So sollen die zusätzlichen Qualifikationen auch über die einzelnen Betriebsbesuche hinaus nachvollziehbar bleiben. 

Nach dem fachlichen Lernen spielt für Monika Brunner-Strobl, Projektleiterin der Premiumlehre, der persönliche Austausch eine wesentliche Rolle. Die Teilnehmer:innen bauen sich ein Netzwerk auf und könnten sich zugleich in ihrer Persönlichkeit und ihren sozialen Kompetenzen weiterentwickeln. Auf diese Weise soll das Programm auch dazu beitragen, die gastronomische Ausbildung attraktiver zu gestalten und die Vielfalt der Branche zu vermitteln. 

Persönliches Gespräch zum Einstieg

Wer an der Premiumlehre teilnehmen möchte, kann sich über die Projektwebsite für ein Casting anmelden. Dabei stehen das gegenseitige Kennenlernen und die Motivation der Interessent:innen im Mittelpunkt. "Wir lernen den Lehrling kennen, schauen, ob wirklich dieses Interesse da ist", beschreibt Brunner-Strobl das Verfahren. Laut der Projektleiterin werden dafür laufend Castings angeboten.

Über das Ausbildungsmodell und den Auftakt des aktuellen Jahrgangs berichtete LEADERSNET bereits. Der Betriebsbesuch in Baden knüpft daran an und zeigt am Beispiel unterschiedlicher Küchenschwerpunkte, wie sich die Erfahrungen aus dem eigenen Lehrbetrieb ergänzen lassen.

Video-Interviewpartner:innen

Was Thomas Peschta (Obmann der Fachgruppe Gastronomie der Wirtschaftskammer Wien), Alyssa Stranzinger (Auszubildende Restaurantfachfrau), Monika Brunner-Strobl (Projektleiterin Premiumlehre) und Michael Grossauer (Eigentümer El Gaucho) noch zu sagen haben, erfahren Sie im nachstehenden Video.

www.wko.at/wien

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