Fast 36 Millionen Euro Passiva
Nächste Großpleite erschüttert die Immobilienbranche

| Larissa Bilovits 
| 14.10.2026

Über eine Eisenstädter Projektgesellschaft, die eine Betriebsimmobilie in der Wiener Brigittenau hält, wurde ein Sanierungsverfahren eröffnet. Aus der Krise führen sollen vor allem Mieteinnahmen und Hilfe von dritter Seite.

Am Landesgericht Eisenstadt ist am Montag, dem 12. Oktober 2026, ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung über das Vermögen der simpliimmo Eins Immobilienentwicklungs GmbH & Co KG eröffnet worden. Den Antrag hat die Gesellschaft mit Sitz in der Eisenstädter Marktstraße laut KSV1870 selbst eingebracht. Die Passiva beziffert der Gläubigerschutzverband mit rund 35,8 Millionen Euro, wobei die Angaben in der Kürze der Zeit noch nicht überprüft werden konnten.

Firmensitz erst 2025 ins Burgenland verlegt

Bei der Schuldnerin handelt es sich um eine Projektgesellschaft, die Eigentümerin einer Betriebsimmobilie in Wien-Brigittenau ist. Das Objekt ist als Baurecht im Grundbuch eingetragen. Laut Firmenbuch wurde die Kommanditgesellschaft im Dezember 2020 gegründet, als unbeschränkt haftende Gesellschafterin fungiert die simpliimmo GF GmbH, Kommanditistin ist die wien invest Unternehmensbeteiligungen GmbH.

Ursprünglich war das Unternehmen in Wien ansässig, zuvor waren Adressen in der Leopoldstadt und in der Brigittenau gemeldet. Im Februar 2025 wurde der Sitz nach Eisenstadt verlegt, weshalb das Verfahren nun am dortigen Landesgericht geführt wird. Betroffen sind 21 Gläubiger:innen, Dienstnehmer:innen beschäftigt die Gesellschaft keine. Angaben zu den Ursachen der Zahlungsunfähigkeit wurden bislang nicht veröffentlicht.

Sanierungsplan wird geprüft

Die Gesellschaft strebt eine Sanierung an und will den Betrieb fortführen. Finanziert werden soll der Sanierungsplan nach Unternehmensangaben aus dem laufenden Betrieb und den damit verbundenen Mieteinnahmen sowie mit Unterstützung von dritter Seite. Wer diese Unterstützung leisten soll, ist bislang nicht bekannt. "Die Realisierbarkeit dieses Sanierungsplans mit einer Quote von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren ab Annahme durch die Gläubiger:innen wird daher vom KSV1870 nunmehr eingehend geprüft", erklärt Peter Stromberger vom KSV1870. 

Zur Insolvenzverwalterin wurde die Kosch & Partner Rechtsanwälte GmbH bestellt. Gläubiger:innen können ihre Forderungen bis 30. November 2026 anmelden. Die Prüfungs- und Berichtstagsatzung ist für den 14. Dezember 2026 am Landesgericht Eisenstadt angesetzt, die Sanierungsplantagsatzung samt nachträglicher Prüfungstagsatzung für den 11. Jänner 2027.

www.ksv.at

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