EBU-Radio-Committee in Wien
Ingrid Thurnher empfing Europas Radiospitzen am ORF-Mediencampus

| Tobias Seifried 
| 11.10.2026

Auf Einladung der ORF-Generaldirektorin tagte das Radio Committee der European Broadcasting Union in Wien. Diskutiert wurden unter anderem KI, die Zukunft des Radios und die wirtschaftlichen Herausforderungen.

Der ORF war am 8. Oktober Gastgeber eines internationalen Treffens der europäischen Radiobranche. Auf Einladung von Generaldirektorin Ingrid Thurnher tagte das Radio Committee der European Broadcasting Union (EBU) am ORF-Mediencampus in Wien. Das 14-köpfige Gremium vertritt die strategischen Interessen öffentlich-rechtlicher Radiosender in Europa, die gemeinsam wöchentlich mehr als 42 Prozent der europäischen Bevölkerung erreichen.

Themenschwerpunkte

Geleitet wird das Committee von Sibyle Veil, CEO von Radio France. Neben ihr und Thurnher nahmen zahlreiche Führungskräfte und Vertreter:innen europäischer Rundfunkanstalten an den Beratungen teil.

Im Mittelpunkt des Treffens standen die aktuelle Lage der europäischen Radiomärkte, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten sowie die Chancen und Herausforderungen Künstlicher Intelligenz im Audio- und Podcastbereich. Ein weiterer Schwerpunkt war die Auffindbarkeit von Radioprogrammen in modernen Fahrzeugen.

Thurnher thematisierte auch ORF-Finanzlage

Für Gastgeberin Ingrid Thurnher bot das Treffen die Gelegenheit, zentrale Herausforderungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf europäischer Ebene zu diskutieren.

"Der internationale Austausch mit Kolleg:innen europäischer Rundfunkanstalten ist heute wertvoller denn je", erklärte die ORF-Generaldirektorin am Rande der Veranstaltung. Er ermögliche es, strategische Weichenstellungen zu diskutieren und gemeinsame Antworten auf den Medienwandel zu finden.

Dabei sprach Thurnher auch die wirtschaftlichen Herausforderungen an. Sie habe im Rahmen der Beratungen ausdrücklich auf die angespannte finanzielle Situation des ORF hingewiesen.

Radio im Auto und KI als Zukunftsthemen

Ein konkretes Beispiel für die Zusammenarbeit der europäischen Rundfunkanstalten ist die Initiative "Radio Ready". Sie soll sicherstellen, dass Radioprogramme auch auf den digitalen Benutzeroberflächen moderner Fahrzeuge leicht auffindbar bleiben.

Darüber hinaus beschäftigte sich das Gremium mit den Einsatzmöglichkeiten von KI im Audio- und Podcastbereich sowie den damit verbundenen Herausforderungen.

Thurnher verwies beim Treffen auch auf die ORF-Audioplattform Sound, mit der sich der österreichische Rundfunk aus ihrer Sicht im europäischen Vergleich als Vorreiter positioniere. "Unsere Audio-Plattform ORF Sound beweist eindrucksvoll, dass wir im europäischen Raum zu den Vorreitern gehören", so die Generaldirektorin.

Internationale Radiogrößen zu Gast in Wien

Zu den Teilnehmer:innen zählten unter anderem Graham Ellis (BBC, Großbritannien), Mirko Štular (RTVSLO, Slowenien), Michael Reichert (ARD/BR, Deutschland), Sofia Taavitsainen (SR, Schweden), Javier Sánchez (RTVE, Spanien), Giedrius Masalskis (LRT, Litauen), Rusudan Manjgaladze (GPB, Georgien), Eliana Čandrlić Glibota (HRT, Kroatien) und Andrea Borgnino (RAI, Italien).

Seitens der EBU waren zudem Deputy Director General Jean Philip de Tender und Head of Radio Wouter Quartier vertreten.

www.sound.orf.at

www.ebu.ch

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