Schließung des Ardo-Tiefkühlwerks
Efko könnte bei Rettung der Marchfelder Gemüseproduktion mithelfen

| Tobias Seifried 
| 11.10.2026

Nach der angekündigten Schließung des Ardo-Werks zeichnet sich eine mögliche Perspektive für Betroffene ab. Der oberösterreichische Lebensmittelproduzent kann sich ein Engagement vorstellen.

Die angekündigte Schließung des Ardo-Werks im niederösterreichischen Marchfeld (LEADERSNET berichtete) sorgt weiterhin für Unsicherheit. Neben den rund 240 betroffenen Beschäftigten stehen auch zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe vor einer ungewissen Zukunft (LEADERSNET berichtete). Nun könnte sich zumindest für die Gemüseproduzent:innen eine neue Perspektive eröffnen: Efko signalisiert Bereitschaft, sich an Gesprächen über eine mögliche Lösung zu beteiligen.

Efko zeigt sich gesprächsbereit

Efko-Geschäftsführer Thomas Krahofer betonte am Wochenende, dass die Schließung des Werks die enge Verbindung zwischen heimischer Landwirtschaft und regionaler Lebensmittelverarbeitung verdeutliche.

"Was über Generationen aufgebaut wurde, lässt sich nicht kurzfristig ersetzen. Landwirtschaftliche Betriebe brauchen passende Verarbeitungskapazitäten und verlässliche Abnehmer", erklärte Krahofer.

Der oberösterreichische Lebensmittelhersteller verfüge über langjährige Partnerschaften mit der Landwirtschaft sowie Erfahrung in der Verarbeitung und Haltbarmachung von Gemüse und Obst. Allerdings gehörte Tiefkühlgemüse bislang nicht zu den strategischen Schwerpunkten der Unternehmensgruppe.

Dennoch schließt Efko eine Beteiligung an einer möglichen Lösung nicht aus. Krahofer stellt klar: "Wir sind bereit, uns an Gesprächen über eine tragfähige Lösung zu beteiligen. Ob und in welcher Form daraus ein Engagement von efko entsteht, ist derzeit offen."

Konkrete Zusagen hinsichtlich einer Übernahme von Verarbeitungskapazitäten oder zusätzlicher Abnahmemengen gibt es damit vorerst nicht.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen entscheidend

Ob eine Lösung zustande kommen könnte, hängt laut Efko wesentlich von den wirtschaftlichen Voraussetzungen ab. Steigende Energie- und Personalkosten sowie bürokratische Belastungen erschwerten es, Lebensmittel in Österreich wettbewerbsfähig zu produzieren.

Krahofer verweist deshalb auf die Verantwortung aller Beteiligten – von Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung über den Handel bis hin zur Politik. Langfristig brauche es verlässliche Absatzmöglichkeiten und tragfähige Bedingungen für die heimische Produktion.

Dabei müsse auch berücksichtigt werden, dass viele Haushalte beim Lebensmitteleinkauf zunehmend auf den Preis achten.

Fazit

Ob Efko künftig auch für die vom Ardo-Aus betroffenen Gemüsebauern eine Rolle spielen wird, bleibt abzuwarten. Die grundsätzliche Gesprächsbereitschaft eröffnet jedoch zumindest die Möglichkeit, über neue Partnerschaften und regionale Verarbeitungslösungen zu verhandeln.

www.efko.at

Über Efko

Efko zählt zu den bedeutendsten österreichischen Unternehmen in der Verarbeitung von Obst und Gemüse. Die Gruppe mit Sitz in Eferding verarbeitet jährlich rund 90.000 Tonnen aus 70 Obst- und Gemüsesorten. Neben der Kernmarke gehören unter anderem Machland und Vitana zur Unternehmensgruppe.

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Efko einen Umsatz von 197,7 Millionen Euro und beschäftigte zuletzt rund 678 Mitarbeiter:innen. Über die OÖ Obst- und Gemüseverwertungsgenossenschaft befinden sich 49 Prozent des Unternehmens im Eigentum einer Genossenschaft mit 120 landwirtschaftlichen Mitgliedsbetrieben.

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Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Efko einen Umsatz von 197,7 Millionen Euro und beschäftigte zuletzt rund 678 Mitarbeiter:innen. Über die OÖ Obst- und Gemüseverwertungsgenossenschaft befinden sich 49 Prozent des Unternehmens im Eigentum einer Genossenschaft mit 120 landwirtschaftlichen Mitgliedsbetrieben.

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