Fotos von der Verleihung 2026
Sechs Zukunftsprojekte siegten beim "zeig profil award" ab

| Larissa Bilovits 
| 11.10.2026

Bei der dritten Ausgabe der Auszeichnung prämierte das Nachrichtenmagazin vor rund 200 Gästen Unternehmen und Initiativen, die Österreich nachhaltig voranbringen wollen.

Zum bereits dritten Mal hat das Nachrichtenmagazin profil am Donnerstagabend, dem 8. Oktober, den zeig profil award vergeben. Rund 200 geladene Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft kamen dafür ins Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo in sechs Kategorien Unternehmen und Projekte prämiert wurden, die in Bereichen wie Digitalisierung, Energie, Mobilität oder Stadtentwicklung konkrete Lösungen umsetzen. Durch den Abend führten Schauspielerin und Moderatorin Christiani Wetter sowie profil-Chefredakteurin und -Herausgeberin Anna Thalhammer.

Starker Zuwachs bei den Einreichungen

Mit 272 Einreichungen gingen heuer um 123 Projekte mehr ins Rennen als bei der Awardpremiere vor zwei Jahren. In jeder der sechs Kategorien standen am Ende vier Finalist:innen zur Wahl. Über sie stimmte zunächst die profil-Community in einem öffentlichen Voting ab, das letzte Wort hatte danach eine Jury aus unabhängigen Fachleuten der Wirtschaft und Business Angels. Sie bewertete die Projekte nach ihrem Mehrwert für Österreich und die Gesellschaft, ihrem Beitrag zum Gemeinwohl und ihren Chancen, künftig größere Kreise zu ziehen. Die Gewinner:innen erhielten handgefertigte Trophäen des Wiener Unternehmens rausgebrannt.

Bloß eine weitere Trophäe fürs Nachtkastl soll der Award dennoch nicht sein, stellte Thalhammer gleich zum Auftakt klar. "Wir wollen den Menschen eine Bühne bieten, die mit ihrer Arbeit Dinge ins Lot rücken und dafür sorgen, dass es insgesamt besser läuft. Das ist auch unser Ziel als Journalist:innen", so die Chefredakteurin in ihrer Eröffnungsansprache.

Neue Wege für Wärme, Transporte und Hotelzimmer

Gleich drei der heurigen Siegerprojekte eint der Klimaschutz. In der Kategorie "Umwelt & Energie", die gemeinsam mit dem Klima- und Energiefonds vergeben wurde, entschied sich die Jury für das Wiener Start-up Joulzen, dessen Laudatio Fonds-Geschäftsführer Bernd Vogl hielt. Das Unternehmen rüstet bestehende Heizungsinfrastruktur, etwa ausgediente Öltanks, zu intelligenten Wärmespeichern um. Überschüssige Energie lässt sich darin zwischenspeichern und später zum Heizen nutzen, was die Stromnetze entlasten, Heizkosten senken und den CO₂-Ausstoß verringern soll.

Bei Vega International, Sieger der Kategorie "Mobilität" mit Partner OMV, dreht sich alles um Fahrzeuglogistik. Das Unternehmen bringt Fahrzeuge mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln an ihr Ziel und kombiniert Straße, Schiene und Wasserweg so, dass über die gesamte Transportkette möglichst wenig Emissionen entstehen. Klimafreundliche Transporte sind dabei kein Nebenaspekt, sondern der Kern der Unternehmensstrategie. Gewürdigt wurde das Unternehmen mit einer Laudatio von Alexander Moga, eMobility Manager bei der OMV.

Den Award in der Kategorie "Lebensräume", für die die Blaue Lagune als Partner auftrat, holte das Stadthotel Henriette Vienna. Das Haus hat seine Zimmer nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft neu gestaltet und bei Einrichtung und Ausbau darauf geachtet, dass sich Mobiliar, Bodenbeläge und Bauteile später weiterverwenden oder recyceln lassen. Schadstoffarme Materialien sollen zudem für eine bessere Luft in den Räumen sorgen. Die Laudatio hielt Blaue-Lagune-Gründer Erich Benischek.

Plattformen, Daten und Handwerk

Wie Digitalisierung im sozialen Bereich wirken kann, zeigt wiederum in-kind. Die Initiative gewann die Kategorie "Digitale Transformation", die gemeinsam mit Austrian Power Grid (APG) vergeben wurde, und setzt bei einem Grundproblem des Spendenwesens an, denn oft wissen Hilfsorganisationen und Spender:innen zu wenig voneinander. Auf der Plattform laufen Bedarfsmeldungen, Lagerstände und Spendenangebote zusammen, damit Sachspenden koordiniert verteilt werden können. Laudator war Florian Pink, der bei APG die Unternehmensentwicklung leitet.

Erstmals vergeben wurde heuer die Kategorie "Smarte Infrastruktur & Datenintelligenz" mit Partner Drei Österreich. Gesucht waren Organisationen, die Technologie und Daten gezielt einsetzen, um Arbeit und Alltag weiterzuentwickeln. Erste Preisträgerin ist die NÖM, deren Laudatio Maria Seltner, Senior Expert Communication bei Drei, hielt. Die Molkerei stützt sich auf rund 2.200 bäuerliche Familienbetriebe und will ihre regionalen Wurzeln mit zeitgemäßen Lebensmittel- und Ernährungsangeboten zusammenbringen.

Einen ähnlichen Spagat zwischen Herkunft und Erneuerung schafft die Hutmanufaktur Mühlbauer, Siegerin der Kategorie "Traditionsunternehmen" mit Partner Julius Meinl. Der Betrieb hält an überlieferten Fertigungstechniken fest, experimentiert beim Design aber mit jeder Kollektion aufs Neue und bringt so klassisches Handwerk in die Gegenwart. Die Laudatio hielt Franz X. Brunner, Gründer der Agentur Bespoke.

Business Angels als Wegbegleiter

Über den Abend hinaus sollen die Gewinner:innen laut Veranstalter vor allem von zwei Dingen profitieren, nämlich zusätzlicher Sichtbarkeit in der profil-Community und dem Zugang zu erfahrenen Business Angels, die Fachwissen und Kontakte einbringen. In der Kategorie "Digitale Transformation" ist das Markus Höfinger (3TS Capital Partners), bei "Umwelt & Energie" Bernhard Fichtenthal (Venionaire Capital) und bei "Mobilität" Markus Wagner (i5invest).

Die Kategorie "Traditionsunternehmen" betreut Karl Büche (Angels United), "Smarte Infrastruktur & Datenintelligenz" wiederum Awi Lifshitz (weXelerate) und "Lebensräume" Karin Turki (Conda Capital). Damit schließt sich der Kreis zu einem der Jurykriterien, denn gerade die Chance, über den bisherigen Wirkungskreis hinauszuwachsen, soll so gezielt gefördert werden.

Unternehmertum braucht Leidenschaft

Neben den Auszeichnungen stand auch die Bedeutung unternehmerischer Initiative für den Wirtschaftsstandort Österreich im Mittelpunkt. Peter Bosek, Vorstandsvorsitzender der Erste Group, verwies auf die Leidenschaft und das Durchhaltevermögen, die für den Aufbau eines Unternehmens notwendig seien. Besonders beeindrucke ihn bei Unternehmensbesuchen, mit welchem Engagement Gründer:innen über ihre Betriebe sprechen würden. "Ich habe vor jedem einzelnen Unternehmer Respekt, insbesondere in Österreich, weil wir wissen, dass Unternehmertum in diesem Land eine sehr kleine Pflanze ist", sagte Bosek.

LEADERSNET war bei der Verleihungsgala und hat Eindrücke für Sie in der Galerie gesammelt.

www.profil.at

Die Gewinner des "zeig profil award 2026"

  • Umwelt & Energie: Joulzen
  • Mobilität: Vega International
  • Lebensräume: Stadthotel Henriette Vienna
  • Digitale Transformation: in-kind
  • Smarte Infrastruktur & Datenintelligenz: NÖM
  • Traditionsunternehmen: Hutmanufaktur Mühlbauer

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Die Gewinner des "zeig profil award 2026"

  • Umwelt & Energie: Joulzen
  • Mobilität: Vega International
  • Lebensräume: Stadthotel Henriette Vienna
  • Digitale Transformation: in-kind
  • Smarte Infrastruktur & Datenintelligenz: NÖM
  • Traditionsunternehmen: Hutmanufaktur Mühlbauer

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