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re:think media brachte junge Talente und etablierte Medienprofis zusammen

Im Mittelpunkt der vierten Ausgabe standen Fragen rund um journalistische Glaubwürdigkeit, Desinformation, Diversität und die Verantwortung digitaler Medien.

Mit re:think media schafft die Mediengruppe Wiener Zeitung seit vier Jahren eine Plattform für den Austausch zwischen jungen Medienschaffenden und etablierten Branchenvertreter:innen. Am Donnerstag versammelten sich rund 600 Teilnehmer:innen im Wiener MuseumsQuartier, um über Glaubwürdigkeit, Verantwortung und aktuelle Entwicklungen in der Medienlandschaft zu diskutieren. Unter dem Leitthema "Wem wird hier noch vertraut?" widmete sich die Veranstaltung auf drei Bühnen unterschiedlichen Aspekten des Vertrauens in Medien. 

Das Programm umfasste Diskussionen über journalistische Inhalte auf sozialen Plattformen, gesellschaftliche Vielfalt, investigative Recherchen und den Umgang mit Falschinformationen. Auch die Verantwortung von Unterhaltungsformaten sowie neue Ansätze zur Vermittlung von Medienkompetenz wurden thematisiert. 

Journalistische Inhalte für junge Zielgruppen aufbereiten

Welche Möglichkeiten soziale Netzwerke für die journalistische Berichterstattung bieten, erläuterte Fabian Grischkat. Der Journalist, Autor und Newsfluencer beschäftigte sich in seiner Keynote "How to Content Create" mit der Vermittlung politischer und gesellschaftlicher Themen über TikTok und Instagram.

Dabei ging es insbesondere darum, komplexe Sachverhalte verständlich und zielgruppengerecht darzustellen, ohne journalistische Qualitätsansprüche zu vernachlässigen. Grischkat beleuchtete unterschiedliche Erzähltechniken, strategische Überlegungen für soziale Medien und die Rolle persönlicher Positionierungen im modernen Journalismus.

Sichtbarkeit und Chancengleichheit in der Medienbranche

Mit strukturellen Herausforderungen und unterschiedlichen Zugangsmöglichkeiten zur Medienöffentlichkeit setzte sich die Gesprächsrunde "Invisible in Media" auseinander. Musikerin Bamlak Werner, Comedian und Aktivistin Steffi Stanković, Journalistin und Mediengründerin Eda Öztürk sowie Rechtsanwalt und Legal Content Creator Patrick Kainz diskutierten darüber, welche Faktoren Sichtbarkeit und Vertrauen beeinflussen.

Im Mittelpunkt stand unter anderem die Frage, weshalb nicht alle gesellschaftlichen Gruppen gleichermaßen in der medialen Berichterstattung vertreten seien. Die Diskussion befasste sich zudem mit bestehenden Hürden und notwendigen Veränderungen, um unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven mehr Raum zu geben.

Investigative Recherchen erfordern Zusammenarbeit

Die Bedeutung verlässlicher Kooperationen im investigativen Journalismus war ein weiterer Programmschwerpunkt. Frederik Obermaier, der an der Veröffentlichung des Ibiza-Videos beteiligt war und Paper Trail Media gründete, sowie Investigativjournalist Michael Nikbakhsh gaben gemeinsam mit einem Nachwuchsjournalisten des "360° Journalist Traineeships" Einblicke in die Zusammenarbeit bei aufwendigen Recherchen.

Anhand konkreter journalistischer Projekte wurde erläutert, weshalb gegenseitiges Vertrauen insbesondere bei sensiblen Informationen entscheidend sei. Thematisiert wurde auch, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Redaktionen und über nationale Grenzen hinweg gelingen könne.

Gesellschaftliche Verantwortung von Reality-TV

Nicht ausschließlich journalistische Nachrichtenformate standen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Auch der Einfluss von Unterhaltungssendungen auf die öffentliche Wahrnehmung wurde diskutiert.

Anja Rützel, Sophie Imelmann, Mike Vallas und Oliver Svec von ProSiebenSat.1 Puls 4 beschäftigten sich mit der Verantwortung von Reality-TV-Produktionen. Dabei wurden mögliche Grenzüberschreitungen, die Wirkung reichweitenstarker Unterhaltungsangebote und die Frage nach der Verantwortung für ausgestrahlte Inhalte behandelt.

Neue Ansätze gegen Desinformation

Wie sich manipulierte Informationen erkennen lassen und welche Rolle Medienbildung dabei spielt, war Gegenstand weiterer Gespräche. Fachleute aus Journalismus, Medieninnovation und dem Europäischen Parlament tauschten sich über Möglichkeiten aus, kritisches Denken und einen bewussten Umgang mit Nachrichten zu fördern.

Zu den Mitwirkenden zählten Jack Brewster, Gründer und CEO von Newsreel, Petra Stolba vom Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Wien sowie Markus Schwinghammer und Vivian Lösch von Disinfo Consulting.

Ein Schwerpunkt lag auf interaktiven Vermittlungsformen und dem Einsatz spielerischer Elemente, der sogenannten "Gamification". Diskutiert wurde, inwiefern solche Ansätze Menschen dabei unterstützen könnten, Desinformation besser zu identifizieren und journalistische Angebote bewusster zu beurteilen.

Workshops ergänzten das Bühnenprogramm

Zusätzlich zu den Vorträgen und Podiumsdiskussionen konnten sich die Besucher:innen in verschiedenen Workshops mit praktischen Fragen des Medienalltags beschäftigen. Das Angebot reichte von kritischem Denken auf Social Media und Wissenschaftsjournalismus über Personal Branding bis hin zu Interviewtechniken. Weitere Formate widmeten sich dem persönlichen Selbstvertrauen von Medienschaffenden. 

LEADERSNET war bei der Veranstaltung. Einen Eindruck können Sie sich hier machen. 

www.rethinkmedia.at

www.wienerzeitung.at

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