IHaM-Analyse
Konsumklima springt auch im dritten Quartal nicht an

Die Konsumstimmung in Österreich bleibt gedämpft. Laut einer aktuellen Analyse des Instituts für Handel, Absatz und Marketing der JKU Linz greifen 54 Prozent verstärkt zu günstigeren Produkten, 73 Prozent achten beim Einkauf stärker auf Aktionen. 

Von einer Trendwende beim privaten Konsum kann weiterhin keine Rede sein. Das zeigt die aktuelle Analyse des Instituts für Handel, Absatz und Marketing (IHaM) der Johannes Kepler Universität Linz. Der Vertrauensindex der privaten Haushalte lag im dritten Quartal 2026 bei minus 19 Prozentpunkten. Damit verbesserte er sich zwar gegenüber dem zweiten Quartal mit minus 22 Prozentpunkten, blieb aber unter dem Wert des ersten Quartals von minus 17 Prozentpunkten. Einen Aufwärtstrend leiten die Handelsforscher daraus nicht ab.

Auch im europäischen Vergleich ist die Stimmung hierzulande etwas schlechter. In Deutschland lag der Saldo im dritten Quartal bei minus 14 Prozentpunkten, im EU-Durchschnitt bei minus 15 Prozentpunkten. Allerdings zeigt sich auch dort im bisherigen Jahresverlauf keine wesentliche Stimmungsaufhellung. 

Aktionen bleiben besonders wichtig

Wie stark die Konsument:innen weiterhin auf den Preis achten, zeigt die im September 2026 durchgeführte Befragung des IHaM. 54 Prozent der Österreicher:innen ab 18 Jahren geben an, verstärkt zu günstigeren Produkten im Einzelhandel zu greifen. Der Anteil ist damit gegenüber April unverändert geblieben. Noch ausgeprägter ist die Aktionsorientierung: 73 Prozent achten verstärkt auf Angebote. Auch dieser Wert liegt exakt auf dem Niveau von April 2026.

Besonders zurückhaltend sind die Konsument:innen bei Anschaffungen, die nicht zum täglichen Bedarf gehören. 32 Prozent geben derzeit weniger für Bekleidung, Schuhe oder Sportartikel aus. Bei längerfristigen Anschaffungen wie Elektrogeräten, Möbeln sowie Bau- und Heimwerkerbedarf liegt der Anteil sogar bei 40 Prozent. Eine Entspannung gegenüber dem Frühjahr ist auch in diesen Bereichen nicht erkennbar.

Hoffnung auf das Weihnachtsgeschäft

Für den Einzelhandel richtet sich der Blick damit einmal mehr auf das traditionell umsatzstarke vierte Quartal. "Das Konsumklima springt auch im III. Quartal 2026 nicht wieder an. Besonders ausgeprägt bleibt die Kaufzurückhaltung im Mittel- und Langfristbedarf. Von einer nachhaltigen Trendwende im Konsum kann derzeit noch keine Rede sein", resümiert IHaM-Handelsforscher Ernst Gittenberger. Die Hoffnungen lägen nun auf dem Weihnachtsgeschäft, um das bislang durchwachsene Einzelhandelsjahr noch aufzufangen.

IHaM-Institutsvorstand Christoph Teller sieht die entscheidende Voraussetzung für eine nachhaltige Erholung in einer Rückkehr der Zuversicht und Konsumbereitschaft. Das Weihnachtsgeschäft nehme dabei eine Sonderstellung ein, weil Schenken als sozialer Prozess teilweise anderen Regeln folge als der alltägliche Konsum. "Für eine nachhaltige Konsumwende braucht es aber mehr als Weihnachten, es braucht wieder Zuversicht", so Teller. 

www.jku.at

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