Fotos vom CEO & Leadership Barometer 2026
Heimische Top-Manager blicken wieder optimistischer in die Zukunft

Neben der verbesserten Stimmung zeigt das aktuelle CEO & Leadership Barometer aber auch, wo die größten Standortprobleme liegen, welche Rolle KI mittlerweile spielt und wie viel Führungskräfte tatsächlich arbeiten.

Österreichs Führungskräfte blicken einer Umfrage zufolge wieder etwas zuversichtlicher auf die wirtschaftliche Entwicklung. Von einer breiten Aufbruchsstimmung kann allerdings noch keine Rede sein. Das zeigen die am Freitag präsentierten Ergebnisse des aktuellen CEO & Leadership Barometers 2026 des Management Clubs und von Grünberger & Partner, für das IMAS International Vorstände, Geschäftsführer:innen und Aufsichtsrät:innen befragt hat.

Während im Vorjahr lediglich zwölf Prozent der Befragten optimistisch auf die kommenden zwölf Monate blickten (LEADERSNET berichtete), sind es mittlerweile 30 Prozent. Damit hat sich den Studienautor:innen zufolge der Anteil der Zuversichtlichen mehr als verdoppelt. Dennoch überwiegen weiterhin die skeptischen Einschätzungen: 46 Prozent beurteilen die Aussichten skeptisch, weitere 24 Prozent zeigen sich besorgt. Etwas positiver fällt der längerfristige Ausblick aus. Für die kommenden zwei bis drei Jahre sind 37 Prozent zuversichtlich, bei einem Zeithorizont von sieben bis neun Jahren steigt dieser Anteil auf 42 Prozent.

Bürokratie bleibt das größte Standortproblem

Trotz der verbesserten Stimmung sehen die heimischen Führungskräfte erheblichen Reformbedarf. Besonders deutlich fällt die Kritik an der Bürokratie aus. 93 Prozent der Befragten stimmen der Aussage eher zu, dass zahlreiche überflüssige Vorschriften ihre Arbeit stark belasten. Für 56 Prozent stellt die Bürokratie sogar eine sehr große Herausforderung dar.

Dahinter folgen die hohen Lohnkosten mit 48 Prozent und die schwache Konjunktur mit 40 Prozent. Als konkrete Belastungen werden insbesondere europäische Regulierungen genannt. Dazu zählen die ESG-Berichterstattung, die Entgelttransparenz-Richtlinie sowie Vorgaben rund um NIS2 und Datenschutz.

Auffällig ist hingegen der Bedeutungsverlust des Fachkräftemangels. Während diesen 2024 noch 36 Prozent als Problem nannten, sind es aktuell nur noch acht Prozent.

Klare Forderungen an die Bundesregierung

Entsprechend hoch sind die Erwartungen an die Politik. 80 Prozent der befragten Führungskräfte fordern, dass sich die Bundesregierung mit höchster Priorität dem Bürokratieabbau widmet. Insgesamt 88 Prozent sprechen sich sehr oder eher dafür aus. Das bereits beschlossene Entbürokratisierungspaket wird von 38 Prozent positiv bewertet, eine spürbare Entlastung dürfte bei vielen Unternehmen bislang allerdings noch nicht angekommen sein.

Weitere Reformwünsche betreffen das Bildungssystem, das 59 Prozent als vorrangiges Handlungsfeld nennen, sowie die sozialen Sicherungssysteme mit 52 Prozent. Unter den bereits beschlossenen Maßnahmen genießt die für 2028 vorgesehene Senkung der Lohnnebenkosten mit 59 Prozent die größte Zustimmung.

"Unsere Führungskräfte sagen sehr klar, was den Standort nach wie vor bremst: immer noch zu viele überflüssige Vorschriften, die überhaupt keinen Mehrwert bringen", erklärt Günther Ofner, Vizepräsident des Management Clubs. Ein konsequenterer Bürokratieabbau könnte seiner Einschätzung nach gemeinsam mit der verbesserten Stimmung neue wirtschaftliche Dynamik ermöglichen.

KI ist in den Chefetagen angekommen

Erstmals untersuchte das Barometer auch die Bedeutung künstlicher Intelligenz für das Top-Management. Die Ergebnisse zeigen, dass KI mittlerweile in der strategischen Unternehmensplanung eine wichtige Rolle spielt. So erwarten rund zwei Drittel der Befragten, dass KI ihr Unternehmen innerhalb der kommenden fünf Jahre grundlegend verändern wird. 86 Prozent haben das Thema bereits in ihrer langfristigen Planung verankert, 83 Prozent halten KI für entscheidend für die künftige Wettbewerbsfähigkeit.

Auch bei der Weiterbildung zeigt sich eine hohe Aktivität: 91 Prozent der befragten Führungskräfte geben an, die KI-Qualifizierung ihrer Mitarbeiter:innen gezielt zu fördern. Allerdings besteht zwischen strategischer Bedeutung und messbarem wirtschaftlichem Nutzen noch eine Lücke. Nachweisbare Effizienzsteigerungen oder Kosteneinsparungen sehen bislang 56 Prozent. Gleichzeitig berichten 86 Prozent von gestiegenen Anforderungen an ihre eigene Führungsarbeit durch KI.

58 Stunden Arbeit pro Woche sind der Durchschnitt

Ein weiterer Schwerpunkt der Erhebung betrifft die Arbeitsbelastung im Top-Management. Demnach arbeiten die befragten Führungskräfte durchschnittlich 58 Stunden pro Woche. Knapp die Hälfte kommt auf mehr als 60 Wochenstunden, 17 Prozent sogar auf mehr als 70.

Auch außerhalb der regulären Arbeitswoche bleibt die berufliche Tätigkeit für viele präsent. 56 Prozent arbeiten regelmäßig oder immer an Wochenenden und Feiertagen. 69 Prozent geben an, im Urlaub ständig erreichbar zu sein. Drei Viertel bearbeiten selbst während ihrer freien Tage mindestens einmal täglich berufliche E-Mails.

Als wichtigste Motivation für dieses Arbeitspensum nennen 39 Prozent die Identifikation mit ihrer Funktion und Verantwortung. Für 30 Prozent steht die Freude an der Tätigkeit im Vordergrund. Gehalt und zusätzliche Leistungen spielen mit zehn Prozent eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Online-Medien und LinkedIn dominieren

Auch das Informationsverhalten der Führungskräfte wurde untersucht. Im Durchschnitt nutzen die Befragten 5,6 unterschiedliche Medienangebote. Über wirtschaftliche Entwicklungen informieren sie sich vor allem über Online-Medien (64 Prozent), digitale Tageszeitungen (62 Prozent) und Podcasts (53 Prozent).

Besonders stark vertreten sind die heimischen Top-Entscheider:innen auf LinkedIn. Laut Erhebung sind dort 90 Prozent selbst aktiv. Instagram wird von 48 Prozent genutzt, während andere soziale Netzwerke eine deutlich geringere Rolle spielen. Bei der Betreuung ihrer Social-Media-Auftritte setzen 37 Prozent auf Mitarbeiter:innen, 32 Prozent kümmern sich selbst darum. Ein Viertel organisiert die Betreuung gemeinsam mit dem eigenen Team.

"KI ist bereits strategisch verankert, für den Wettbewerbsvorteil wird künftig aber entscheidend sein, ob sie Effizienz steigert und vor allem auch messbaren wirtschaftlichen Nutzen schafft", betont Silvia Grünberger, Managing Partner von Grünberger & Partner. Gleichzeitig unterstreicht sie die große Bedeutung digitaler Informationskanäle für die heimischen Entscheidungsträger:innen.

LEADERSNET war bei der Präsentation. Fotos sehen Sie in unserer Galerie.

www.gruenberger-partner.com

www.managementclub.at

www.imas.at

Über das CEO & Leadership Barometer

Das CEO & Leadership Barometer wird vom Management Club und Grünberger & Partner durchgeführt. Für die Ausgabe 2026 befragte IMAS International österreichische Vorstände, Geschäftsführer:innen und Aufsichtsrät:innen zu ihren wirtschaftlichen Erwartungen, den Herausforderungen des Standorts, politischen Reformprioritäten sowie zu KI, Arbeitsbelastung und Mediennutzung.

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Das CEO & Leadership Barometer wird vom Management Club und Grünberger & Partner durchgeführt. Für die Ausgabe 2026 befragte IMAS International österreichische Vorstände, Geschäftsführer:innen und Aufsichtsrät:innen zu ihren wirtschaftlichen Erwartungen, den Herausforderungen des Standorts, politischen Reformprioritäten sowie zu KI, Arbeitsbelastung und Mediennutzung.

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