Fotos von "Die Tragik mit der Komik"
Fälbl und Härle erzählten im CasaNova vom Lachen und Scheitern

Bei der Wien-Premiere von "Die Tragik mit der Komik" prallten große Bühnenambitionen auf berufliche Ernüchterung – gefeiert von einem Publikum voller Branchenkolleg:innen.

Wer andere zum Lachen bringt, muss selbst längst nicht mehr zum Scherzen aufgelegt sein. Von dieser Kluft zwischen Beruf und Befinden erzählte auch das Stück "Die Tragik mit der Komik" am 31. Oktober im CasaNova Vienna, bei dem Christoph Fälbl und Michelle Härle als zwei Menschen auf der Bühne standen, die unterschiedlicher kaum auf die Komik blicken könnten: Während er genug von seinem Publikum und dem ewigen Geschäft mit der nächsten Pointe hat, möchte sie genau dorthin, wo er die Freude längst verloren hat. 

Aus dieser Begegnung entwickelte das von Viktoria Schubert geschriebene und inszenierte Stück eine Geschichte über die Arbeit am Humor und die Verletzlichkeit dahinter. 

Wenn die Pointe zur Geduldsprobe wird

Für Fälbls ausgebrannten Komödianten ist der Berufswunsch der jungen Frau zunächst selbst ein Witz. Dennoch nimmt er sie widerwillig unter seine Fittiche. Zwischen ihrem Tatendrang und seiner Ernüchterung beginnt eine Lehrzeit, in der missglückte Auftritte ebenso ihren Platz haben wie bissige Kommentare und die Suche nach dem richtigen Gespür fürs Publikum.

Dabei führt der Weg von der einzelnen Pointe zu grundsätzlicheren Fragen. Warum lacht ein Mensch über einen Witz, der einen anderen völlig kaltlässt? Was lässt sich am Komischsein erlernen, und wo helfen auch Technik und Erfahrung nicht weiter? Schuberts Stück verbindet diese Fragen mit der Geschichte zweier Figuren, die sich auf der Bühne behaupten wollen und dabei immer wieder an ihre Grenzen geraten.

So wird das Scheitern zum Teil jener Arbeit, die im besten Fall ganz mühelos aussieht. Hinter einem gelungenen Auftritt stehen schließlich auch Zweifel, Versuche und der Mut, sich mit einer Idee vor andere Menschen zu stellen.

Ein Publikum, das die Bühne von innen kennt

Wie vertraut solche Erfahrungen den Kolleg:innen im Saal waren, zeigte sich in den Reaktionen nach der Vorstellung. "Wir sind überwältigt. Das Schöne war das Feedback der vielen Kolleg:innen, die durchgelacht haben – denn die sind besonders schwer zu beeindrucken. Es war ein sehr schöner Vormittag und wir freuen uns schon auf die nächsten Vorstellungen", erklärten Fälbl und Härle gemeinsam.

Prominentes Publikum

Unter den Gästen waren unter anderem Schauspielerin Susanna Hirschler, Kabarettist Reinhard Nowak, die künstlerische Leiterin des Gloria-Theaters Claudia Rohnefeld, Kabarettist Thomas Schreiweis, Schauspieler Christian Spatzek, Theaterschauspielerin Eva Maria Marold, Kabarettist Olivier Lendl und Musiker Christian Deix. Für sie bot der Vormittag auch Gelegenheit, den eigenen Beruf aus dem Zuschauerraum zu betrachten.

Spatzek erkannte in der Geschichte vieles aus dem Bühnenalltag wieder. "Es war wirklich großartig. Es war ein Bericht über die Komik und die Probleme, die man eben hat. Christoph und Michelle haben viele richtige Sachen gesagt. Es war ein sehr netter, sehr schöner Vormittag", sagte der Schauspieler. Marold fasste ihren Eindruck knapp zusammen: "Es hat mir sehr, sehr gut gefallen. Ein sehr gutes Stück!"

Nowak wiederum hob neben dem Zusammenspiel der beiden die Regie und die Musiknummern hervor. Dass er selbst viel gelacht habe, wertete er als gutes Zeichen – schließlich sei er schwer zu unterhalten.

Vom Geburtstagsfest zurück ins gemeinsame Bühnenleben

Einige der Gäste hatten Fälbl schon wenige Monate zuvor bei einem persönlichen Anlass begleitet. Am 5. Mai wurde der Schauspieler und Kabarettist, einen Tag vor seinem Geburtstag, im Gloria-Theater mit einer eigenen Bühnenshow zum 60er gefeiert. Durch den Abend führte Gerald Fleischhacker, während Wegbegleiter:innen mit Musik, Erinnerungen und humorvollen Beiträgen gratulierten. LEADERSNET war dabei und berichtete über das Geburtstagsfest.

Rohnefeld und Deix wirkten damals am Programm mit, Nowak schaute als Überraschungsgast vorbei, und auch Fälbls Lebenspartnerin Härle war selbstverständlich unter den Gratulant:innen. Im CasaNova kamen einige dieser Wegbegleiter:innen nun unter anderen Vorzeichen zusammen. Dieses Mal gehörte die Bühne Fälbl und Härle – und einer Geschichte über einen Beruf, dessen Leichtigkeit jeden Tag aufs Neue erarbeitet werden muss.

LEADERSNET begleitete die Wien-Premiere. Einen Eindruck vom Stück können Sie mittels Galerie hier und hier gewinnen. 

www.casanova-vienna.at

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