Gestern, am 1. Oktober, feierte der Österreichische Kaffee- und Teeverband zum 25. Mal den Tag des Kaffees. Eine Würdigung, die hierzulande durchaus angebracht ist: Schließlich greifen dem Verband zufolge rund 86 Prozent von Österreichs Bewohner:innen regelmäßig zum schwarzen Bohnensaft, im Schnitt werden jährlich 162 Liter pro Kopf davon getrunken.
Für die Branche ist daher umso unverständlicher, dass Kaffee mit 20 Prozent dem höchsten Mehrwertsteuersatz unterliegt. "In einem Kaffeeland wie Österreich ist Kaffee längst ein Grundnahrungsmittel. Dass er beim höchsten Steuersatz liegt, passt nicht dazu", moniert Tina Antonius, Geschäftsführerin des Österreichischen Kaffee- und Teeverbands. "Wir sind mit unserer Initiative nicht durchgedrungen, aber wir bleiben dran."
Tee behauptet sich auf hohem Niveau
Ein anderer geschätzter flüssiger Begleiter der Österreicher:innen ist, vor allem in den Morgenstunden, Tee. Dementsprechend konnte auch Teekanne seine Produkte gut an die Frau und den Mann bringen. Thomas Göbel, Österreich- und Osteuropa-Geschäftsführer des Unternehmens mit Hauptsitz in Düsseldorf, berichtet: "Wir blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Teekanne Österreich und die von Salzburg aus betreuten Märkte erzielten im Geschäftsjahr 2025/26 einen Brutto-Gesamtumsatz von 194,2 Millionen Euro."
Von Salzburg aus werden insgesamt 14 Märkte in Ost- und Südosteuropa betreut, der Exportanteil liegt bei über 60 Prozent. Und gerade hierzulande steht das Unternehmen gut da: "Der österreichische Teemarkt entwickelt sich auf hohem Niveau positiv und ist zuletzt um 1,4 Prozent auf 89,6 Millionen Euro gewachsen."
Da die Marke Teekanne hier Marktführer ist und die Zweitmarke Willi Dungl auf Platz zwei liegt, sieht sich das Unternehmen im heimischen Markt gut aufgestellt und erwartet auch eine positive Bilanz zum Jahresende: "Für den Abschluss 2026 erwarten wir trotz eines sehr anspruchsvollen Marktumfelds eine stabile bis positive Entwicklung."
Das Fundament bleiben Kräuter- und Früchtetees. Wachstumsmöglichkeiten sieht Göbel vor allem bei ganzjährigen Teekonzepten, Cold Brew, Matcha und funktionalen Tees. "Tee steht heute nicht mehr nur im Wettbewerb innerhalb der eigenen Kategorie, sondern tritt beispielsweise als Cold Brew auch gegen klassische Erfrischungsgetränke an. Das fordert uns heraus, eröffnet aber zugleich neue Wachstumschancen."
Tee erweist sich trotz der anhaltend hohen Preissensibilität insgesamt als vergleichsweise stabile Kategorie. "Gespart wird eher bei Produkten, deren Mehrwert nicht unmittelbar erkennbar ist. Gleichzeitig zeigt das Marktwachstum, dass hochwertige Tees weiterhin gefragt sind."
Rohstoffe werden zur Herausforderung
Eine zentrale Herausforderung für die Branche sei allerdings die verlässliche Beschaffung hochwertiger Naturrohstoffe. "Wir beziehen rund 300 Rohwaren von 150 Lieferanten aus 50 Ländern. Da Tee, Kräuter und Früchte natürlichen Schwankungen bei Ernten und Qualitäten unterliegen, sichern wir mit langfristigen Lieferantenbeziehungen, einer breit aufgestellten Beschaffung und konsequenter Qualitätssicherung die gewohnte Qualität unserer Produkte. Unser Ziel ist es, ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten, ohne bei Rohwarenqualität, Geschmack und Produktsicherheit Abstriche zu machen."
Geschenke und Adventkalender
Ein heimischer Player auf dem österreichischen Teemarkt wiederum ist Sonnentor. "Wir konnten das Geschäftsjahr 2025/26 erfolgreich abschließen und erzielten rund 67,5 Millionen Euro Umsatz", freut sich Vertriebsleiter Michael Kormesser. "Das Plus von zehn Prozent im Vorjahresvergleich bestärkt uns auf unserem konsequenten Weg als Bio-Pionier."
Das Unternehmen aus Sprögnitz ist auf mehreren Vertriebswegen vertreten: im Bio-Fachhandel, in den eigenen Filialen sowie im Sonnentor-Onlineshop, in Apotheken und in der Gastronomie. Für das Teesegment steht die Hauptsaison aber noch bevor.
"Mit Beginn der kühleren Jahreszeit rechnen wir mit einer steigenden Nachfrage nach Tee und anderen Heißgetränken. Im Geschäftsjahr 2025/26 war der Tee-Adventkalender wie in den vergangenen Jahren bei unseren Bestellern ganz vorne mit dabei. Gleichzeitig finden sich mit dem Glückstee, dem Gute-Laune-Tee und dem Geburtstagstee auch mehrere Teemischungen, die gerne als Geschenkartikel erworben werden, unter den meistverkauften Produkten."
Und ebenso eine Überraschung: "Wir haben derzeit kaum eine Konsumzurückhaltung bemerkt und freuen uns, uns mit einer minimalen Schwankung auf dem Vorjahresniveau zu bewegen."
Die Rohstoffproblematik trifft Sonnentor allerdings ebenfalls. "Um dem aktiv entgegenzuwirken, arbeiten wir an gezielten Anpassungsmaßnahmen. Hierfür wurde die Arbeitsgemeinschaft Klimafit ins Leben gerufen, welche aus Vertreter:innen aus mehreren Abteilungen besteht, die gemeinsam an Projekten in diesem Bereich arbeiten. Als ersten Schritt befindet sich eine Risikoanalyse der Rohwaren in Umsetzung."
Dabei untersucht das Unternehmen, wie gefährdet bestimmte Rohwaren durch die Auswirkungen des Klimawandels sind, um davon ausgehend konkrete Maßnahmen zu ergreifen.
Bienen auf der Spur
Wer seinen Morgentee etwas süßer mag, verfeinert ihn gerne mit ein wenig Zucker oder einem Löffel Honig. Und auch auf der Frühstückssemmel landet gerne einmal ein ordentlicher Klecks davon. Für die Branche war es zuletzt allerdings nicht immer einfach.
So heißt es bei der Spitz-Tochter Alpine Brands GmbH, Markeninhaberin von Honigmayr: "2025 war ein herausforderndes Jahr für den Honigmarkt. Die rückläufige Marktentwicklung hat sich auch bei uns bemerkbar gemacht. Dennoch konnten wir unsere Position in diesem schwierigen Umfeld insgesamt behaupten."
Turbulent dürfte es vorerst bleiben: "Wir erwarten für den weiteren Jahresverlauf ein herausforderndes Marktumfeld. Gleichzeitig ist Honig ein sehr etabliertes Produkt, das für viele Konsument:innen zum klassischen Frühstück gehört. Für Honigmayr konzentrieren wir uns daher weiterhin auf unsere Kernkompetenz und ein klares, fokussiertes Sortiment. Die Konsument:innen kaufen insgesamt bewusster und vergleichen stärker. Gerade deshalb ist es wichtig, ein übersichtliches Sortiment anzubieten und sich auf Produkte zu konzentrieren, die einen klaren Nutzen und verlässliche Qualität bieten."
Honigmayr setzt daher bewusst auf ein kompaktes Sortiment und konzentriert sich auf wesentliche Honigsegmente wie klassische Blüten- und Waldhonige, ergänzt um Bio-Varianten.
Auch hier bleibt die Rohstoffbeschaffung eine zentrale Herausforderung: "Österreich kann seinen Honigbedarf nicht vollständig aus heimischer Produktion decken. Deshalb sind langfristige Beziehungen zu verlässlichen Lieferpartnern sowie konsequente Qualitätskontrollen besonders wichtig."
Hinzu kommen strengere Anforderungen an die Herkunftskennzeichnung. Seit Juni 2026 gelten in der gesamten EU neue Vorgaben. Bei Honigmischungen müssen unter anderem die jeweiligen Ursprungsländer ausgewiesen werden. "Bei Honigmayr setzen wir allerdings bereits seit Jahren auf nachvollziehbare Herkunft. Über unser BeeTracking können Konsument:innen die Herkunft nachvollziehen. Was nun gesetzlich stärker verankert ist, war für uns schon bisher ein wichtiger Bestandteil unserer Markenphilosophie."
Ausgeprägte Dürre
Ein weiterer bedeutender Anbieter im Honiggeschäft ist Darbo. Das Unternehmen aus Stans konnte sich laut Marketingleiterin Julia Reiter insgesamt, also auch mit dem Konfitüresegment, gut gegen das schwierige Umfeld behaupten: "Trotz zunehmender Unsicherheiten blicken wir auf ein starkes Geschäftsjahr 2025 zurück. Unser Umsatz erreichte im Jahr 2025 mit 209,5 Millionen Euro erneut einen Rekordwert. Alle unsere Geschäftsbereiche, sowohl Merkantil, Gastronomie, Industrie als auch Fruchtzubereitung, verzeichneten ein Umsatzwachstum."
Für den Jahresabschluss dämpft Reiter allerdings die Erwartungen. Hier macht sich der außergewöhnlich heiße und trockene Sommer bemerkbar: "Die Situation rund um die Obsternte sah im Frühjahr noch sehr gut aus. Aufgrund der ausgeprägten Dürre mussten wir unsere Erwartungen auf der Rohwarenseite für das aktuelle Geschäftsjahr etwas revidieren. Trotzdem schauen wir zuversichtlich in die Zukunft."
Die größten Belastungen spürt Darbo heuer erneut bei den Rohwaren. "Kurz vor der Ernte führten Regenperioden, gefolgt von ungewöhnlich frühen und intensiven Hitzewellen, zu Problemen in vielen Anbaugebieten. Insgesamt präsentiert sich die Fruchtsaison 2026 daher als sehr durchwachsen. Leider schaut die Situation bei Zucker auch nicht besonders gut aus."
Hinzu kommen gestiegene Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette, etwa für Verpackung, Energie, Transport und Logistik. "Wir konzentrieren uns dennoch darauf, unseren Kund:innen langfristig die gewohnt verlässliche Darbo-Qualität zu bieten, bei Qualität machen wir keine Abstriche."
Zuckerreduzierte Produkte legen zu
Und das scheinen die Kund:innen zu goutieren. "Im auflaufenden Jahr verzeichnen wir generell bei Konfitüre ein Umsatzwachstum." Dabei macht sich einer der großen Ernährungstrends bemerkbar: "Innerhalb unserer Märkte ist die zunehmende Präferenz für zuckerreduzierte Produkte ein Top-Trend. Unser Sortiment der zuckerreduzierten Fruchtaufstriche entwickelt sich sehr gut, es ist ein Wachstumstreiber."
Ein weiterer Trend sei die Vorliebe für natürliche Produkte und Inhaltsstoffe und eine damit verbundene Präferenz für ein entsprechendes Qualitätsniveau. "Hohe Qualität, Fruchtanteil und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis gewinnen dadurch weiter an Bedeutung, davon profitieren wir. Als Markenhersteller setzen wir deshalb weiterhin auf verlässliche Qualität und Produkte, die einen Mehrwert bieten."
www.kaffeeverband.at
www.teekanne.at
www.sonnentor.com
www.alpinebrands.at
www.honigmayr.at
www.darbo.com
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