10 Verbindungen werden gestrichen
Ryanair zieht weitere Flugzeuge aus Wien ab

| Tobias Seifried 
| 07.10.2026

Die irische Billigfluglinie setzt ihren Rückzug vom heimischen Drehkreuz fort. Im Winter werden nur noch zwölf Flieger stationiert sein, zehn Verbindungen fallen weg. Betroffen sind laut Airline weitere 80 Arbeitsplätze.

Ryanair reduziert seine Präsenz am Flughafen Wien erneut. Mit dem Winterflugplan werden nur noch zwölf Flugzeuge in Schwechat stationiert sein. Im vergangenen Winter waren es noch 16, im heurigen Sommer 14 Maschinen. Mit dem neuerlichen Abzug fallen nach Angaben der Fluggesellschaft auch 80 Arbeitsplätze weg.

Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die bereits im vergangenen Jahr begonnen hat. Ryanair hatte im Herbst 2025 zunächst drei Flugzeuge aus Wien abgezogen und mehrere Verbindungen eingestellt. Damals waren rund 120 Mitarbeiter:innen beim AMS zur Kündigung angemeldet worden (LEADERSNET berichtete).

Zehn Verbindungen ab Wien fallen weg

Von den aktuellen Kürzungen betroffen sind die Verbindungen von Wien nach Kopenhagen, Marseille, Tel Aviv, Dubrovnik, Niš, Salerno, Sevilla, Warschau, Lanzarote und Riga.

Auch außerhalb Wiens wird das Angebot verkleinert. So werden die Verbindungen von Linz und Klagenfurt nach London-Stansted ebenfalls eingestellt. Trotz der Kürzungen sollen im Winter rund 50 Ryanair-Verbindungen bestehen bleiben.

Ryanair kritisiert Standortkosten

Als Grund für den weiteren Rückzug führt die Airline erneut die Kosten des österreichischen Luftfahrtstandorts ins Treffen. Ryanair kritisiert insbesondere die Flugticketabgabe von zwölf Euro pro Passagier:in sowie die Kosten für Flugsicherung und Flughafengebühren.

Ryanair-Chef Michael O'Leary hatte bereits in der Vergangenheit die Abschaffung der Flugticketabgabe gefordert. Nach Darstellung der Airline reicht auch das von der Bundesregierung angekündigte Unterstützungspaket nicht aus, um die Rahmenbedingungen aus ihrer Sicht ausreichend zu verbessern.

Der weitere Rückzug muss nach Darstellung der Billigfluglinie nicht dauerhaft sein. Sie stellt eine Rückkehr von Kapazitäten beziehungsweise neuerliches Wachstum in Österreich in Aussicht, sollte sich bei Steuern und Standortkosten etwas ändern.

Debatte über Unterstützung für Luftfahrtstandort

Demgegenüber stehen die Bemühungen der Bundesregierung, den Luftfahrtstandort zu stärken. Mobilitätsminister Peter Hanke hatte sich zuletzt auch beim 24. Luftfahrtsymposium am Flughafen Wien zur künftigen Ausrichtung geäußert. Dort verwies er auf die geplante Luftfahrtstrategie 2040+ und bezeichnete Innovationen, Investitionen sowie gut ausgebildete Beschäftigte als wesentliche Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts – LEADERSNET.tv sprach vor Ort mit dem Minister und weiteren Branchenvertreter:innen, die sich ebenfalls für eine Senkung der hohen Standortkosten aussprachen.

Für 2027 und 2028 sind laut Mobilitätsministerium jeweils 30 Millionen Euro zur Unterstützung der Luftfahrt vorgesehen. Hanke setzt sich innerhalb der Bundesregierung für eine Verdoppelung auf jährlich 60 Millionen Euro ein. Aufgrund des Sparzwangs dürfte das kein allzu leichtes Unterfangen werden.

Die Entwicklung bei Ryanair reiht sich in einen breiteren Rückzug von Billigfluglinien aus Wien ein. Wizz Air hatte seinen Standort am Flughafen Wien bereits im vergangenen Jahr komplett aufgegeben (LEADERSNET berichtete).

www.ryanair.com

www.viennaairport.com

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