Fotos von der Premieren-Veranstaltung
Immobilien-Plattform Österreich brachte Branche und Politik an einen Tisch

| Redaktion 
| 30.09.2026

Bei der ersten Veranstaltung der Initiative diskutierten Vertreter:innen der Immobilienwirtschaft mit den Wohnbau- und Bautensprechern der Regierungsparteien über aktuelle Herausforderungen am heimischen Immobilienmarkt und mögliche Lösungsansätze.

Die schwierigen Rahmenbedingungen am österreichischen Immobilienmarkt stellen Branche und Politik vor zahlreiche Aufgaben. Eine rückläufige Neubautätigkeit trifft auf demografische Veränderungen, höhere Anforderungen an Gebäude und erschwerte Finanzierungsmöglichkeiten. Mit der Immobilien-Plattform Österreich soll nun der Austausch zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen der Branche und politischen Entscheidungsträger:innen verstärkt werden. 

Die Initiative lud dazu am 29. September erstmals zu einer Veranstaltung in die Wirtschaftskammer Österreich. Im Mittelpunkt standen jene Rahmenbedingungen, die aus Sicht der Beteiligten notwendig sind, um Investitionen in Neubauten und bestehende Immobilien wieder zu erleichtern. 

Handlungsbedarf bei Neubau und Genehmigungen

In einer ersten Gesprächsrunde befassten sich Georg Flödl, Alexander Winkler, Roman Oberndorfer und Hannes Dolzer mit den zentralen Anliegen der neuen Plattform. Einen Schwerpunkt bildete die Entwicklung im Neubau.

Oberndorfer verwies auf die deutlich gesunkene Neubauleistung. Als notwendige Schritte nannte er einfachere und raschere Genehmigungsverfahren sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Immobilienwirtschaft, Politik, Banken und Aufsicht. 

Finanzierung bleibt zentrale Herausforderung

Hannes Dolzer stellte die Finanzierungsbedingungen in den Mittelpunkt. Nach seiner Einschätzung bestehen trotz des Auslaufens der KIM-Verordnung weiterhin erhebliche Einschränkungen. Mehr Spielraum bei Kreditlaufzeiten und bessere Finanzierungsmöglichkeiten für wirtschaftlich tragfähige Projekte gehörten daher zu den angesprochenen Forderungen. 

Alexander Winkler konzentriere sich auf die rechtlichen Rahmenbedingungen. Expert:innen aus der Praxis sollten seiner Ansicht nach bereits frühzeitig in Gesetzgebungsprozesse eingebunden werden. Georg Flödl verwies wiederum auf die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für langfristige Immobilienprojekte. Wer über mehrere Jahre hinweg entwickle, benötige entsprechende Planungssicherheit. 

Regierungsparteien diskutieren unterschiedliche Ansätze

Im zweiten Teil der Veranstaltung kamen die Wohnbau- und Bautensprecher der Regierungsparteien zu Wort. Unter der Moderation von Barbara Fleißner diskutierten Norbert Sieber von der ÖVP, Janos Juvan von den NEOS und Paul Stich von der SPÖ über ihre jeweiligen Zugänge zum Wohnbau. 

Juvan sprach sich für stärkere Anreize zur Eigentumsbildung, einen Abbau von Bürokratie und bessere Voraussetzungen für Investitionen aus. Stich stellte das Zusammenspiel von Neubau und Regulierung in den Vordergrund, um die Leistbarkeit des Wohnens zu sichern. Sieber betonte die Notwendigkeit eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Markt und Regulierung und verwies zugleich auf die Herausforderungen bei der Sanierung und Dekarbonisierung des Gebäudebestands. 

Auch die Entwicklung der Wohnkosten war Teil der Diskussion. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass für die Gesamtbelastung nicht ausschließlich die Mieten ausschlaggebend sind. Insbesondere gestiegene Betriebskosten wurden als wesentlicher Kostentreiber thematisiert. 

Drei Forderungen an die Politik 

Zum Abschluss fasste Roman Oberndorfer drei Anliegen der Immobilienwirtschaft zusammen. Dazu zählen weniger Regulierung, bessere Finanzierungsmöglichkeiten sowohl für Bauträger als auch für private Käufer:innen sowie eine stärkere Beteiligung von Praktiker:innen an politischen Entscheidungsprozessen. Im Zusammenhang mit der Deregulierung verwies er auf den Grundsatz, dass "leistbares Wohnen leistbares Bauen" brauche.

Als zentrales Ergebnis der Veranstaltung kristallisierte sich der Wunsch nach einem intensiveren Austausch zwischen Immobilienwirtschaft und Politik heraus. Aus Sicht der Plattform sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Investitionen sowohl in neue Projekte als auch in den bestehenden Gebäudebestand erleichtern.

LEADERSNET war bei der Veranstaltung. Einen Eindruck können Sie sich hier machen. 

www.wkimmo.at

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