Marketagent-Umfrage
Mehrheit ist offen für Zuckersteuer, fürchtet aber höhere Preise

63 Prozent der Österreicher:innen befürworten eine stärkere Besteuerung besonders zuckerhaltiger Lebensmittel und Getränke. Eine aktuelle Marketagent-Umfrage zeigt allerdings auch deutliche Vorbehalte.

Während in Deutschland über eine Zuckersteuer diskutiert wird, hat Marketagent erhoben, wie eine solche Abgabe in Österreich aufgenommen würde. Das Ergebnis: 63 Prozent der Befragten würden eine höhere Besteuerung stark zuckerhaltiger Lebensmittel und Getränke befürworten, 28 Prozent sogar sehr. 37 Prozent lehnen eine solche Maßnahme ab. Für die Eigenstudie wurden zwischen 26. August und 3. September 2026 insgesamt 1.000 Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren online befragt. 

Hoffnung auf Lenkungseffekt trifft auf Preissorgen

Was eine Zuckersteuer tatsächlich bewirken könnte, beurteilen die Befragten differenziert. 45 Prozent erwarten zusätzliche Einnahmen für den Staat. 38 Prozent hoffen, dass Hersteller als Reaktion den Zuckergehalt ihrer Produkte reduzieren würden. Wesentlich geringer ist das Vertrauen in gesundheitliche Effekte: 28 Prozent glauben, dass sich Übergewicht und ernährungsbedingte Erkrankungen dadurch reduzieren ließen. Nur 19 Prozent erwarten generell eine gesündere Ernährung der Bevölkerung.

Gleichzeitig fürchten 47 Prozent, dass Lebensmittel und Getränke durch die Abgabe noch teurer würden. 43 Prozent rechnen damit, dass Hersteller die zusätzlichen Kosten an die Konsument:innen weitergeben. 42 Prozent bezweifeln grundsätzlich, dass eine Zuckersteuer das eigentliche Problem lösen könne.

"Die Ergebnisse zeigen ein durchaus ambivalentes Bild: Grundsätzlich stößt eine Zuckersteuer in Österreich auf breite Zustimmung. Gleichzeitig ist die Sorge groß, dass sie vor allem zu höheren Preisen führt und die Mehrkosten letztlich bei den Konsument:innen landen", sagt Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent.

Zuckersteuer könnte den Einkauf verändern

Sollte eine entsprechende Abgabe eingeführt werden, würde sie laut Befragung auch das Einkaufsverhalten beeinflussen. 34 Prozent würden häufiger zu zuckerärmeren oder zuckerfreien Alternativen greifen, 33 Prozent verstärkt günstigere Produkte oder Marken wählen. 38 Prozent erwarten hingegen keine Veränderung ihres Einkaufsverhaltens. Am ehesten würden die Befragten bei Getränken ansetzen. 50,5 Prozent sprechen sich für eine Besteuerung zuckerhaltiger Softdrinks und Limonaden aus, 49,4 Prozent für Energydrinks. Dahinter folgen Fertigprodukte mit besonders hohem Zuckergehalt mit 41,9 Prozent. Gesüßte Frühstücksprodukte kommen auf 30,7 Prozent, Fruchtsäfte auf 29,2 Prozent. Eine pauschale Abgabe für alle Lebensmittel und Getränke ab einem bestimmten Zuckergehalt unterstützen 28,1 Prozent.

Gesundes günstiger machen

Entscheidend für die Akzeptanz dürfte auch sein, was mit den zusätzlichen Einnahmen passiert. 42 Prozent würden diese für eine allgemeine Entlastung der Bevölkerung beziehungsweise die Senkung anderer Steuern und Abgaben einsetzen. 40 Prozent wünschen sich Investitionen in Gesundheitsvorsorge und Prävention.

Besonders interessant ist der direkte Vergleich verschiedener steuerlicher Maßnahmen. 39 Prozent bevorzugen eine steuerliche Entlastung gesunder Lebensmittel, lediglich elf Prozent ausschließlich eine Zuckersteuer. Weitere 35 Prozent sprechen sich für eine Kombination aus beidem aus. 15 Prozent lehnen beide Ansätze ab.

www.marketagent.com

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