Ein Zuhause auf Zeit für Familien herzkranker Kinder, kostenlose Rechtsberatung für Migrant:innen und ein barrierefreies Wintersportangebot gehören zu den Projekten, die heuer mit dem Bank Austria Sozialpreis ausgezeichnet wurden. Insgesamt erhalten 27 Initiativen aus den neun Bundesländern sowie drei Projekte der neuen Kategorie "Social Urban Renewal" eine finanzielle Unterstützung. Über die Platzierungen der Bundesländerprojekte entschied ein öffentliches Online-Voting. Zuvor hatten regional besetzte Fachjurys gemeinsam mit einer nationalen Jury jeweils drei Finalist:innen pro Bundesland ausgewählt. Von 6. Juli bis 3. September 2026 konnte die Öffentlichkeit über die Reihung abstimmen, wobei pro E-Mail-Adresse jeweils eine Stimme je Bundesland möglich war.
"Gemeinnützige Projekte, Vereine und Initiativen leisten in ganz Österreich einen unverzichtbaren Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit dem Bank Austria Sozialpreis zeichnen wir dieses herausragende Engagement nun bereits zum siebzehnten Mal aus und stärken damit soziale Projekte in den Regionen bei ihrer wichtigen Arbeit. Heuer ist es uns zudem gelungen, das Preisgeld für 2026 zu verdoppeln und mit 'Social Urban Renewal' eine neue Kategorie für den Bank Austria Sozialpreis bereitzustellen, was uns ganz besonders freut", sagt Ivan Vlaho, Vorstandsvorsitzender der UniCredit Bank Austria.
Neun Projekte gewinnen die Bundesländerwertungen
Im Burgenland ging der erste Platz an gabarage. Das Projekt verbindet Upcycling mit Beschäftigungsmöglichkeiten und entwickelt aus ausgedienten Materialien und Produkten neue Designobjekte. Den zweiten Platz belegte der Verein Autismus Burgenland, der die Sensibilisierung und Fachkompetenz im Umgang mit Menschen im Autismus-Spektrum stärken will. Platz drei erreichte Der Gelbe Tisch, ein Projekt an der Schnittstelle von Frauenförderung, kultureller Teilhabe und regionalem Handwerk.
In Kärnten setzte sich das Villacher Integrationsprojekt Alpha-Frauen durch, das sich an Frauen mit Migrationsgeschichte sowie deren Kinder und Jugendliche richtet. Der zweite Platz ging an Eltern stärken Eltern, ein präventives Mentoringprogramm für Familien in belastenden Lebenssituationen. Den dritten Platz belegte Re:EAGL. Das Projekt verbindet die Weiterverwendung von Elektroaltgeräten, Möbeln und Lebensmitteln mit Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen, denen der Zugang zum Arbeitsmarkt erschwert ist.
Unterstützung für Familien und inklusive Bildungsangebote
Den ersten Platz in Niederösterreich erreichte der Verein punkt.um, der Kinder, Jugendliche und Familien in Krisensituationen psychotherapeutisch und psychosozial begleitet. Auf Platz zwei folgte das Projekt Tiergestützte Intervention, das Tiere in die sozial- und traumapädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen einbezieht. Dritter wurde Lernen fürs Leben. Das Angebot bringt Menschen mit und ohne Behinderungen bei Ferienbetreuungen, Schulworkshops und Teambuildingmaßnahmen zusammen.
In Oberösterreich erhielt das Teddyhaus Linz die meisten Stimmen. Das Projekt schafft ein Zuhause auf Zeit für Familien herzkranker Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener mit angeborenen Herzfehlern. Den zweiten Platz belegte mosaik – Sprach- und Kulturbegleiterinnen. Das Projekt qualifiziert Frauen mit Migrationsgeschichte für unterstützende Tätigkeiten im schulischen Umfeld, insbesondere an Volksschulen. Platz drei ging an RESi, das Kinder, Familien und Schulen in Stadtteilen mit besonderen sozialen Herausforderungen begleitet.
Mentoring, Lernhilfe und Gewaltprävention
Die Salzburger Landeswertung gewann Sindbad. Das Mentoringprogramm begleitet Jugendliche mit erschwerten Ausgangsbedingungen beim Übergang von der Schule in eine Ausbildung oder den Beruf. Platz zwei ging an Vom Hof ins Leben am Paracelsushof, wo junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf persönliche, soziale und berufliche Kompetenzen entwickeln können. Den dritten Platz belegte Pi mal Daumen. Das Projekt bietet kostenlose Mathematik-Lernangebote und unterstützt insbesondere Jugendliche aus finanziell oder sozial benachteiligten Familien bei der Vorbereitung auf die Matura.
In der Steiermark belegte FemRe den ersten Platz. Das Projekt bietet Migrantinnen in besonders vulnerablen Lebenssituationen kostenlose, niederschwellige und mehrsprachige Rechtsberatung. Auf Platz zwei folgte Mut tut von klein auf gut – Gewaltschutzkasperl, ein Bildungsangebot zur frühzeitigen Gewaltprävention in Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen. Der dritte Platz ging an Odilien Lernhilfe Plus, ein inklusives Förderprojekt für Schüler:innen unterschiedlicher Schulstufen.
Angebote für Kinder und Jugendliche
In Tirol setzte sich MuTiger durch. Das Präventionsangebot richtet sich bereits an Kinder im Vorschulalter und beschäftigt sich mit Selbstvertrauen, sozialen Kompetenzen, Resilienz und Mobbingprävention. Den zweiten Platz belegte Zusammen in Tirol – Abenteuerzeit, ein Tagescamp für Kinder zwischen sieben und 13 Jahren aus finanziell, sozial oder gesundheitlich belasteten Familien. Platz drei erreichte Barrierefreies Skifahren mit Wiffzack. Das Projekt ermöglicht Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf die Teilnahme an Sport- und Freizeitaktivitäten.
Der erste Platz in Vorarlberg ging an W*ORT. Der kostenlose Lern-, Kultur- und Begegnungsort in Lustenau steht Kindern, Jugendlichen und Lernwilligen unterschiedlicher Altersgruppen offen. Zweite wurde die Hobby Lobby Dornbirn, die kostenlose Freizeitkurse für Kinder und Jugendliche aus sozioökonomisch benachteiligten Familien anbietet. Den dritten Platz belegte der Wörterwald. Dabei besuchen Kindergartenkinder mit Deutschförderbedarf während ihres letzten Kindergartenjahres regelmäßig eine Volksschule, um spielerisch die deutsche Sprache kennenzulernen.
Gebärdensprache, Medienkompetenz und Musik
In Wien erhielt der Verein kinderhände die meisten Stimmen. Die Organisation begleitet seit 20 Jahren Familien mit hörbehinderten Kindern und fördert den Zugang zur Österreichischen Gebärdensprache für Kinder, Angehörige und Pädagog:innen. Auf Platz zwei folgte Bridgers. Das Projekt stärkt junge Menschen mit und ohne Flucht- oder Migrationserfahrung im Umgang mit Hass, Desinformation und extremistischen Inhalten in sozialen Medien. Den dritten Platz erreichte Superar – Verein zur Förderung der Musik. Das Einsteigerorchester in Favoriten ermöglicht Kindern ab acht Jahren einen kostenlosen Zugang zu Streichinstrumenten und zum gemeinsamen Musizieren.
Neue Kategorie verbindet Soziales und Stadtentwicklung
Erstmals vergab die Bank Austria drei österreichweite Auszeichnungen in der Kategorie "Social Urban Renewal". Berücksichtigt wurden Projekte, die soziale Ziele mit der Belebung oder Weiterentwicklung von Orts- und Stadtzentren verbinden. Den ersten Platz und damit 12.000 Euro erhielt das Kleinstadtbiotop Vöcklabruck. Das gemeinwohlorientierte Stadtentwicklungsprojekt nutzt leerstehende Flächen im Zentrum von Vöcklabruck für Arbeit, Bildung, Kunst und Begegnung. Mit 6.000 Euro wurde das zweitplatzierte Generationenquartier 8112 gefördert. Das Projekt will den öffentlichen Raum im Zentrum von Gratwein-Straßengel als Begegnungs-, Spiel- und Aufenthaltsort für unterschiedliche Generationen gestalten.
Der dritte Platz und 2.000 Euro gingen an FENCO&friends. Im Mittelpunkt stehen textile Projekte, an denen Frauen unterschiedlicher Herkunft, junge Künstlerinnen und Teilnehmerinnen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt gemeinsam arbeiten. Für die 27 Bundesländerprojekte stellte die Bank Austria insgesamt 180.000 Euro bereit. Die Erstplatzierten erhielten jeweils 12.000 Euro, die Zweitplatzierten 6.000 Euro und die Drittplatzierten 2.000 Euro. Weitere 20.000 Euro entfielen auf die neue Kategorie. Damit wurden beim Bank Austria Sozialpreis 2026 insgesamt 200.000 Euro an soziale Initiativen vergeben.
www.bankaustria.at
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