Im ecoplus Wirtschaftspark Wolkersdorf wurde ein Pilotprojekt für sogenannte Schwarmspeicher in Betrieb genommen. Bereits Ende Juni wurde bekannt, dass in den ecoplus Wirtschaftsparks Wolkersdorf, Wiener Neudorf und Laxenburg Gewerbe-Schwarmspeicher entstehen sollen (LEADERSNET berichtete). Erst kürzlich gab ecoplus zudem einen Überblick über den Ausbau seines Netzwerks für Zukunftstechnologien sowie laufende Projekte und Kooperationen (LEADERSNET berichtete).
Nun wurde in Wolkersdorf ein weiterer Schritt gesetzt. Mehrere Batteriespeicher werden dabei miteinander vernetzt und als virtueller Großspeicher genutzt. Das Forschungsprojekt soll Erkenntnisse darüber liefern, wie sich erneuerbare Energie effizienter in die bestehenden Stromnetze integrieren lässt. Bei der Inbetriebnahme waren NÖ-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, der ecoplus-Aufsichtsratsvorsitzende Kurt Hackl, EVN-Vorstandsdirektor Stefan Szyszkowitz und electrify-Chairman Rudolf Schütz anwesend.
Strom dort speichern, wo er erzeugt wird
Hinter dem Schwarmspeicher-Konzept steht die Vernetzung mehrerer Batteriespeicher. Überschüssiger Sonnenstrom aus Haushalten und Betrieben soll dadurch unmittelbar dort gespeichert werden können, wo er produziert wird. Bei entsprechendem Bedarf lasse sich laut den Verantwortlichen die gespeicherte Energie anschließend wieder in das Stromnetz einspeisen. Auf diese Weise soll die Energie in der jeweiligen Region verbleiben. Gleichzeitig sollen bestehende Netzinfrastrukturen effizienter genutzt und unnötige Stromtransporte über höhere Netzebenen reduziert werden. Darüber hinaus sollen Schwarmspeicher zusätzliche Kapazitäten für die Einspeisung erneuerbarer Energien schaffen, die Stromnetze entlasten und zur Versorgungssicherheit sowie Energieunabhängigkeit beitragen.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bezeichnet die Energiewende als "eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben unserer Zeit". Das Schwarmspeicher-Projekt zeige, wie Innovation, Forschung und Unternehmergeist gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft schaffen könnten. Niederösterreich übernehme damit eine Vorreiterrolle und gestalte die Energiezukunft aktiv mit. "Es freut mich besonders, dass diese innovative Idee in Niederösterreich entwickelt und umgesetzt wird", so Mikl-Leitner. Genau solche zukunftsweisenden Technologien seien notwendig, um Kindern und Enkelkindern die besten Chancen für eine erfolgreiche und nachhaltige Zukunft zu bieten.
24 Batteriespeicher an zehn Trafostandorten
Das Vorhaben ist Teil eines FFG-Forschungsprojekts und wird von Niederösterreichs Wirtschaftsagentur ecoplus sowie der Universität für Weiterbildung Krems begleitet und unterstützt.
In einem ersten Schritt werden an zehn Trafostandorten insgesamt 24 Batteriespeicher errichtet. Zusammen würden diese auf ein Speichervolumen von rund fünf Megawattstunden kommen. Im Mittelpunkt steht die wissenschaftliche Untersuchung der Frage, wie Schwarmspeicher zur Entlastung der Stromnetze beitragen und gleichzeitig die Integration erneuerbarer Energien verbessern können.
Erste Erkenntnisse noch in diesem Jahr
Erste Ergebnisse aus dem Reallabor werden laut ecoplus bereits bis Ende 2026 erwartet. Auf dieser Grundlage soll sich zeigen, ob das Konzept für eine breitere Umsetzung geeignet ist. Fällt die Bilanz positiv aus, ist ab 2027 eine schrittweise Ausweitung des Schwarmspeicher-Konzepts in Niederösterreich vorgesehen, so die Verantwortlichen. Damit soll das Modell künftig einen Beitrag zu einer effizienteren und nachhaltigeren Energieversorgung leisten.
www.ecoplus.at
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