Halbjahresbilanz 2026
ecoplus baut Netzwerk für Zukunftstechnologien weiter aus

Nachhaltiges Bauen, Kreislaufwirtschaft, innovative Lebensmittel und digitale Logistik stehen im Mittelpunkt der aktuellen Projekte der Cluster und Plattformen der niederösterreichischen Wirtschaftsagentur. Im ersten Halbjahr 2026 begleiteten sie 37 kooperative Vorhaben.

Die Cluster und Plattformen der niederösterreichischen Wirtschaftsagentur ecoplus setzen ihre Arbeit als Vernetzungsplattformen für Unternehmen und Forschungseinrichtungen fort. Das zeigt die am Dienstag gezogene Halbjahresbilanz 2026. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Kunststoff, Mechatronik, nachhaltiges Bauen und Sanieren sowie Lebensmittel. Ergänzt werden diese durch die Plattformen Green Transformation & Bioökonomie sowie Gesundheitstechnologie. Gemeinsam sollen Expert:innen aus Wirtschaft und Forschung Lösungen für aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen entwickeln.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner verweist auf die Bandbreite der laufenden Aktivitäten. "Die Projektbeispiele zeigen die große thematische Spannweite: Sie reicht von klimafreundlichen Baustoffen über innovative Lebensmittelentwicklungen und sichere Kunststoffkreisläufe bis hin zu digitalen Lernwelten", sagt Mikl-Leitner. 

670 Partnerbetriebe 

Nach ihren Angaben arbeiten mittlerweile 670 Partnerbetriebe in den Clustern und Plattformen zusammen. Seit deren Bestehen seien mehr als 1.600 Projekte erfolgreich umgesetzt worden. Mikl-Leitner betont, die Teams würden laufend Entwicklungen in den jeweiligen Branchen analysieren und Zukunftsthemen aufgreifen. Dadurch werde Niederösterreich als wettbewerbsfähige und lebenswerte Wirtschaftsregion weiter gestärkt.

37 kooperative Projekte in Umsetzung

Derzeit begleiten die ecoplus Cluster und Plattformen insgesamt 37 kooperative Projekte. Sie sollen unterschiedliche Zukunftsfelder abdecken und die breite Aufstellung niederösterreichischer Unternehmen und Forschungseinrichtungen zeigen. Ein Beispiel ist das FFG-geförderte Projekt "natuREnovation" im Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich. Das interdisziplinäre Innovationsnetzwerk entwickelt ökologische, langlebige und kreislauffähige Sanierungslösungen für Gründerzeitgebäude, die rund 20 Prozent des österreichischen Wohnungsbestands ausmachen. Im Mittelpunkt stehen regenerative, regionale und resiliente Sanierungsansätze, die historische Baukultur mit nachhaltigen Baustoffen verbinden sollen.

Kreislaufwirtschaft im Fokus

Mit dem Projekt "ColourCycle" arbeitet der Kunststoff-Cluster an neuen Lösungen für die Kreislaufwirtschaft. Ziel sei die Rückgewinnung und Wiederverwertung von Farb- und Beschichtungsmaterialien, um Ressourcen effizienter einzusetzen und Abfallströme zu reduzieren. Gleichzeitig sollen nachhaltige Produktions- und Recyclingprozesse gefördert werden.

Zu den Unternehmenspartnern zählt die G. Coreth Kunststoffverarbeitungs GmbH, die maßgeschneiderte Verpackungslösungen aus Kunststofffolien entwickelt und produziert sowie Druck- und Recyclingleistungen anbietet.

"Kreislaufwirtschaft gelingt nur durch enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Mit ColourCycle entwickeln wir gemeinsam innovative Lösungen, um wertvolle Ressourcen im Kreislauf zu halten und die Zukunft nachhaltiger Kunststoffverpackungen aktiv mitzugestalten", so Geschäftsführer Stefan Chalupnik

Innovative Lebensmittel und digitale Logistik

Der Lebensmittel Cluster Niederösterreich verfolgt mit dem Projekt "Pulse" das Ziel, neue Lebensmittel auf Basis von Hülsenfrüchten und Cerealien zu entwickeln. Damit soll die Umsetzung der Planetary Health Diet unterstützt werden. Gleichzeitig berücksichtige das Projekt ökologische und gesundheitliche Aspekte und stärke die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Forschung.

Im Mechatronik-Cluster steht mit "Logitraak" die Digitalisierung der Logistik im Mittelpunkt. Durch den Einsatz von Asset-Tracking-Technologien sollen Waren- und Materialflüsse transparenter werden. Das Projekt ziele darauf ab, Lieferketten zu optimieren und Ressourcen effizienter zu nutzen.

Projektpartner ist die Schmid Schrauben Hainfeld GmbH, die Schrauben, Befestigungstechnik und Sonderanfertigungen für Industrie, Handel und Holzbau entwickelt, produziert und vertreibt. Geschäftsführer Andreas Gebert bezeichnete Logitraak als wichtigen Schritt in Richtung einer digitalisierten und effizienten Produktionslogistik. Die bisherigen Ergebnisse seien vielversprechend und würden eine gute Grundlage dafür schaffen, das System schrittweise auf weitere Unternehmensbereiche auszuweiten.

Plattform unterstützt Unternehmen bei Green Transformation

Auch die Plattform Green Transformation & Bioökonomie setzte im ersten Halbjahr 2026 Schwerpunkte im Bereich Kreislaufwirtschaft. Im Rahmen eines branchenübergreifenden Informations- und Austauschformats zu PFAS und persistenten organischen Schadstoffen erhielten Unternehmen Unterstützung dabei, regulatorische Entwicklungen einzuordnen, ihre Betroffenheit zu bewerten und Qualifizierungsbedarfe zu identifizieren.

Auf Basis der Ergebnisse wird derzeit ein kooperatives Qualifizierungsprojekt vorbereitet. Ziel war es, Chancen und Herausforderungen der europäischen Kreislaufwirtschaftsagenda frühzeitig aufzuzeigen und Kooperationsfelder für innovative Lösungsansätze zu identifizieren. Die daraus entstandenen Vernetzungen sollen die Grundlage für weitere Innovationsprojekte bilden.

Als Drehscheibe im niederösterreichischen Innovationsökosystem unterstützt die Plattform den Wissens- und Technologietransfer zwischen Wirtschaft und Forschung und begleitet Unternehmen bei Zukunftsthemen der Green Transformation.

Beiträge zu Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Für ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki zeigen die Projekte, dass die Cluster und Plattformen aktuelle Herausforderungen durch Forschung, Innovation und Kooperation aufgreifen. "Mit diesen Projekten unterstreichen die ecoplus Cluster und Plattformen ihre Kompetenz, aktuelle gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen durch Forschung, Innovation und starke Partnerschaften aktiv anzugehen. Die Projekte leisten wichtige Beiträge zu Nachhaltigkeit, Digitalisierung und einer resilienten europäischen Wirtschaft", so Miernicki. 

www.ecoplus.at

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