Österreichs Automarkt wird um eine weitere chinesische Marke reicher. Mit iCaur steht eine Tochter des chinesischen Großkonzerns Chery Auto vor dem Marktstart. Als offizieller Importeur fungiert Colmobil mit Sitz in Wien. Das Unternehmen übernimmt Vertrieb, Service und Marketing und arbeitet derzeit am Aufbau des Händler- und Servicenetzes.
Für Colmobil ist der Import chinesischer Automarken mittlerweile kein Neuland. Das Unternehmen brachte bereits die ebenfalls zum Chery-Konzern gehörenden Marken Omoda und Jaecoo nach Österreich (LEADERSNET berichtete) und verantwortet seit Kurzem auch den heimischen Vertrieb der Elektromarke Aion des chinesischen Herstellers GAC (LEADERSNET berichtete). Deren Modellpalette weist eine Besonderheit auf: Aion V und Aion UT werden bei Magna in Graz endgefertigt. Zuletzt hatte Colmobil das Angebot von Omoda mit dem Plug-in-Hybrid-Flaggschiff Omoda 9 erweitert, das im Frühjahr seine Österreich-Premiere am Wiener Cobenzl feierte (LEADERSNET berichtete).
Österreich wird erster europäischer Markt
Mit iCaur kommt nun eine weitere Marke hinzu. Sie wurde 2023 als sogenannte New-Energy-Marke vorgestellt und setzt auf elektrifizierte Antriebe sowie eine betont kantige SUV-Optik. Im Fokus stehen Modelle, die sowohl für den Alltag als auch für Freizeit- und Outdoor-Aktivitäten konzipiert sind. Bemerkenswert ist dabei die Rolle Österreichs: Hierzulande soll iCaur seinen Europa-Start absolvieren. Anschließend sind Markteintritte in Tschechien, Spanien, Großbritannien und Deutschland vorgesehen.
Colmobil-CEO Lars Pauly sieht in der Marke eine Ergänzung des bestehenden Angebots. "iCaur bringt ein eigenständiges Profil in unser Markenportfolio", sagt Pauly. Die Modelle würden laut ihm hohe Leistung und Reichweite mit einem elektrifizierten Antriebskonzept verbinden und seien sowohl für den Einsatz auf der Straße als auch abseits davon ausgelegt.
Großes SUV macht den Anfang
Der V27 ist rund fünf Meter lang und setzt auf eine rustikale Geländewagenoptik © iCaur
Als erstes Modell soll der V27 nach Österreich kommen. Das rund fünf Meter lange SUV setzt auf einen Range-Extender-Antrieb, bei dem die Räder elektrisch angetrieben werden, während ein Verbrennungsmotor bei Bedarf Strom erzeugt und damit die mögliche Gesamtreichweite erhöht. Laut iCaur wird das Flaggschiff sowohl mit Front- als auch mit Allradantrieb zu haben sein. Je nach Variante beträgt die Leistung laut vorläufigen Angaben 185 kW (252 PS) beziehungsweise 335 kW (455 PS). Die Batterien verfügen über Kapazitäten von 20,4 beziehungsweise 34,3 kWh. Damit sollten ordentliche E-Reichweiten von (deutlich) mehr als 100 km möglich sein, bevor der Verbrenner anspringt.
Mit 224 Millimetern Bodenfreiheit, bis zu 600 Millimetern Wattiefe und insgesamt acht Fahrmodi soll das SUV auch abseits befestigter Straßen eingesetzt werden können. Über eine Außenstromversorgung können zudem elektrische Geräte mit bis zu sechs kW versorgt werden. Optisch erinnert der V27 an Geländewagen-Ikonen wie Land Rover Defender, Jeep Wrangler, Toyota Land Cruiser oder Ineos Grenadier.
Böschungswinkel, Bodenfreiheit und Wattiefe versprechen eine ordentliche Geländegängigkeit © iCaur
Beim Raumangebot nennt der Hersteller ein Kofferraumvolumen von 715 Litern, das sich bei umgeklappten Rücksitzen auf bis zu 1.818 Liter erweitern lässt. Zur angekündigten Ausstattung zählen unter anderem ein 15,4 Zoll großes Zentraldisplay, ein Soundsystem mit 15 Lautsprechern und 21 Fahrerassistenzfunktionen.
Markteinführung
Die ersten Fahrzeuge sollen im Herbst 2026 in Österreich eintreffen. Zu Preisen, konkretem Verkaufsstart und Ausstattungsvarianten gibt es derzeit noch keine Angaben. Auch die genannten technischen Daten sind noch vorläufig und können sich im Zuge der europäischen Homologation ändern.
Später soll das Modellangebot erweitert werden. Unter anderem ist der kompaktere, rein elektrische V23 vorgesehen, der bereits in mehr als 20 Märkten angeboten wird.
www.colmobil.at
Kommentar veröffentlichen