Mehr als Instagram und Backpacking
Die überraschende Reisewelt der Gen Z

| Janet Teplik 
| 06.08.2026

Was zählt für junge Menschen, wenn sie die Welt entdecken? Zwischen Fernweh, Erholung und dem Wunsch nach besonderen Erlebnissen zeigt sich, dass Urlaub für die Generation Z viele Facetten hat.

Kaum eine Generation wird so häufig bewertet und diskutiert wie die Generation Z. Sie muss sich vieles nachsagen lassen. So sei sie ständig online, wolle nur besondere Momente für Social Media inszenieren, reise möglichst günstig und suche vor allem nach Unterhaltung und Selbstverwirklichung. Doch viele dieser Bilder greifen zu kurz und werden der Lebensrealität junger Menschen nicht gerecht. 

Wie die Gen Z tatsächlich reist, welche Wünsche sie in ihren Urlauben hat und welche Entscheidungen hinter ihren Reiseplänen stehen, zeigt ein genauer Blick auf ihre Gewohnheiten. Denn zwischen digitaler Inspiration, dem Wunsch nach besonderen Erlebnissen und ganz klassischen Urlaubsmomenten entsteht ein deutlich differenzierteres Bild. Für die Tui Gen-Z-Travel-Studie wurden gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Appinio im Februar 2026 insgesamt 2.000 Menschen in Deutschland zwischen 18 und 24 Jahren zu ihren Reisevorlieben befragt.

Gen Z reist anders als erwartet

Endloser Party-Urlaub, Instagram-Posing auf Bali oder spontane Rucksack-Abenteuer ohne Plan – viele Vorstellungen über das Reiseverhalten der Gen Z halten einer genaueren Betrachtung nicht stand. Die Ergebnisse der Studie zeigen eine Generation, die neugierig, bewusst und überraschend bodenständig unterwegs ist.

Besonders wird deutlich, dass die Gen Z nicht nur Abenteuer sucht, sondern auch Sicherheit, Erholung und persönliche Erlebnisse. Sie plant digital, entscheidet aber nach eigenen Bedürfnissen. 

Sechs Erkenntnisse der Studie 

Aus der Studie gingen insgesamt sechs zentrale Erkenntnisse hervor, die Einblicke in die Reisewelt einer Generation geben, die gerade dabei ist, ihre eigenen Urlaubstraditionen zu entwickeln. Eine davon betrifft die Reisebegleitung. Dabei gaben die meisten jungen Menschen an, am liebsten mit Partner:innen zu verreisen. Jedoch liegt der Wert mit 50,3 Prozent wesentlich deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt von 68,9 Prozent. 

Eine wichtigere Rolle nehmen dafür Freundschaften ein. 38,6 Prozent der Gen-Z-Befragten fahren mit Freund:innen in den Urlaub. Damit ist diese Reiseform mehr als doppelt so verbreitet wie im Gesamtdurchschnitt. Aber auch die Familie bleibt relevant. Ein Drittel, sprich 33,3 Prozent, verreist demnach mit den Eltern. Im Gesamtdurchschnitt trifft das nur auf zwölf Prozent zu. Der gemeinsame Urlaub wird dabei nicht zwingend als Abhängigkeit übersetzt, sondern als bewusste Entscheidung, da viele junge Erwachsene heutzutage noch zu Hause leben oder einfach finanzielle Aspekte eine Rolle spielen. 

TUI Gen Z Travel Studie Infografik Familie

Die gesamten Studienergebnisse gibt es auf tui.com .

Alleine unterwegs

Was für andere Generationen nur schwer vorstellbar war, ist für die Gen Z längst kein ungewohnter Gedanke mehr. Nur 15,4 Prozent schließen demnach Solo Travel aus. Viele zeigen sich offen für die Erfahrung oder haben bereits erste Reisen alleine unternommen. 

Dabei zeigen sich natürlich Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Während 36,4 Prozent der Gen-Z-Männer bereits alleine gereist sind und es wieder tun würden, liegt dieser Wert bei den Frauen bei 26,5 Prozent. Gleichzeitig denken 30,4 Prozent der jungen Frauen ernsthaft darüber nach, auf eigene Faust zu verreisen, trauen sich aber noch nicht. Bei den Männern beträgt dieser Wert lediglich 14,1 Prozent. 

Urlaubsplanung vom Feed zur Reise

Die Reiseplanung der Gen Z beginnt dort, wo sie sich ohnehin häufig bewegt: im digitalen Raum. 45,8 Prozent lassen sich demnach über Social Media inspirieren. Instagram, TikTok und andere Plattformen dienen damit nicht nur der Unterhaltung, sondern werden auch zur konkreten Planung genutzt. 

34,8 Prozent suchen dort zudem gezielt nach Routen, Orten oder besonderen Fotospots. Aber auch Künstliche Intelligenz spielt eine zunehmend größere Rolle. 35,3 Prozent nutzen nach eigenen Angaben ChatGPT oder andere KI-Tools für Teile ihrer Reiseplanung – etwa für Inspiration, Vergleiche oder die Organisation. Gleichzeitig bleibt menschliches Vertrauen den meisten wichtig. 41,8 Prozent achten bei der Unterkunftswahl besonders auf Bewertungen anderer Reisender. 

Digital planen, offline genießen

Obwohl digitale Werkzeuge bei der Vorbereitung eine Rolle spielen, möchten viele junge Menschen im Urlaub bewusst Abstand gewinnen. 30,3 Prozent geben an, ihr Smartphone während der Reise gezielt weniger zu nutzen oder beiseitezulegen.

37,8 Prozent planen zudem gezielt Tage mit weniger oder keinen Aktivitäten ein. Auch die Gesundheit spielt eine Rolle. 30,8 Prozent achten auf ausreichend Schlaf, 29,4 Prozent auf Bewegung und gesunde Ernährung. Darüber hinaus geben 39,8 Prozent an, bewusst nur mit Menschen zu verreisen, die ihre Bedürfnisse respektieren und ihnen guttun. 

TUI Gen Z Travel Studie Infografik Reisebüro

Die gesamten Studienergebnisse gibt es auf tui.com .

Wie klassisch reist die Gen Z?

Die Gen Z gilt oft jene Generation, die alles neu erfindet. Doch beim Thema Urlaub zeigt sich ein anderes Bild. Viele klassische Gewohnheiten sind auch bei jungen Menschen beliebt. So achten 53,2 Prozent auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. 32,8 Prozent fühlen sich mit Bargeld im Urlaub sicherer.  Und auch das Frühstücksbuffet bleibt fester Bestandteil. Für 31,3 Prozent gehört ein umfangreiches Frühstück zu einem gelungenen Urlaub dazu. 

Und auch ein vermeintliches, typisch deutsches Urlaubsklischee macht vor der Gen Z nicht halt. 15,9 Prozent sichern sich frühzeitig ihre Strand- oder Pool-Liege. Und in puncto Souvenirs zeigt sich, dass 26,9 Prozent Erinnerungsstücke von ihren Reisen kaufen. Nur 6,5 Prozent können sich mit keinem klassischen Urlaubsklischee identifizieren. 

TUI Gen Z Travel Studie Infografik Urlaubklischees

Die gesamten Studienergebnisse gibt es auf tui.com .

Zeit und besondere Momente als Luxus der Gen Z

Beim Thema Luxus verschieben sich die Prioritäten. Für viele junge Reisende geht es weniger um Sternebewertungen oder materielle Statussymbole, sondern um Erlebnisse und persönliche Freiheit. 53,7 Prozent definieren demnach Luxus, vor allem als Zeit ohne Stress, Verpflichtungen oder einen vollen Terminkalender. 40,3 Prozent legen Wert auf besondere Erlebnisse, die sie später erzählen können. 

Auch außergewöhnliche Orte spielen eine wichtige Rolle. 32,8 Prozent sehen besondere Locations und Momente, die nicht jeder erlebt, als echten Luxus. Die Bereitschaft, dafür mehr auszugeben, ist hoch. Demnach würden 84,6 Prozent für besondere Orte oder Erlebnisse mehr bezahlen. 

Reisegeneration von morgen ist vielfältiger als ihr Ruf

Die Ergebnisse zeigen, dass die Gen Z nicht nach einem festen Muster verreist. Sie verbindet digitale Möglichkeiten mit dem Wunsch nach echten Erfahrungen, sucht Abenteuer und gleichzeitig Erholung. Sie verreist mit Freund:innen, der Familie oder gar alleine und entscheidet bewusst, was zu ihr passt. 

Was also nach der Studie bleibt, ist ein Bild einer Generation, die ihre eigenen Wege findet – und dabei deutlich vielseitiger und achtsamer ist, als viele Vorurteile vermuten lassen. 

www.tui.com

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