Erfreuliche Entwicklung
Lebensmittelpreise drückten im Juli die Inflation

| Wolfgang Zechner 
| 02.08.2026

Die Teuerungsrate ist im Vormonat in Österreich laut Schnellschätzung auf 2,7 Prozent gesunken. Ausschlaggebend waren niedrigere Lebensmittelpreise, die erstmals unter dem Vorjahresniveau lagen. Im Euroraum zog die Teuerung auf 2,9 Prozent an.

Die Inflation ist in Österreich im Juli laut Schnellschätzung der Statistik Austria auf 2,7 Prozent gesunken, nach 3,2 Prozent im Juni. Rund die Hälfte des Rückgangs um 0,5 Prozentpunkte geht auf gesunkene Lebensmittelpreise zurück. Während Nahrungsmittel, Tabak und Alkohol im Juni noch um 1,5 Prozent teurer waren als ein Jahr zuvor, lagen sie im Juli sogar um 0,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Laut Statistik Austria dürfte dazu maßgeblich die Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel beigetragen haben. Größter Inflationstreiber im Inland bleiben weiterhin die Dienstleistungen, deren Preise um 4,4 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen.

Euroraum mit gegenläufiger Entwicklung

Während die Teuerung in Österreich zurückging, stieg sie im Euroraum laut Eurostat von 2,8 auf 2,9 Prozent. Haupttreiber waren höhere Energiepreise. Mit einer harmonisierten Inflationsrate von 2,6 Prozent lag Österreich unter dem Durchschnitt der Eurozone. Nur Lettland, Frankreich, Malte und Estland wiesen im Juli eine niedrigere Inflationsrate als Österreich aus. Finnland landete ebenso bei 2,6 Prozent. In Deutschland betrug der Juli-Wert 2,8 Prozent – um 0,2 Prozentpunkte höher als in Österreich.

Handelsverband sieht Wettbewerb bestätigt

Der Handelsverband wertet die Entwicklung als Beleg für den Wettbewerb im Lebensmittelhandel. "Die heimischen Lebensmittelhändler und Nahversorger wirken seit Jahren inflationsdämpfend. Im Juli sehen wir jetzt erstmals sogar ein Minus gegenüber dem Vorjahr. Während sich Dienstleistungen um 4,4 Prozent und Energie um 5,7 Prozent verteuert haben, sind die Lebensmittelpreise gesunken", sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Der Verband verweist zudem darauf, dass die Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel nach Ansicht des Handels vollständig an die Konsument:innen weitergegeben worden sei. Gleichzeitig sieht der Will weiteren Handlungsbedarf bei Energiepreisen sowie Steuern und Abgaben.

www.statistik.at

www.handelsverband.at

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