Budgetdebatte
Handelsverband warnt vor neuen Belastungen für Unternehmen

| Redaktion 
| 07.07.2026

Die geplante Senkung der Lohnnebenkosten ist aus Sicht des Handelsverbands ein wichtiger Schritt für den Wirtschaftsstandort. Deutliche Kritik übt die Interessenvertretung jedoch an der höheren Körperschaftsteuer und der geplanten Paketsteuer.

Mit Beginn der Budgetdebatte im Nationalrat fordert der Handelsverband eine wirtschaftspolitische Schwerpunktsetzung zugunsten des Standorts Österreich. Zwar begrüßt die Interessenvertretung die ab 2028 geplante Senkung der Lohnnebenkosten, gleichzeitig sieht sie in der höheren Körperschaftsteuer und der geplanten Paketsteuer neue Belastungen für heimische Unternehmen. Diese würden die Wettbewerbsfähigkeit schwächen und Investitionen erschweren.

Zustimmung zur Entlastung der Arbeit

Positiv bewertet der Handelsverband die geplante Senkung des Dienstgeberbeitrags zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF). Ab 2028 soll dieser um einen Prozentpunkt auf 2,7 Prozent sinken. Dadurch würden Unternehmen österreichweit um rund zwei Milliarden Euro pro Jahr entlastet.

"Die Senkung der Lohnnebenkosten zählt seit vielen Jahren zu unseren zentralen Forderungen", sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Österreich zähle im europäischen Vergleich weiterhin zu den Ländern mit den höchsten Arbeitskosten. Kritik übt Will allerdings daran, dass die Beschäftigung von Arbeitnehmer:innen über 60 Jahren im Gegenzug verteuert werden soll.

Kritik an Körperschaftsteuer und Paketsteuer

Ablehnend beurteilt der Handelsverband die geplante höhere Körperschaftsteuer für Gewinne über einer Million Euro. Gerade Handelsunternehmen erzielten trotz hoher Umsätze und vieler Beschäftigter häufig nur geringe Gewinnmargen. Die Besteuerung allein anhand der absoluten Gewinnhöhe werde dieser wirtschaftlichen Realität nicht gerecht.

Besonders scharf fällt die Kritik an der geplanten Paketsteuer aus. Sie verteuere den heimischen Onlinehandel, verursache zusätzliche Bürokratie und bremse Investitionen in die Digitalisierung. Gleichzeitig würden internationale Fernost-Plattformen nach Ansicht des Handelsverbands weiterhin nur unzureichend erfasst.

Appell an die Politik

Der Handelsverband fordert die Bundesregierung auf, die Budgetkonsolidierung mit Strukturreformen zu verbinden. Neben niedrigeren Lohnnebenkosten brauche der Standort vor allem weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungsverfahren und stärkere Investitionsanreize. "Die Budgetkonsolidierung ist notwendig. Entscheidend ist aber, wie sie erfolgt", sagt Rainer Will. Österreich müsse Innovationen fördern, statt zusätzliche Belastungen für Unternehmen zu schaffen. Nur so könne die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts langfristig gesichert werden.

www.handelsverband.at

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