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Retouren ohne Rücksendung: Intersport testet neues Logistikkonzept

Ein Pilotprojekt von Intersport, der Post und der FH Oberösterreich sorgt in der Branche für Aufsehen. Ungetragene Artikel werden dabei nicht an den Händler zurückgeschickt, sondern direkt an die nächsten Käufer:innen weitergeleitet. 

Retouren gehören zum Alltag des Onlinehandels. Gleichzeitig verursachen sie zusätzliche Transporte, Verpackungsaufwand und Emissionen. Intersport, die Österreichische Post und die FH Oberösterreich haben deshalb gemeinsam ein Konzept getestet, das den Retourenprozess neu denkt. Im Mittelpunkt stehen sogenannte Kreislauf-Retouren. Dabei werden ungetragene Artikel nach der Rücksendung nicht mehr zum Onlineshop transportiert, sondern mittels digitalem Matching direkt an die nächsten Käufer:innen weitergeleitet. Dadurch entfallen zusätzliche Transportwege und Verpackungen.

Wissenschaft bestätigt Einsparungspotenzial

Die Auswirkungen des Projekts wurden vom Logistikum der FH Oberösterreich wissenschaftlich untersucht. Die erstellte Ökobilanz umfasst 18 verschiedene Szenarien und zeigt, dass sich die CO₂-Emissionen entlang des gesamten Retourenprozesses durchschnittlich um 25,3 Prozent reduzieren lassen.

"Das Projekt verdeutlicht, wie Kreislaufwirtschaft durch innovative Logistiklösungen ganz konkret umgesetzt werden kann. Unsere Analysen zeigen, dass Kreislauf-Retouren die Emissionen im Retourenprozess um rund ein Viertel senken können", erklärt Projektleiterin Sarah Pfoser, Senior Researcher am Logistikum der FH Oberösterreich. Auch Intersport bewertet den Pilotversuch positiv. "Nachhaltigkeit ist uns ein zentrales Anliegen. Der erfolgreiche Pilottest hat gezeigt, dass das Konzept funktioniert. Damit haben wir einen wichtigen Schritt gesetzt, um unseren ökologischen Fußabdruck künftig weiter zu verringern", sagt Günther Junkowitsch, Leiter Supply Chain Management bei Intersport.

Qualität und Datenschutz im Fokus

Damit die direkte Weiterleitung der Waren reibungslos funktioniert, wird der Zustand der ungetragenen Artikel digital dokumentiert. Die Österreichische Post übernimmt anschließend den Versand über ein anonymisiertes Versandlabel. Persönliche Daten der beteiligten Kund:innen bleiben dabei geschützt. "Kreislauf Retouren sind ein völlig neuer logistischer Ansatz im E-Commerce. Waren werden nicht mehr retourniert, sondern gezielt weiterversendet", sagt Peter Umundum, Generaldirektor Stellvertreter und Vorstand für Paket und Logistik der Österreichischen Post. Für das Projekt wurde eigens ein neues Versandlabel entwickelt, das eine direkte Weiterleitung ermöglicht, ohne dass Käufer:innen und Absender:innen ihre Adressdaten austauschen müssen.

Grundlage für weitere Anwendungen

Neben den ökologischen Vorteilen untersuchte die FH Oberösterreich auch die Akzeptanz des Konzepts. Die begleitende Marktforschung zeigt, dass mehr als die Hälfte aller Intersport Kund:innen Kreislauf-Retouren nutzen würde. Die drei Projektpartner arbeiten bereits seit mehreren Jahren im Bereich Kreislaufwirtschaft zusammen. Zu den bisherigen Ergebnissen dieser Kooperation zählt unter anderem die wiederverwendbare Versandverpackung Post Loop. Die aktuellen Forschungsergebnisse sollen nun als Grundlage dienen, um das Konzept der Kreislauf-Retouren weiterzuentwickeln und künftig breiter einzusetzen. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur im Rahmen der Logistikförderung gefördert.

www.intersport.at

www.post.at

www.fh-ooe.at

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