Do-it-Jobs Report 2026
Geld allein hält Österreichs Fachkräfte nicht im Betrieb

| Larissa Bilovits 
| 30.06.2026

Der neue Do-it-Jobs Report 2026 zeigt, woran Bindung in Mangelberufen tatsächlich hängt. Entscheidend ist demnach, wie spürbar ein Betrieb den Arbeitsalltag seiner Leute erleichtert.

In Österreich fehlen Fachkräfte in nahezu jeder Branche, und der Druck auf die Betriebe wächst. Dabei läge die Lösung für viele Unternehmen näher, als ihnen oftmals bewusst ist, wie der neue Do-it-Jobs Report 2026 von hokify (siehe Infobox) zeigt. Ob jemand in einem Job bleibt, hängt der Erhebung zufolge nämlich weniger an einer einzelnen Stellschraube wie dem Gehalt, als daran, ob der Arbeitsalltag insgesamt funktioniert.

Höhere Löhne lösen das Problem nicht allein

Gefragt, was sie an ihrem Beruf zuallererst verändern würden, nennt mit 54 Prozent eine knappe Mehrheit der Arbeitnehmer:innen in Do-it-Jobs die Bezahlung. Das Gehalt ist damit aber längst nicht der einzige Hebel: 19 Prozent würden ihre Arbeitsweise umstellen, zwölf Prozent den zeitlichen Rahmen ihrer Tätigkeit. Lediglich 13 Prozent würden gar nichts ändern wollen.

Über das reine Gehalt hinaus zählen aber noch weitere Leistungen, wie die Erhebung zeigt. Finanzielle Boni bei Zielerreichung stehen mit 41 Prozent zwar weit oben, ihre Wirkung entfalten sie aber vor allem im Verbund mit Maßnahmen, die Erholung und Sicherheit bringen. Drei zusätzliche Urlaubstage gelten für drei von zehn Beschäftigten (30 %) als relevant, und eine zusätzliche Pensionsvorsorge für 28 Prozent. Für ein Viertel (25 %) ist zudem Mittagessen bzw. Verpflegung am Arbeitsplatz ein entscheidender Benefit.

"Viele Unternehmen suchen die Ursache des Fachkräftemangels zuerst am Arbeitsmarkt. Dabei beginnt die Lösung oft im eigenen Betrieb. Wer Fachkräfte halten will, muss ihren Arbeitsalltag erleichtern – nicht nur Stellenanzeigen attraktiver formulieren", appelliert Jutta Perfahl-Strilka, CEO von hokify.

Was entlastet, hängt von Tätigkeit und Lebensphase ab

Ein Standardpaket an Benefits greife laut der Studie allerdings zu kurz, weil sich die Bedürfnisse je nach Tätigkeit unterscheiden. Bei Grey-Collar-Beschäftigten, also in technisch geprägten Service- und Fachberufen, stehen finanzielle Boni (47 %), Pensionsvorsorge (33 %) und Gesundheitsförderung (28 %) im Vordergrund. Bei Pink-Collar-Beschäftigten, also im personennahen Dienstleistungs-, Verkaufs- und Pflegebereich, sind neben Boni (38 %) vor allem zusätzliche Urlaubstage (34 %) und Verpflegung (29 %) gefragt.

Auch das Lebensalter verschiebt die Prioritäten: Jüngere zwischen 18 und 29 Jahren legen besonderen Wert auf zusätzliche Urlaubstage (41 %), während für die Gruppe der 50- bis 64-Jährigen die Pensionsvorsorge (42 %) am stärksten wiegt.

Dass auch die Ausstattung kein Randthema ist, belegt der Report ebenfalls. Nur rund die Hälfte der Befragten zeigt sich mit Qualität und Funktionalität ihrer Dienstkleidung zufrieden (50 %). 18 Prozent sind unzufrieden, 16 Prozent unentschieden. Zwischen den Tätigkeitsgruppen klafft eine spürbare Lücke: Während im Blue-Collar-Bereich, also bei körperlich-handwerklichen Tätigkeiten etwa am Bau, in der Produktion oder im Lager, 60 Prozent zufrieden sind und im Grey-Collar-Bereich 55 Prozent, sinkt der Wert bei Pink-Collar auf 43 Prozent. Dienstkleidung, Werkzeug und Ausstattung werden weniger als Identitätssymbol gesehen, sondern danach beurteilt, ob sie im Arbeitsalltag praktisch funktionieren, bequem sind und professionell wirken.

"Ein einzelner Benefit löst keinen Fachkräftemangel. Aber Unternehmen haben mehr Einfluss, als sie oft glauben. Wer Fachkräfte halten will, muss dort ansetzen, wo der Arbeitsalltag fordert: bei Entlastung, Vorsorge, Ausstattung und Anerkennung. Dort entscheidet sich, ob Menschen kommen, bleiben oder weiterziehen", so Perfahl-Strilka abschließend.

www.hokify.at

Über die Studie

Der Do-it-Jobs Report 2026 von hokify basiert auf einer aktuellen Civey-Erhebung unter 500 Beschäftigten und Jobsuchenden in Do-it-Jobs in Österreich (Jänner 2026, Fehlertoleranz ±4,4 Prozent). Ergänzend werden Vergleichsdaten einer Vorjahreserhebung herangezogen (Civey, April 2025, n=500, AT, ±4,4 Prozent), die zusätzliche Themenbereiche wie Wechselgründe und Arbeitgeberwechsel-Trigger abdeckt. Beide Erhebungen wurden von Civey im Auftrag von hokify durchgeführt und sind repräsentativ aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen.

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Über die Studie

Der Do-it-Jobs Report 2026 von hokify basiert auf einer aktuellen Civey-Erhebung unter 500 Beschäftigten und Jobsuchenden in Do-it-Jobs in Österreich (Jänner 2026, Fehlertoleranz ±4,4 Prozent). Ergänzend werden Vergleichsdaten einer Vorjahreserhebung herangezogen (Civey, April 2025, n=500, AT, ±4,4 Prozent), die zusätzliche Themenbereiche wie Wechselgründe und Arbeitgeberwechsel-Trigger abdeckt. Beide Erhebungen wurden von Civey im Auftrag von hokify durchgeführt und sind repräsentativ aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen.

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