Teure Marken gegen billige Eigenmarken
Wer beim WM-Chips-Geschmackstest triumphierte

Insgesamt 68 Tester:innen haben sich für den VKI-"Taste:Check" blind durch die Chips-Regale der Supermärkte gekostet. Im Duell zwischen teuren Marken und günstigen Eigenmarken gab es am Ende einen klaren Sieger auf dem Treppchen – doch das Ergebnis zeigt auch, dass billig nicht gleich schlecht sein muss.

Wenn die Nationalmannschaften demnächst den Rasen betreten und Millionen Fans vor den Bildschirmen mitfiebern, darf eines in den heimischen Wohnzimmern nicht fehlen: die passende Nervennahrung. Neben kühlen Getränken gehören knusprige Kartoffelchips für die meisten Fußballbegeisterten zum WM-Abend dazu. Doch welche Tüte sorgt beim Torjubel tatsächlich für den besten Geschmack und welche enttäuscht beim Härtetest auf der Couch? 

Um den idealen Knabberspaß für die WM-Saison zu finden, hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) im aktuellen "Taste:Check" zehn gesalzene Supermarkt-Chips zum sensorischen Duell geladen. 

Aussehen, Geruch, Geschmack und Knusprigkeit im Test

Unter den zehn Testprodukten befanden sich vier Markenprodukte und sechs Eigenmarken. Insgesamt 68 Tester:innen bewerteten diese in einer Blindverkostung hinsichtlich Aussehen, Geruch, Knusprigkeit und Geschmack. Um den Geschmackssinn zu neutralisieren, wurde zwischen den Proben sowohl Wasser als auch Apfelscheiben gereicht. Das Ergebnis? Markenprodukte belegen die vorderen Plätze, doch auch Eigenmarken schneiden meist gut ab. So wurden gesamt acht "gut" und zwei "durchschnittliche" Bewertungen vergeben. 

Zudem zeigt der VKI-Test extreme Preisunterschiede bei unverhofften Ergebnissen. Mit einem Kilopreis von 21,90 Euro ist die Premium-Variante von Spar das teuerste Produkt im Test, bildet geschmacklich aber mit der Bewertung "durchschnittlich" das Schlusslicht. Zum Vergleich; "Gute" Eigenmarken kosten mit 5,96 Euro pro Kilo nur einen Bruchteil. Der geschmackliche Sieg geht dennoch an die etwa teureren Klassiker, nämlich an Kelly's, Lorenz und Lay's, die das Ranking bei Kilopreisen zwischen 16,60 und 19,93 Euro dominieren. 

Über die perfekten Kartoffelchips

Doch was macht den idealen WM-Snack überhaupt aus? Laut VKI muss er goldgelb glänzen, krachen und den puren Kartoffelgeschmack mit einer fein dosierten Salznote transportieren, wie Projektleiterin Teresa Bauer erklärt: "Zu blasse Farbe, ein zu fettiger oder salziger Geschmack wurden in der Verkostung ebenso kritisiert wie ein zu geringer Salzgehalt oder zu dick geschnittene Kartoffelscheiben."

Weiter heißt es: "Fett und Salz verleihen Knabbersnacks wie Chips zwar Geschmack, aufgrund ihrer Nährwerte sollten sie idealerweise aber nur selten und in Maßen genossen werden." Neun der zehn verkosteten Chips weisen einen Nutri-Score von D auf. Lediglich ein Produkt, die Spar Premium Kartoffelchips, die bei der Verkostung am wenigsten überzeugen konnten, erreicht den Nutri-Score C. 

Woher kommt die Knolle?

Gesetzliche Kennzeichnungspflichten greifen bei Kartoffelchips nur lückenhaft. Weil es sich um ein verarbeitetes Lebensmittel handelt, müssen die Hersteller die Herkunft der Rohstoffe nicht zwingend auf die Verpackung drucken. Nur wenige Marken machen sich freiwillig die Mühe. VKI-Projektleiterin Bauer sieht hier Nachholbedarf: "Mehr Transparenz wäre aus Konsumentensicht jedenfalls wünschenswert." Für viele Menschen spiele es schließlich eine wichtige Rolle, ob für den Knabberspaß österreichische Erdäpfel verarbeitet wurden oder nicht.

Das ausführliche Ergebnis des Kartoffelchips-Tests finden Sie hier

www.vki.at

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