Anlässlich der Jahrespressekonferenz des Forum Mobilkommunikation (FMK), der Interessenvertretung der österreichischen Mobilfunkindustrie, präsentierten FMK-Präsident Volker Libovsky (auch CTIO von Magenta) und FMK-Geschäftsführerin Margit Kropik am Montag (8. Juni) die Bilanz für das Jahr 2025 sowie die Ergebnisse des aktuellen Mobilfunk-Barometers. Die repräsentative Untersuchung, für die das Institut Makam 500 Personen befragte, zeigt eine hohe Zufriedenheit der österreichischen Mobilfunkkund:innen mit der Qualität der Netze sowie mit der Tarifgestaltung.
Daten-Explosion im Mobilfunknetz
Im Bereich der Markt- und Verkehrsdaten zeichnen sich den Expert:innen zufolge klare Trends ab. Zum Stichtag am 31. Dezember 2025 waren in Österreich 14,665 Millionen SIM-Karten in Smartphones, Handys und Cubes aktiv. Die kontinuierliche Steigerung in den vergangenen Jahrzehnten – im Vergleich zu 9,257 Millionen im Jahr 2006 und 13,609 Millionen im Jahr 2016 – verdeutliche laut FMK, dass der Mobilfunk seit rund 20 Jahren von nahezu jedem Menschen im Land genutzt wird. Der jüngste Zuwachs resultiert vor allem aus der Verbreitung von Firmen- und Zweithandys sowie zusätzlichen Prepaid-Geräten.
Parallel dazu verlagert sich die Kommunikation zunehmend. Die klassische Telefonie sank auf 20,16 Milliarden Minuten. Dieser konstante Rückgang seit dem coronabedingten Rekordjahr 2020 wird mit dem wachsenden Trend zur Videotelefonie über Messengerdienste begründet. Demgegenüber explodierte das übertragene Datenvolumen, das 2025 die Grenze von sechs Milliarden Gigabyte durchbrach und exakt 6,009 Milliarden Gigabyte erreichte. Das entspricht dem Zwanzigfachen des Wertes von vor zehn Jahren und einer Steigerung um mehr als 500 Millionen Gigabyte im Vergleich zum Vorjahr. Als wesentliche Treiber gelten datenintensive Anwendungen wie Videotelefonie und das Versenden von 4K-Videos.
Rekordinvestitionen im Mobilfunk
Wirtschaftlich erwies sich der Mobilfunk im vergangenen Jahr als Inflationsbremse. Der Gesamtumsatz der drei großen Mobilfunknetzbetreiber, A1, Magenta und Drei, ging leicht von 3,751 Milliarden Euro auf 3,533 Milliarden Euro zurück. Ungeachtet dieses leichten Umsatzrückgangs wurde das Gesamtinvestitionsvolumen der Branche gesteigert. Demnach investierten die Betreiber im Vorjahr 902 Millionen Euro, nach 881 Millionen Euro im Jahr 2024.
Der Infrastrukturausbau schreite unterdessen zügig voran. Mit Stand Mai 2026 wurden in Österreich 19.519 aktive Mobilfunk-Standorte registriert, was einem Zuwachs von 344 Standorten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Davon sind bereits 13.298 Standorte mit 5G-Systemen ausgestattet, im April 2024 lag dieser Wert noch bei 11.383 Standorten. Damit erreicht die technische 5G-Abdeckung inzwischen rund 97 Prozent der Bevölkerung, sodass fast alle Einwohner:innen Zugang zu mindestens einem 5G-Netz haben.
Wofür die Österreicher:innen ihr Smartphone verwenden
Das Smartphone fungiert im digitalen Alltag als zentrale Drehscheibe für Kommunikation und Information. Drei von vier Österreicher:innen verfügen über einen mobilen Internetanschluss, im Schnitt werden 5,5 internetfähige Geräte pro Person genutzt. Neben der Telefonie ist WhatsApp mit 88 Prozent Reichweite die wichtigste Anwendung auf dem Smartphone, gefolgt von der Nutzung der Kamera durch rund drei Viertel der Bevölkerung. Auch alltägliche Erledigungen finden digital statt. Etwa acht von zehn Bürger:innen wickeln ihre Bankgeschäfte überwiegend online ab, und jede zweite Person nutzt digitale Dienste für Streaming, Online-Shopping oder Behördenwege.
Die Auswirkungen der Digitalisierung werden in der Bevölkerung differenziert bewertet. Während positive Effekte vor allem in der Forschung, der Industrie, der Verwaltung und im Gesundheitswesen gesehen werden, bleibt die Einschätzung bezüglich des Arbeitsmarktes ambivalent. Kritisch bewerten die Befragten die Folgen für die Gesellschaft, den Datenschutz und die Privatsphäre. Digitale Risiken bleiben real. Zwar hat die Hälfte der Bevölkerung noch keine negativen Erfahrungen im Netz gemacht, zwei von zehn Österreicher:innen wurden jedoch bereits Opfer eines Internetbetrugs.
Smartphones werden zur KI-Zentrale
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Erhebung lag auf dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Bereits zwei Drittel der Österreicher:innen haben KI-basierte Anwendungen zur Generierung von Texten, Antworten oder Inhalten genutzt. Für drei Viertel dieser Nutzer:innen ist das KI-Plaudern ein absolutes Smartphone-Thema. Die Mehrheit verwendet die Systeme zur Informationsbeschaffung oder für Erklärungen komplexer Zusammenhänge. Demgegenüber steht ein sorgloser Umgang mit den generierten Inhalten. Lediglich acht Prozent der Nutzer:innen überprüfen die Richtigkeit der Ergebnisse konsequent. Weitere 42 Prozent betrachten die Resultate mit Vorsicht und überprüfen sie meistens. Nahezu die Hälfte, konkret 49 Prozent, hält die Ergebnisse dagegen meist für richtig und kontrolliert sie nur selten.
Analog zur allgemeinen Digitalisierung werde auch der Einfluss von KI auf Wissenschaft, Wirtschaft, Gesundheit und Verwaltung mehrheitlich positiv beurteilt, während potenzielle Auswirkungen auf Datenschutz und Privatsphäre erhebliche Skepsis hervorrufen.
www.fmk.at
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