Generationswechsel
Familienbetrieb Berger stellt Weichen für die Zukunft

Im Hause der Loferer Traditionsmanufaktur rückt die nächste Generation nach. Anna und Franz Berger übernehmen schrittweise die Zügel im Familienunternehmen. Statt eines harten Umbruchs setzen die Pralinenmacher:innen dabei bewusst auf ein Vierer-Team mit den Eltern.

Bei Berger Feinste Confiserie stehen die Zeichen auf Zukunft – allerdings ohne laute Töne, sondern als harmonischer, schrittweiser Übergang. Denn wie bekannt wurde, übernehmen Anna und Franz Berger, die beiden älteren der insgesamt drei Geschwister, Schritt für Schritt die Führung der Manufaktur. 

Kinder und Eltern Hand in Hand

Die Erfolgsgeschichte des Pinzgauer Familienunternehmens begann 1994 mit Christine und Hubert Berger auf 25 Quadratmetern. Heute, mehr als 30 Jahre später, hat sich der Betrieb zu einer feinen Erlebniswelt entwickelt, die rund 100 Mitarbeiter:innen beschäftigt, neun Filialen in Österreich betreibt und ausgewählte Standorte im internationalen Premiumhandel beliefert. Um den Traditionsbetrieb optimal für die kommenden Jahre zu rüsten, setzen Christine und Hubert Berger fortan gemeinsam mit Anna und Franz Berger auf die Kraft eines Vierer-Teams, in dem langjährige Expertise und neue Impulse Hand in Hand gehen. "Wir wollten nie abrupt übergeben, sondern wachsen seit Jahren gemeinsam in die Verantwortung hinein", erklärt Hubert Berger. 

Zwei Geschwister, ein Familienbetrieb

Die Geschwister Anna und Franz sind längst operativ eingebunden, jedoch mit klar unterschiedlichen Schwerpunkten. Während Franz betriebswirtschaftliches Denken mit der Ausbildung zum Chocolatier verbindet, zahlenaffin ist, eine strukturierte Arbeitsweise an den Tag legt und die Produktentwicklung, Produktion, Vertrieb, das Controlling und den Einkauf verantwortet, zeigt sich Anna von der kreativen Seite. Sie leitet nach Stationen am renommierten Le Cordon Bleu in Paris sowie Studien in Organization Studies und digitalem Marketing unter anderem das Café Anna am Standort Lofer und prägt gemeinsam mit Mama Christine Marketing, Verpackung sowie den Markenauftritt. Was die Geschwister allerdings eint, ist die Leidenschaft für Kulinarik weit über die eigene Schokolade hinaus. So lieben beide laut eigenen Angaben interessante Gespräche bei gutem Essen und entdecken gerne neue kulinarische Orte. 

Um eine stabile und schrittweise Übergabe der Verantwortung zu gewährleisten, teilen sich Christine, Hubert, Anna und Franz Berger derzeit die Geschäftsführung. Die nachfolgende Generation soll die Confiserie modern weiterführen und die Marke längerfristig auf dem europäischen Markt positionieren. Für Hubert Berger steht dabei im Vordergrund, dass die Geschwister die Zukunft des Betriebs nach eigenen Vorstellungen gestalten und ihren eigenen Weg gehen können. "Unsere Kinder waren immer frei in dem, was sie tun und lernen wollen", so Christine Berger. "Umso schöner ist es, dass sie mit eigenen Ideen und Erfahrung zurückgekommen sind."

Über Berger Feinste Confiserie

Die Manufaktur produziert ausschließlich in Lofer, mit enger Einbindung regionaler Partner und setzt auf Bio sowie Fairtrade. Jedoch spürt auch das Traditionsunternehmen die Realität steigender Rohstoffpreise – insbesondere beim Kakao. "Die Preise sind deutlich gestiegen, das muss man zu einem Teil weitergeben", so Hubert Berger. 

Sozial setzt das Unternehmen seit Jahren eigene Akzente – unter anderem durch lange Betriebszugehörigkeiten im Team, eine hohe Frauenquote sowie die Integration von Menschen mit Beeinträchtigung in Kooperation mit Pro Mente. "Viele im Team sind bereits seit 20, 25 Jahren bei uns. Wir wachsen, miteinander, auch an Aufgaben", meint Hubert Berger stolz. Zudem wurde der Lehrberuf Chocolatier im Betrieb aktiv mitentwickelt.

Die Confiserie in Lofer umfasst zudem neben den Produktionsstätten das Café Anna und das Haus für Schokolade Bergers Feinheit. Letzteres befindet sich aktuell in einer Umgestaltungsphase und nimmt den Betrieb im März 2027 mit einem neuen Konzept wieder auf. Im Fokus steht dabei die Verknüpfung von traditioneller Fertigung und Markenidentität. Das Unternehmen setzt auf den direkten Kundenkontakt in den eigenen Geschäften, wo jährlich sechs wechselnde Themenkollektionen angeboten werden. Große strategische Zielsetzungen gab es in der Vergangenheit nicht, da das Wachstum laut Hubert Berger organisch aus der Praxis heraus erfolgte. Diese Werte prägen das Unternehmen mit seinen derzeit vier Geschäftsführer:innen bis heute.

www.confiserie-berger.at

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