Teuerung bremst Einkaufslaune
Konsumklima in Österreich fällt auf neuen Tiefststand

| Redaktion 
| 26.05.2026

Der neuerliche Inflationsschub drückt die Konsumstimmung weiter nach unten. Laut Analyse des IHaM der Johannes Kepler Universität Linz sparen Haushalte zunehmend bei größeren Anschaffungen, während Aktionen im Handel an Bedeutung gewinnen.

Die Konsumstimmung in Österreich ist im April 2026 auf den tiefsten Wert seit Jahren gefallen. Der Vertrauensindex der privaten Haushalte sackte laut aktueller Analyse des Linzer Instituts für Handel, Marketing und Absatz (IHaM) auf minus 24 Prozentpunkte ab. Damit liegt das Konsumklima sogar unter dem Niveau des ersten Covid-Lockdowns im April 2020. Als Hauptursache gilt der neuerliche Inflationsanstieg als Folge des Iran-Kriegs. Die Inflation lag im April bei 3,4 Prozent, zusätzlich sorgen geopolitische Unsicherheiten rund um den Iran-Konflikt für wachsende Verunsicherung bei Konsument:innen.

Gespart wird vor allem bei größeren Anschaffungen

Besonders deutlich zeigt sich die Zurückhaltung bei Waren des Mittel- und Langfristbedarfs. 36 Prozent der Konsument:innen geben aktuell weniger Geld für Bekleidung, Schuhe oder Sportartikel aus. Bei Elektrogeräten, Möbeln oder Heimwerksbedarf liegt der Anteil bereits bei 43 Prozent. Der tägliche Einkauf bleibt dagegen vergleichsweise stabil. Nur 13 Prozent sparen laut Studie bei Lebensmitteln oder Drogeriewaren.

"Die Alltagskäufe bleiben weitgehend stabil, während Haushalte größere oder langlebige Ausgaben weiterhin kritisch prüfen, verschieben oder streichen", erklärt IHaM-Handelsforscher Ernst Gittenberger.

Aktionen werden wieder zur Leitwährung

Parallel dazu steigt die Preissensibilität deutlich an. 73 Prozent der Österreicher:innen achten inzwischen verstärkt auf Aktionen beim Einkauf. Gleichzeitig greifen 54 Prozent gezielt zu günstigeren Produkten. Beide Werte liegen wieder höher als noch 2025. Für IHaM-Institutsvorstand Christoph Teller steckt dahinter mehr als reines Sparverhalten: "Konsum wird damit weniger zur Suche nach dem besten Angebot als zur Suche nach Sicherheit und Kontrolle in einem zunehmend unsicheren Umfeld."

www.jku.at

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