"Enhanced Games"
Österreich übt scharfe Kritik an umstrittenen Doping-Spielen

| Larissa Bilovits 
| 21.05.2026

Bei den "Enhanced Games" sollen Athlet:innen mit leistungssteigernden Substanzen auf Rekordjagd gehen. Rund um den Auftakt des umstrittenen Formats in Las Vegas warnen Sportministerium und NADA Austria vor gesundheitlichen Risiken und einem gefährlichen Signal an junge Menschen.

Doping zählt seit Jahrzehnten zu den größten Diskussionsthemen im Spitzensport. Dabei geht es nicht nur um verbotene Substanzen und manipulierte Leistungen, sondern auch um Fairness, Glaubwürdigkeit und den Schutz der Athlet:innen. Genau diese Grenzen sollen die sogenannten "Enhanced Games" nun bewusst verschieben. Bei dem Sportevent in Las Vegas sollen leistungssteigernde Substanzen nämlich nicht verboten, sondern unter medizinischer Aufsicht erlaubt sein. Aus Österreich kommt dazu scharfe Kritik.

Rund 40 Athlet:innen in Las Vegas

Die "Enhanced Games" laufen rund um das Memorial-Day-Wochenende in Las Vegas – als Haupt-Wettkampftag wird von den Veranstaltern der 24. Mai genannt. Austragungsort ist laut offizieller Website ein eigens errichteter Wettkampfkomplex beim Resorts World Las Vegas, in dem 2.500 geladene Zuschauer:innen Platz finden sollen. Teilnehmen sollen laut den Organisatoren rund 40 Elite-Athlet:innen, wobei die Sportarten Schwimmen, Leichtathletik und Gewichtheben sowie Strongman-Bewerbe auf dem Programm stehen.

Präsentiert wird das Projekt als neue Form des Spitzensports, bei der wissenschaftlich begleitete Leistungssteigerung und hohe Preisgelder im Mittelpunkt stehen sollen. Laut Veranstaltern sollen sowohl Athlet:innen mit als auch ohne leistungssteigernde Unterstützung antreten. Medienberichten zufolge können dabei unter anderem Mittel zum Einsatz kommen, die in den USA zugelassen, im klassischen Spitzensport aber verboten sind – genannt werden etwa Testosteron, EPO, Modafinil oder andere Stimulanzien. Auch wenn die Veranstalter die "Rekordjagd" ausdrücklich ins Zentrum stellen, wären mögliche Bestleistungen allerdings nicht als offizielle Weltrekorde im klassischen Sinn anerkannt, da sie unter Bedingungen zustande kommen würden, die im regulären Sport nicht erlaubt sind.

Organisiert wird das Format vom Unternehmer Aron D'Souza. Zu den prominenten Geldgebern zählen laut Medienberichten unter anderem Peter Thiel, Christian Angermayer, Cameron und Tyler Winklevoss sowie Donald Trump Jr. Insgesamt sollen 25 Millionen US-Dollar an Athlet:innenvergütung ausgeschüttet werden. Nach den Wettkämpfen soll das Event laut Veranstaltern mit einem Abschlusskonzert der Rockband "The Killers" und einer Afterparty ausklingen.

"Völlig falsches Signal"

Das österreichische Sportministerium (BMWKMS) und die Nationale Anti-Doping Agentur Austria (NADA) lehnen das Format klar ab. Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt (SPÖ) warnt vor den Folgen für Sport und Gesellschaft. "Sport lebt von Fairness, Respekt und gleichen Regeln für alle. Die Idee, Doping nicht nur zu tolerieren, sondern aktiv zu fördern und zu vermarkten, ist ein völlig falsches Signal, besonders an junge Menschen. Leistung darf nicht auf Kosten von Gesundheit und Integrität entstehen. Wer den Einsatz leistungssteigernder Substanzen als Unterhaltung inszeniert, gefährdet Athlet:innen."

NADA-Austria-Geschäftsführer Michael Cepic betitelt die "Enhanced Games" als problematisches Geschäftsmodell. "Die Inszenierung erinnert an Gladiatorenspiele: Der menschliche Körper wird zur Showfläche, gesundheitliche Risiken werden bewusst in Kauf genommen. Die Enhanced Games sind ein Geschäftsmodell auf dem Rücken von Menschen, das zentrale Werte des Sports infrage stellt. Anti-Doping-Regeln sind kein Selbstzweck, sondern dienen dem Schutz der Athlet:innen."

Auch international stößt das Event auf deutliche Ablehnung. Die World Anti-Doping Agency (WADA) kritisierte die "Enhanced Games" bereits als gefährliches und unverantwortliches Konzept. Während die Veranstalter auf Transparenz und medizinische Kontrolle verweisen, sehen Kritiker:innen darin vor allem eine Normalisierung von Doping.

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