Bei den 16 getesteten Fabrikaten gibt es große Unterschiede. Während drei Modelle den Spagat zwischen Sicherheit, Laufleistung und Effizienz "gut" hinbekommen, sollte man von drei Fabrikaten besser die Finger lassen.
Die situative Winterausrüstungspflicht endet in Österreich zwar erst am 15. April, doch wer für die warme Jahreszeit neue Autoreifen braucht, sollte zumindest mit der Bestellung nicht allzu lange warten. Schließlich sollen die Sommerreifen bereits da sein, wenn die Zeit zum Wechseln gekommen ist. Aufgrund der riesigen Auswahl ist es für Ottonormalverbraucher:innen nicht einfach, den Überblick zu behalten und sich für ein bestimmtes bzw. richtiges Fabrikat zu entscheiden. Abhilfe können dabei die jährlich durchgeführten Reifentests der Automobilclubs helfen.
Im heurigen Sommerreifentest haben der ÖAMTC und seine europäischen Partnerorganisationen wie der ADAC 16 Modelle der Dimension 225/50 R17 auf Herz und Nieren getestet (Detailergebnisse als PDF-Download unten).
Testsieger mit Note "gut"
Drei Modelle schafften heuer die Note "gut": Continental PremiumContact 7 (Gesamturteil 1,9) als klarer Testsieger sowie Cinturato (C3) von Pirelli (Gesamturteil 2,2) und EfficientGrip Performance 2 von Goodyear (Gesamturteil 2,3) zeigten die ausgewogenste Gesamtleistung im Feld. "Diese Reifen überzeugten sowohl bei der Fahrsicherheit auf trockener und nasser Fahrbahn als auch bei Verschleiß, Effizienz und Umweltbilanz", fasst ÖAMTC-Reifenexperte Steffan Kerbl zusammen.
Breites Mittelfeld mit unterschiedlichen Schwächen
Sechs Modelle landeten mit einem "befriedigend" ziemlich knapp hinter den Besten im Test: Firestone Roadhawk 2, Falken Ziex ZE320, Bridgestone Turanza 6, Michelin Primacy 5, Maxxis Premium HP6 und Kumho Ecsta HS52 zeigten jeweils in einzelnen Kriterien leichte Schwächen – etwa bei der Laufleistung, beim Abrieb oder bei den Fahreigenschaften auf trockener oder nasser Fahrbahn. Beispielhaft nennt Kerbl den Primacy 5 von Michelin. Dieser Reifen weise Schwächen bei der Fahrsicherheit, vor allem auf trockener Fahrbahn, auf. "Gleichzeitig ist er Testsieger bei der Umweltbilanz – unterm Strich reicht es damit zu einem 'befriedigend'", so der ÖAMTC-Experte
Diese Note können auch vier weitere Produkte für sich verbuchen, deren Schwächen den Tester:innen zufolge allerdings ein wenig ausgeprägter ausfallen: BF Goodrich Advantage, Hankook Ventus Prime 4, Vredestein Ultrac+ und Greentrac Quest-X. Hierzu merkt Kerbl an: "Wer einen dieser Reifen in Betracht zieht, sollte das eigene Fahrprofil kennen und sich die Bewertungen in den einzelnen Kriterien genau ansehen. Bei allen vier Modellen fallen entweder die Schwächen in bestimmten Bereichen deutlicher aus – oder es summieren sich viele kleinere Probleme."
Teils eklatante Schwächen bei drei Modellen
Am Ende der Tabelle stehen drei Modelle, die nicht über ein "genügend" hinauskommen. Von ihnen sollte man besser die Finger lassen, schließlich ist der Reifen die einzige Verbindung zwischen Auto und Straße und somit sicherheitstechnisch von hoher Relevanz. Auch der deutsche ADAC bezeichnet sie als "nicht empfehlenswert".
Relativ knapp an einer besseren Note schrammt der Lassa Revola vorbei, letztlich reichte es aufgrund diverser Schwachstellen (trockene Fahrbahn, Laufleistung und Abrieb) aber nicht für ein "befriedigend". Beim Leao Nova-Force Acro zeigten sich ähnliche Schwächen, zusätzlich musste er auf nasser Fahrbahn Federn lassen. Schlusslicht im aktuellen Sommerreifentest ist der Linglong Sport Master: Der vom chinesischen Hersteller in Serbien produzierte Reifen zeige die Gratwanderung, die die Industrie bewältigen muss, am deutlichsten, wie Kerbl erklärt: "Der Sport Master hat die besten Nassgriffeigenschaften des ganzen Feldes – nur der Testsieger kann hier einigermaßen mithalten. Die Kehrseite der Medaille: Auf trockener Fahrbahn ist kein Testkandidat schwächer, die Laufleistung ist so gering, der Abrieb so hoch wie bei keinem anderen Modell."
Fazit und Tipp
Aus dem aktuellen Sommerreifentest geht eindrucksvoll hervor, dass ein moderner Reifen heute mehr können muss, als nur Grip zu bieten: Er soll lange halten, spritsparendes Fahren ermöglichen und möglichst wenig Abrieb erzeugen. "Diese Aspekte sind für Konsument:innen ebenso relevant wie für Umwelt und Geldbörse", betont Kerbl. Daher empfehlen die Testerinnen, sich beim Reifenkauf nicht allein am Preis oder an Werbeversprechen zu orientieren, sondern unabhängige Testergebnisse heranzuziehen. "Reifen sind das einzige Bindeglied zwischen Fahrzeug und Straße. Jede Investition in Qualität zahlt unmittelbar in die eigene Sicherheit ein – und in der Regel profitiert man auch von längerer Haltbarkeit", fasst der ÖAMTC-Experte abschließend zusammen.
Im Download unten gibt es die Ergebnis-Tabelle mit allen Details (PDF)
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