Über 70 Prozent der Österreicher spüren Auswirkungen des Klimawandels

| Redaktion 
| 26.11.2023

Eine Marketagent-Studie zeigt europaweites Stimmungsbild zur globalen Erwärmung.

In Europa ist der Klimawandel keine abstrakte Bedrohung mehr, Hitzewellen und Naturkatastrophen wie Waldbrände, Überschwemmungen und Stürme sind zur neuen Normalität geworden. Laut dem EU-Klimawandeldienst Copernicus ist das Jahr 2023 auf dem besten Weg, das heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen zu werden. Auch wenn die Auswirkungen von Land zu Land variieren können, ist die Lebensrealität der Menschen angesichts der globalen Erwärmung in ganz Europa im Wandel.

Vor diesem Hintergrund führte das digitale Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent eine Umfrage unter 38.088 Befragten durch, die ein europaweites Stimmungsbild zur globalen Erwärmung und ihren Auswirkungen zeigen soll.

Dringlichkeit und Besorgnis

36 Prozent der Teilnehmer:innen sehen aktuell im Klimawandel die schwerwiegendste globale Herausforderung. Dahinter folgen (Bürger-)Kriege mit 32 Prozent, Armut (30 Prozent) und die Zerstörung der Natur (30 Prozent). Hierzulande ist das Bewusstsein für die Klima- und Naturschutzthemen sogar noch etwas stärker ausgeprägt als im europäischen Durchschnitt.

Zwei Drittel der Respondent:innen geben an, dass sie sich sehr oder eher große Sorgen über die Auswirkungen des Klimawandels machen (66 Prozent). Laut den Ergebnissen sind in Österreich 53 Prozent der Bürger:innen besorgt. Ein Ergebnis, das angesichts der bereits stark ausgeprägten Betroffenheit von Klimaveränderungen wenig überrascht: Fast acht von zehn europäischen Umfrageteilnehmer:innen geben an, die Auswirkungen des Klimawandels zumindest teilweise zu spüren. In Österreich fühlen sich sieben von zehn Befragten betroffen.

"So kurz vor der nächsten UN-Klimakonferenz zeigen unsere Ergebnisse ganz klar, dass in der Bevölkerung in ganz Europa ein hohes Gefühl der Dringlichkeit für ambitioniertere Maßnahmen gegen die globale Erwärmung herrscht", sagt Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent, zusammen.


Bereits spürbare Auswirkungen des Klimawandels. © Marketagent

Die Studie zeigt, dass die bedrohlichsten Auswirkungen des Klimawandels europaweit die Zunahme von Wetterextremen (38 Prozent) und Hitze und Dürre (36 Prozent) ist. In Österreich ist es mit 46 Prozent sogar fast die Hälfte, die Unwetter wie Stürme, Hagel und Co. fürchten.

Staatliche Bemühungen nicht ausreichend

Jede:r Zweite ist der Ansicht, dass die Menschheit zusammen mit anderen Faktoren für den Klimawandel verantwortlich ist, rund ein Drittel sieht bei den Erdenbewohner:innen sogar die Hauptverantwortung für den Klimanotstand. Im Umkehrschluss herrscht auch die Überzeugung, dass jede:r einzelne Bürger:in wesentlich zum Umweltschutz beitragen kann (73 Prozent). Europaweit berichten in diesem Sinne 70 Prozent der Befragten die Bereitschaft für entsprechende Verhaltensänderungen. Die Österreicher:innen zeigen sich hier etwas weniger motiviert (63 Prozent).

"Das persönliche Engagement scheint für die Menschen in Europa auch bitter nötig zu sein, schließlich hat der Großteil der Befragten wenig Vertrauen in die nationalen Maßnahmen zum Klimaschutz. Nur drei von zehn sind der Ansicht, dass das eigene Land genug gegen die globale Erwärmung unternimmt", so Thomas Schwabl.

Fast 40 Prozent bewerten im Vergleich die Bemühungen als nicht ausreichend. Nur knapp jede:r Vierte (23 Prozent) rechnet damit, dass die Welt den Klimawandel in den nächsten zehn Jahren in den Griff bekommen wird. Demgegenüber stehen 43 Prozent die darauf (eher) keine Hoffnung setzen. Das restliche Drittel hält die Bewältigung zumindest vielleicht für möglich.

www.marketagent.com

Fact Box

  • Der Klimawandel wird europaweit als die schwerwiegendste Herausforderung der Welt eingestuft.
  • Während sich in Österreich gut jede:r Zweite Sorgen über die Auswirkungen des Klimawandels macht, sind es europaweit sogar knapp zwei Drittel.
  • Fast 8 von 10 Europäer:innen spüren die Klimaveränderungen bereits in ihrem täglichen Leben, in Österreich fühlen sich 7 von 10 zumindest teilweise betroffen.
  • Die Zunahme von Wetterextremen sowie Hitze und Dürre werden in ganz Europa als die bedrohlichsten Auswirkungen des Klimawandels wahrgenommen.
  • Europaweit sind 7 von 10 bereit, eigene Verhaltensweisen zu ändern, um zum Klimaschutz beizutragen. In Österreich ist die Motivation mit 63 Prozent Zustimmung weniger stark ausgeprägt.
  • Der Politik wird Versagen konstatiert: Nur 30 Prozent denken, dass ihr Land ausreichend gegen den Klimawandel unternimmt.

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  • Der Klimawandel wird europaweit als die schwerwiegendste Herausforderung der Welt eingestuft.
  • Während sich in Österreich gut jede:r Zweite Sorgen über die Auswirkungen des Klimawandels macht, sind es europaweit sogar knapp zwei Drittel.
  • Fast 8 von 10 Europäer:innen spüren die Klimaveränderungen bereits in ihrem täglichen Leben, in Österreich fühlen sich 7 von 10 zumindest teilweise betroffen.
  • Die Zunahme von Wetterextremen sowie Hitze und Dürre werden in ganz Europa als die bedrohlichsten Auswirkungen des Klimawandels wahrgenommen.
  • Europaweit sind 7 von 10 bereit, eigene Verhaltensweisen zu ändern, um zum Klimaschutz beizutragen. In Österreich ist die Motivation mit 63 Prozent Zustimmung weniger stark ausgeprägt.
  • Der Politik wird Versagen konstatiert: Nur 30 Prozent denken, dass ihr Land ausreichend gegen den Klimawandel unternimmt.

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