"Keine Krisenstimmung" auf der ExpoReal

| Redaktion 
| 06.10.2022

Die Auswirkungen der Ukrainekrise auf Konjunktur und Finanzmärkte sind dennoch die beherrschenden Gesprächsthemen bei der derzeit in München stattfindenden Immobilienmesse.

Die Erwartung der Immobilienbranche, nach weitgehender Überwindung der Pandemie wieder in ein etwas ruhigeres Fahrwasser zurückzukehren, habe sich wie die der europäischen Wirtschaft insgesamt nicht erfüllt, das ist eines der Fazits der ExpoReal. 

"Warten wir mal ab"

Dabei herrscht keine Krisenstimmung, sondern "Warten wir einmal ab", ist der Tenor bei den mehr als 19.000 Messeteilnehmer:innen. Immobilien seien gerade in Krisen immer der gesuchte "sichere Hafen" gewesen und letzten Endes werde das auch für die aktuelle Situation gelten.

Sicherheit steht im Mittelpunkt

"Abwarten wird in den kommenden Monaten auf Grund der vielen Unwägbarkeiten zur präferierten Strategie der Investor:innen", fasst Michael Ehlmaier, Geschäftsführender Gesellschafter von EHL Immobilien, die aktuelle Situation zusammen.

"Der Herausforderung durch die die steigenden Zinsen stehen positive Faktoren wie die auf Grund der Inflationsentwicklung stark gestiegenen Mieten gegenüber, von denen Immobilien noch mehr als alle anderen Sachwerte profitieren. Insbesondere für langfristig orientierte und solide finanzierte Investor:innen bietet die Gesamtsituation daher auch interessante Perspektiven. Daher sind ESG-konforme Objekte in sehr guten Lagen und mit möglichst langfristig gesicherten Erträgen weiterhin sehr stark gefragt. Der Großteil unserer internationalen Gesprächspartner sieht daher mittelfristig mehr Chancen als Risiken für die Immobilienmärkte. Die Unwägbarkeiten der nächsten Monate bewirken aber, dass Entscheidungsprozesse derzeit überwiegend länger dauern. Das Motto lautet, 'im Zweifel eher etwas abwarten als etwas übers Knie zu brechen.'"

Günstige Flächen liegen im Trend

Das als Folge der Inflation stark gestiegene Preisbewusstsein der Konsument:innen bringe den Einzelhandel insgesamt unter Druck, aber es gibt auch Gewinner dieser Entwicklung: "Diskonter erleben derzeit einen echten Boom und davon profitieren vor allem Einzelhandelsimmobilien wie Fachmarktzentren, die traditionell viele Mieter aus dem Diskontbereich haben", kommentiert Mario Schwaiger, Einzelhandelsspezialist der EHL Gewerbeimmobilien GmbH, den europaweit feststellbaren Trend zu guter Nachfrage nach kostengünstigen Einzelhandelsflächen. "In Österreich mit seinem starken FMZ-Sektor ist das besonders stark spürbar. Allerdings profitieren davon praktisch nur Fachmarktzentren an guten Standorten, die dadurch sogar wieder Wachstumsperspektiven bekommen."

www.ehl.at

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