Österreicher haben letztes Jahr 31 Milliarden Kilometer mit den Öffis zurückgelegt

VCÖ fordert mehr Bahn und Bus, um Klimaziel zu erreichen.

In Österreich wurden im Vorjahr so viele Kilometer wie noch nie zuvor mit Bahn, Bus, Straßenbahn und U-Bahn gefahren, macht der VCÖ (Verkehrsclub Österreich) aufmerksam. In Summe waren es rund 31 Milliarden Kilometer, um rund vier Milliarden Kilometer mehr als im Jahr 2010.

83 Milliarden Personenkilometer mit dem Auto

"Die Bereitschaft mit städtischen Öffis, Bahn und Bus zu fahren ist in Österreich sehr groß. Um die Klimaziele zu erreichen, ist es aber nötig noch viel mehr Autofahrten auf den Öffentlichen Verkehr zu verlagern", stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Im Vorjahr wurden rund 83 Milliarden Personenkilometer mit dem Auto gefahren.

Das Klimaziel der Bundesregierung sieht eine Reduktion der Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs um rund ein Drittel bis zum Jahr 2030 vor. Laut Umweltbundesamt verursachen Pkw mit Diesel oder Benzin pro Personenkilometer im Schnitt vier Mal so CO2 wie ein Bus und sogar 15 Mal so viel wie die Bahn. E-Pkw mit österreichischem Strommix verursachen sechseinhalb Mal so viel CO2 wie die Bahn.

"Emotionale Bindung zum Pkw aufbrechen"

Wie können Menschen zum Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel motiviert werden? Diese Frage stand im Zentrum der VCÖ-Fachkonferenz, die am Mittwoch in der Diplomatischen Akademie in Wien über die Bühne ging. Der Verkehrswissenschafter Stephan Tischler von der Universität Innsbruck betonte in seiner Keynote: "Mobilitätsverhalten ist von verschiedensten Faktoren beeinflusst. Neben der Schaffung attraktiver Angebote im Öffentlichen Verkehr ist eine der zentralen Herausforderungen jedoch die Bezugnahme auf persönliche Einstellungen."

© VCÖ

Um die über Jahrzehnte gepflegte emotionale Bindung zum Pkw zu Gunsten des Öffentlichen Verkehrs aufzubrechen bedürfe es neuer Konzepte unter Miteinbeziehung innovativer Verkaufs- und Marketingstrategien, Nutzung neuer technologischer Möglichkeiten wie auch die Rückbesinnung auf die klassischen Motive der Bedürfnisbefriedigung, so Tischler.

Die erste und die letzte Meile

Ein großes Potenzial zur Verlagerung gäbe es auf den Arbeitswegen. "Pendlerinnen und Pendler, die auf Öffis umsteigen, ersparen sich viel Geld. Damit dies passiert, bedarf es zusätzlicher Angebote vor allem für die erste und letzte Meile", betonte Sylvia Leodolter, Abteilungsleiterin Umwelt und Verkehr in der AK Wien.

Auf die wirtschaftliche Bedeutung des verstärkten Ausbaus des Öffentlichen Verkehrs machte Angela Berger, Geschäftsführerin des Verbands der Bahnindustrie, aufmerksam: "Investitionen in den öffentlichen Verkehr bringen auch Wertschöpfung in Österreich und das im doppelten Sinne: erstens ist es besser in unsere Infrastruktur zu investieren als in CO2-Zertifikate und zweitens resultieren die Investitionen direkt in Beschäftigung in Österreich, wenn die Aufträge an unsere heimische Bahnindustrie gehen." (as)

www.vcoe.at

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