6,7 Millionen Dollar Schadenersatz für Graffiti-Künstler

Eigentümer des "5Pointz" Graffiti-Zentrums in New York ließ Wände mit weißer Farbe überpinseln.

6,7 Millionen Dollar (5,41 Millionen Euro) muss ein Gebäudebesitzer Graffiti-Künstlern zahlen, weil er ihre Werke mit weißer Farbe überpinselt hatte. Der auf den ersten Blick ungewöhnliche Fall, hat sich in New York zugetragen. Der Richter Frederic Block hat in einem juristischen Verfahren entschieden, dass der Investor Jerry Wolkoff mit der Zerstörung von Graffiti-Kunst gegen das Gesetz verstoßen habe. Zuvor hatte eine Jury empfohlen, die 21 Künstler zu entschädigen.  

Konkret ging es in der Verhandlung um die berühmten Graffiti von "5Pointz" in einer Industrieanlage im New Yorker Stadtteil Queens. Mehr als 20 Jahre lang hatte Wolkoff Graffiti-Künstlern erlaubt, sich an einem früheren Lagerhauskomplex auszutoben. "5Pointz" wurde nicht nur zu einem Mekka für Sprayer sondern auch zu einer Touristenattraktion. Im November 2013 ließ der Investor jedoch die Außenwände des Gebäudes ohne Vorwarnung mit weißer Farbe übermalen, was für heftige Kritik sorgte. Ein Jahr später wurde der Lagerhauskomplex abgerissen, um einer luxuriösen Wohnanlage Platz zu machen.

Die Sprayer verklagten daraufhin Wolkoff, da er ihnen keine Zeit gegeben habe, ihre Werke zu retten. Der Unternehmer hielt dagegen, dass die Künstler gewusst hätten, dass der Gebäudekomplex eines Tages abgerissen werden würde. Richter Frederic Block folgte jedoch der Argumentation der Sprayer und entschied, dass 45 der 49 zerstörten Werke den anerkannten Rang als Kunst gehabt hätten. Sie seien "vorsätzlich und unrechtmäßig" von einem "unbarmherzigen Grundstückseigentümer" zerstört worden. (as)

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