Neue EU-Regeln ab 12. August
90 Prozent der Österreicher sind genervt von Verpackungsmüll

Mit der neuen EU-Verpackungsverordnung sollen ab 12. August Müllexzesse und Luftpakete der Vergangenheit angehören. Laut einer aktuellen Umfrage sind die Österreicher:innen bereit für die Verpackungswende.

Kurz vor dem Start neuer EU-Vorgaben für Verpackungen am 12. August zeigt eine aktuelle Studie von PwC Österreich, wie kritisch Konsument:innen das Thema mittlerweile sehen. Für die Untersuchung befragte Marketagent im Auftrag des Beratungsunternehmens im Juni 1.000 Personen zwischen 14 und 75 Jahren in Österreich. Neun von zehn Befragten ärgern sich demnach über unnötig große Verpackungen. 46 Prozent fühlen sich durch die Menge an Verpackungsabfall im eigenen Haushalt belastet. Gleichzeitig geben 88 Prozent an, Abfälle zuverlässig zu trennen oder Verpackungen wiederzuverwenden. Für 37 Prozent ist allerdings häufig unklar, wie bestimmte Verpackungen richtig entsorgt werden.

"Verpackung ist für viele Konsument:innen längst ein sichtbares Nachhaltigkeitsthema. Unternehmen müssen deshalb nicht nur neue Vorgaben erfüllen, sondern auch den Erwartungen ihrer Kund:innen gerecht werden, vom Einkauf im Geschäft bis zur Lieferung nach Hause", sagt Stefan Merl, Director Sustainability Services bei PwC Österreich.

Onlinehandel besonders im Fokus

Besonders kritisch wird die Entwicklung im E-Commerce gesehen. 82 Prozent der Befragten nehmen wahr, dass der Verpackungsmüll durch Online-Bestellungen zugenommen hat. 83 Prozent wünschen sich wiederverwendbare Versandverpackungen, 85 Prozent würden solche Lösungen bei einfacher Rückgabe auch nutzen. Dabei besteht durchaus Bereitschaft zu Kompromissen: 72 Prozent würden längere Lieferzeiten akzeptieren, wenn dadurch Verpackungsmaterial eingespart werden kann.

Der Wunsch nach gesetzlichen Vorgaben ist ebenfalls ausgeprägt. 84 Prozent sprechen sich für nachhaltige Verpackungen als verpflichtenden Standard aus. Jeweils 82 Prozent wollen Handel und Hersteller zur Reduktion von Verpackungsmaterial verpflichten beziehungsweise befürworten ein weitgehendes Verbot nicht recycelbarer Verpackungen.

Pfandsystem mit hoher Akzeptanz

Auch das seit 2025 geltende Einwegpfand wurde in der Studie abgefragt. 89 Prozent geben an, das System gut zu verstehen, für 78 Prozent funktioniert die Rückgabe im Alltag unkompliziert. Knapp zwei Drittel wünschen sich eine Ausweitung auf weitere Verpackungsarten.

Verbesserungspotenzial sehen die Befragten dennoch: 63 Prozent wünschen sich mehr Rückgabestellen, 58 Prozent kritisieren deren Zustand, etwa aufgrund von Geruch oder mangelnder Sauberkeit. 44 Prozent empfinden den zusätzlichen Aufwand als Nachteil. 

Mit der neuen EU-Verpackungsverordnung steigt nun auch der regulatorische Druck. Für Handel und Hersteller rücken damit die Reduktion von Verpackungsmaterial, Recyclingfähigkeit und Mehrweglösungen weiter in den Mittelpunkt.

www.pwc.at

www.marketagent.com

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV